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Der Orient · 1842-04-23 · 17 (23.4.1842) · p. Spalte 267-268

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
17 (23.4.1842)
Date
1842-04-23
Page
Spalte 267-268 (sequence 6)
Language
German
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267 Jüdische Merthumskunde. Die Beschneidung bei den Israeliten (Horaz). 268 „es kann-demnach nicht davon die Rede sein, daß die Mischna-Lehrer neben ihren Deutungen noch eine andere Pibelerklä^ng anerkannt Hätten.". Wip fragen den urtheilsfähigm Leser, ob narnenWch W den letzten Satzauch nur der Schatten eines Beweises aus den angeführten Mischnot hervorgeht? Denn die von Hrn. Dr. G.Angeführten Stellen zeugen höchstens von Buchstäblichkeit, aber auch nicht. ein Hota von Weyr Anspruch aus Alleingültigkeit. Wohl aber das Gegentheil - wie Mt zum Theil nachgerviesen und wir jetzt ferner zu versuchen nns ertauben; und . zwardurch solche Mischnah- Stelsen, welche wegen ihres hohen Alters und allgemeiner Popularität, als Postulata der Bibel-Erklärung im Munde eines jeden Talmudisterr sein mußten?)„, und wegen ihrer moralischen Tendenz zu keiner Zeit unberücksichtigt bleiben konnten. Wir meinen die spater in, Sommttstmestep ffit; jeden Sabhat-Nachmittag zum Durchlesen eingefüHrten (nQ^r yi.D) „Abschnitte der tec'4 . Dort lestn wtt ß, 11, „R. Elasar sagtewer die Hei.ligthümer entweihet, wer die Feste verachtet, werden Nächsten öffentlich beschämt, wer da. bricht der, Bund unseres Paters Abraham, und'wer da entwickelt eine Ansicht in der Tora, die aufhebt die religiöse Sitte6), und sei erauch noch so bibelkundig und wohlthatig -77 er hat keinen Theil an dem zukünftigen Leben." Ferner (iMci. 5, 8): „Mit sieben Landplagen wird die Welt heimgesucht rc. Krieg rrifft die Welt wegen denen, die da deuten die Tora .aufhebend die religiöse Sipte. (s, zu. beiden Mischnot "n mit) nniip^D. jh). Beachten wir, >daß der Traktat Abot entschieden zu den ältesten. Mischnah-Fragmenten- — wozu schon der Name „Abschnitte der Pater" berechtigt. —gehört; beachten wir, daß diese talmudischen Proverbia sicher — wie heute noch den meisten etwas religiös unterrichteten 5) In der Discussion der G.emara wird oft. gefragt.: sollte denn N, N. die Mischna nicht gekannt habe-n? daraus und aus vielen andern Stellen geht hervor, daß. die K en n tniß der Mischna bei jedem vorausgesetzt wurde. 6) rpbft Nom. Verb. von und heißt ursprünglich : religiöse Sitte, Lebenswandel überhaupt, was bei den Israeliten, mit Religion beinahe identisch war. wird in der ganzen Bibel in gleicher Verbat - Bedeutung gebraucht (Dt, 28, 9, 1 Reg. 14, 8; 1 B. Sm. 30, 22. Ps. 119, 1. Job. 31, 7. Ez. 33, 15. Ier. 44, 10. Prop. 13, 20; 14, 2 z 28, 18.); als Substantiv (Hab. 3, 6; Ps. 68, 25. Nach. % 6). Als später die mündliche Lehre dasganze israelitische Leben so durchdrang, daß jede Lebensregung religiös, gesetzlich bestimmt wurde, da verstand man natürlich vorzüglich unter Tobriden rabbinisch gesetzlichen Gebrauch. (Vergl. Traktat Kidusch im . 49 a und Largum Onkelos zu Ex. - 21, 9.) Daß dieses Wort aber hier in seiner ursprünglichen Bedeutung gebraucht ist, dafür bürgt das Alter dieses Traktats'„ und die Sprachreinheit der Mischna überhaupt, und endlich. daß z. & ca: ein,e ausgchildM Halach.a im letzternvSinnenoch gar nicht zu denken war. Israeliten —- Jedem im Gchächtniffe gegenwärtig waren; so gehr hieraus überzeugend hervor: daß die Mischnaiten Miss die Gemariten stets die, freisinnigste Exegese neben Wer gesetzentwickeWen statuier und anerkannt, daß? sie niemals letztere für die einzig richtige gehalten haben oder gehalten wissen wollten. Denn der Ausdruck der angeführten erstern Mischna: „Wer da entwickelt eine Ansicht in der Tora" setzt voraus, daß. es verschiedene Ansichten in der Wbel-Exegese. gegeben hat und geben durste, Id est wenn sie die herrschend religiöse Sitte nicht negirten. Auch ist es sogar wahrscheinlich, daß die Mischna mit dem Worte M2 auf den allgemein bekannten Grundsatz: n\??> 1262 „die Tora kann man nach neun und vierzig Ansichten" -r nur eine runde Zahl l —„lehren" anspielt. Denn angenommen, die Mischna erkenne nur die die Hasacha setzende Exegese an. —. dann..wäre sicher das. Wort weggefallen, und es hatte dann unzweideutiger und. richtiger geheißen: „und. wer die Tora lehret aufhehend die religiöse Sitte." Durch die .angezogene zweite Mischna (Aboth 5, 8,), wo nicht wie in der' erstern von dem irreligiösen Vergehen eines Einzelnen,, vielmehr von dem Verfall, unddendemgemäß eintreffenden Strafen ein.es ganzen Geschlechts die Rede ist,, ha. wird auch der Ausdruck allgemeiner gefaßt Md das. ber.egte Wort wegget.assen,, und umso. klarer unsere Behauptung bestätigt : daß hie mannigfachste,. Bibelerktarung stattsindm konnte, wenn sie nur nicht die Halacha negirte. (Fortsetzung folgt.) Jüdische Alterthumskunde. Die Beschneidung hei den Israeliten. Vom historischen, kritischen, nn.d, medicinisch.e.n Standpunkt. . (Fortsetzung.) Die lateinischen Klassiker. Horaz. Ob überhaupt die Bekehrungssucht je im Judenthum geherrscht habe, ob diese ursprünglich aus dem Judenthume herstam»ye und auf die anfänglichen Christen übergegangen.. sei, oder was wahrscheinlicher ist, ob diese eine rein christliche Beimischung ist, wie sie. sich namentlich in den Heidenbekehrern, Glaubens Märtyrern, später zu den Zeiten der- Kreuzzüge in den.verheerenden und mordenden, und durch Schwert und Feuer bekehrenden. Kreuzfahrern, und endlich in der neuern Zeit unter der Gestatt, von Missionsgefellfchasten. bis,' auf die jüngste Gegenwart, hinab kund. gab. und Zieht, wollen., wir hier nicht entscheiden, ooch steht so viel gewiß, daß das Mo-

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