Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 16 (16.4.1842)
- Date
- 1842-04-16
- Page
- Spalte 243-244 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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248 Die Vorstellung der alten Hebräer von der Unsterblichkeitslehre. 244 lich exijM. Die Antwort As Elifas wkrv Uns dieß noch mehr bekräftigen. Dieser Weise, nachdem er (Cap. IS, 1 rc.) dem trostlosen Zweifler das Sündliche seiner Aeußcrungen im Allgemeinen vorgerückt, geht dann auf dessen Trostlosigkeit in Bezug auf das J en seit näher ein, indem er ihn anredet: , — u>) thi F IT P T< S IT t: — ie)!?j2^?jnj^ “-no —■ 17) ]!io]V-nDv —,8). •/’jn-'h * © — ntunni „Genügen dir die Tröstungen Gottes nicht? — Auch nicht das Wort, das in dein Inn'res Er gelegt? — Wie wird dem Herz verzagen! Wie werden deine Augen dann herum im Kreise irren! Wenn d einen Geist du Gott einst wiedergiebst, — Da jetzt du solche Worte ansgestoßen. " — H. 11 —14. — Verlangen wir noch eine deutlichere Hinweisung auf das Jenseit? — 15) Verb, trans. verhüllen (vergl. Sam. N. Cap. 19, 5.); ^es bezieht sich hier auf und Elisas will damit sagen, daß wenn Hiob auch aus der geoffenbarten Religion keinen Trost für seine Lage schöpfen könne, so sollte er doch in dem Wort, das Gott bei ihm verhüllt (oder wie wir sagen werden, im Gefühl, das Göttin sein Herz.gelegt), Trost finden; denn das Bewußtsein der Unschuld lindert die Schmerzen. Daraus soll nun hervorgehen, daß Hiob, der untröstlich ist, sich schuldig fühlen müsse. 16) „Vom Herzen erfaßt werden", sagt das Gegenteil von „ein Herz fassen", also „muthlos, verzagt sein." — 17) dh verwandt mit TD") (vergl. im Arab. diese Wurzel: die Augen hin und her bewegen, hier „die Augen sch ü chtern im Kreise herumbewegen",^ Zeichen der Furcht und S ch a am. Elrfas konnte dem Hiob nicht besser antworten. Dieser leugnete die Fortdauer seiner Seele nach dem Tode, —- wie müßte ihn also Furcht und Scham ergreifen , wenn er uach Abstreifung alles Irdischen vor Gottes Richterstuhl sich befindet, — indem ja schon seine b l o ß e E x.ist e n z ihn dann von der Verdammlichkeit seiner jetzigen Behauptungen genugsam überzeugen würde. —- Wir brauchen unsere Leser erst nicht aufmerksam zu machen, wie andere Interpreten mit der in Rede stehenden Antwort des Elisas zu Werke gehen. —^ 18) Vergl.: njfU'itfN D’n^n-^nrn nn.Ti/ Kohel. 12, 7; hier aber steht NN im Accusativ, was seinen triftigen Grund hat. Hiob pocht auf sein Recht und wünscht, Gott möge ihm erscheinen, um seine Unschuld/Ihm beweisen zu können (V. 15); hierauf erwiedert ihm Elifas, daß die Erfüllung seines Wunsches zwar nicht -zu erwarten stehe, — wohl aber, daß Gott ihn zu S ich berufen werde, — er würde demnach, da er seinen Tod selbst veranlaßt, gleichsam selbst seinen Ge ist an Gott, zurück geben. — 19) Es kann uns gleich sein, welche Tröstungen hier gemeint sind; genug wir erfahren hier, daß dem Hiob g e o ffenbarte Religionslehren bekannt waren, die sich eignen, ihm in seiner Lage zum Trost zu dienen. — Was endlich die Stellen 3, 13. 17- 7, 9. 10, 18. 11, 8. 16, 22. 17, 13. 18, 14. 24, 19. 26, 6 u. o. betrifft, wo des verhangnißvvllen und eines Landes der Finsterniß rc. Erwähnung geschieht, — so bedürfen diese nach dem bisher Gesagten keiner weitern Erörterung, indem wir beeeits wissen, wofür dergleichen Ausdrücke zu nehmen sind — für kühne Bilder des Todes und des Grabes. Hingegen können wir nicht umhin, hier noch zu bemerken, daß die Art und Weise, wie das große Drama sich auflöst, daß nämlich Gott selbst in Seiner Majestät erscheint und den Leidenden — nicht durch m etaphysi fche Lehren noch mehr verwirrt, sondern -- durch Beschreibung Sejner Al l macht, Weisheit und Güte belehrt, so daß dieser beschämt seine Uebereilung emgesteht, die erhabene Lehre ausspricht, daß der Staubgeborne zwar sich nicht vermessen soll, das Uebernatürlkche erforschen zu wollen, da sein Verstand ja selbst für die Erforschung des Natürlichen zu beschrankt ist, — daß er aber der Zukunft getrost entgegen gehen darf, indem die Güte seines Schöpfers über ihn waltet und ihm den Weg bereitet, der zum seligen Ziele führt.20)V :— Nehmen wir für jetzt von dem berühmten Zweifler Abschied und wenden uns dem göttlichen Jesaja zu, der auch seinerseits hin und wiedtt vom Scheol spricht. Besonders berühmt ist jene Stelle im Spottlied auf den tyrannischen König von Babylon/ welche lautet: . nnsro — D’NÖl rß -niy kt:!: im „Der untere Scheül Bebt deiner Ankunft schon entgegen; Erweckt dir Nefa'i'm"'), — Der Erde Herrscher alle, / . Und aller Völker Kön'ge - Erhebt von ihren Thronen er. Sie reden in's Gesammt dich an und sprechen: „„Endlich bist auch du besiegt, wie wir, Bist uns gleich geworden: . — s|Diw, -nin . In Scheol hinabgesunken ist dein Stotz, —- Deiner Harfen Klang! — - Motten sind dein Polster^ — Deine Decke — Würmer! — In deinem Herzen dachtest du: „„Ich steig' in den Himmel! Hoch über die göttlichen Sterne Erheb' ich den Thron mir! Und wohne auf jenem Gebirge Im äußeesten Norden! Ich steige hinauf in die Höhe Und gleiche dem Höchsten!"" — 20) Wir hoffen, auf die Auflösung des Buches Hiob noch einmal zurückzukommen.— 21) und nD*1 in der Bedeutung: kraftlos sein (== nsi), also die Kraftlosen — eine poetische Benennung für die Tobten. —-