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Der Orient · 1842-04-16 · Heft 16 (16.4.1842) · p. Seite 124

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 16 (16.4.1842)
Date
1842-04-16
Page
Seite 124 (sequence 7)
Language
German
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124 öffentlichen hebräischen Anstalten zu zerstören, ein gemeiner und erbärmlicher sei, daß man wohl der Chicane — die mir als &um im Rechtssache ganz fremd ist — welche vocrheilhaften Unternehmungen den Untergang drohet, keck entgegentreten müsse, daß von so schändlichen Urhebern für die ihnen anvertraute.Jngend nur Nachtheil zu gewärtigen stehe, und daß endlich ein so mächtiges Entgegenwicken gegen segensreiche Anstalten — vorzüglich da, wo es die Religionslehre angeht — blos deßhalb weit hierdurch unfern überreichlichen Einkünften ein kleiner Abbruch geschehe — einen ganz ge-' meinen Trödlergeist, den wir auf dem Lande gar nicht kennen, mit Gewißheit vocaussetze. Aber dem Himmel sei tausendfacher Dank, nicht eine einzige dieser Beschuldigungen trifft mich! Ich habe durch die ganze Zeit meimes Hierseins, für das Entstehen einer derartigen Anstalt kräftig gearbeitet; drei oder vier dießfallige Plane ausgearbeitet und vorgelegt; mich über die vor zwei Jahren gemachten Einrichtungen, für die jetzt bestehende Lehranstalt, so viel von mir abhing, übereinstimmend und günstig geäußert; und selbst in der in Rede stehenden Anzeige bei der Hohen Landesstelle, solchen Anstalten vortheilhaft das Wort gesprochen, ihre Vorzüge vor dem frühem hebräischen Winkelunterrichte aufs kräftigste hervorgehoben, und zum Schlüsse das Ansuchen gestellt, daß „da ein zweckmäßiges gegenseitiges Wirken der öffentlichen deutschen Schule und der hebr. Lehranstalt sowohl, als auch ein angemessener Ersatz für die erwähnten Beeinträchtigungen erzielt werden soll, so wolle Eine Hochlöbliche Landesregierung: 1) der ofterwähnten Anstalt eine bestimmte Stellung zur deutschen Schule anweisen, und 2) ermitteln, daß der deutsche Unterricht nur dem deutschen Lehrer zuzuweisen sei." In Berücksichtigung der Billigkeit dieses Ansuchens, erfreute ich mich auch der Versicherung von Seiten des von wahrer Menschen- und höchster Gerechtigkeitsliebe beseelten Hochwürdigen Herrn Anton Kr o mb holz, Consistorialrathes, Schuldistriktsaufsehers und Stadtdechanten zu B. Leippa; bei dessen Einbegleitung jene schon oft erhaltenen Beweise von Zuneigung und Anerkennung meiner Verdienste um die hiesige Gemeinde und Schuljugend, auch bei dieser Gelegenheit an den Tag zu legen. Wenn diese von Wort zu Wort angeführte Conclusion meines der Hohen Landesstelle vorgelegten Ansuchens, die Aufhebung der hebr. Lehranstalt anspricht, so hal der Correspondent ganz recht; ist dieß aber, wie jeder Uninteresfirte gestehen muß, nicht im entferntesten, der Fall, so ist die Bemerkung eine richtige/ daß der Referent aus sehr unlautern Quellen geschöpft haben muß, Und entweder blos Einem Böswilligen willfahren, oder auch gemeinem Absichten fröhnen, und nur durch schändliche Verleumdung und Chicane — im vorzüglichsten Sinne des Wortes opponiren wollte, ausgehend von dem Grundsätze: Es geschieht ja nur auf Kosten eines Schullehrers. Haben wir in dem gestellten Ansuchen auch die Absicht blicken lassen, daß hierdurch unsere Stellung in pecüniärer Beziehung eine etwas vortheilhastere werden könnte, so wird dieß gewiß verzeihlich, wenn man sich nur die Mühe nehmen will, einen Blick auf die dießfällige Einrichtung in den meisten böhmischen jüdischen Gemeinden zu werfen. Der deutsche Schullehrer hat nicht, wie Rabbiner, Schulsänger und Schuldiener, unzählige fast alltägliche Privateinkünfte und Emolumente; von Purim- und Roschhaschanahgaben, von Einkünften bei Hochzeits-, Beschneidungs- und sonstigen Festen, die diesen dm halben Bedarf fast sichern, erfahrt der Lehrer nichts, und ist sohin blos auf seinen im Schweiße seines Angesichts schwer verdienten, fixen, meistens höchst unbedeutenden Gehalt von ungefähr 150 fl. C. M. jährlich — davon er eine Familie erhalten, Steuern decken, sich und die Seinigen anständig kleiden, hie und da ein Buch anschaffen, und oft noch als Muster der Gefälligkeit und der Wohlchatigkeit erscheinen soll — hingewiefen; und handelte es sich noch fast immer um Ermittelung einer Gehaltserhöhung, so war auch allezeit das Resultat: Es sind keine Mittel da! — Wenn nun fürs Entstehen hebräischer Anstalten mit Blitzesschnelle Tausende bereit -standen, und wir als Haus- und Familienväter für Hilfe- und Dienstleistung entweder im Hebräischen, oder deutschen Wiederholungsfache, einen bescheidenen Antheil auch gerne daran hätten, so wird uns dieß wahrlich der Billigdenkende nicht verargen! Wie sehr aber die vorzüglich mich angehenden Beschuldigungen des Cl>rrespondenten falsch und im strengsten Sinne oberflächlich seien, mag noch vorzüglich daraus hervorgehen, daß das Letztgesagte mehr andere, als 'meine Gemeinde betrifft; ich ergreife vielmehr mit Vergnügen diese Gelegenheit, hiermit öffentlich dem würdigen Gemeindevorstande (meiner Gemeinde) — an dessen Spitze der achtungswecthe und einsichtsvolle Herr Aaron Altschul die Gemeindeangelegenheiten würdevoll leitet, recht innigen Dank zu sagen für das stete Streben, meine Stellung in jebet Beziehung zu verbessern. Selbst in diesem Augenblicke geht man sorgfältig damit um, nebst dem, daß ich für ein jährliches Honorarium von 10O fl. C. M. den deutschen Correctionsunterricht an der hebr. Anstalt leite und in neuester Zeit meine Funktion um ein nicht Unbedeutendes erhöhet wurde, meinen Gehalt namhaft zu vermehren; so wie gleichzeitig meiner Schule durch die Trennung der Klaffen eine sehr vortheilhafte und zweckmäßige Ausdehnung zu verleihen. Da nun das Erwähnte, die sprechendste Widerlegung jener falschen, böswilligen Anklage ist und ich mit Vergnügen bereit bin, alles Gesagte mittelst meiner Vorgesetzten, amtlicher Seits beweisen zu wollen, so schließe ich mit dem Wunsche, daß, wenn in Zukunft sich wieder über unsre jüdischen Landschulen eine Stimme Hören laßt, dieselbe bemühet sei, jenen aus verjährten Vorurtheilen hervorge-

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