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Der Orient · 1842-04-16 · Heft 16 (16.4.1842) · p. Seite 123

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 16 (16.4.1842)
Date
1842-04-16
Page
Seite 123 (sequence 5)
Language
German
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123 lassen; aber in solchem Tone, wie die erwähnte Recension hat er nie etwas dargeboten z solche Arbeiten überläßt er Andern, die in ihnen allein ihre Kraft bewähren. 93. Leipzig, 6. April. In Nr. 14 des Orients, dat. Hamburg v. 17« März wird von einem Korrespondenten über den Hamburger Artikel v. .... d in Nr. 10 gesagt: „Einige Orthodoxe meinten, er sei zu Gunsten der Reformer geschrieben, wahrend andere, den Letztem angehörige Personen ihn für einen versteckten Angriff auf die Reform-Bestrebungen (v. H. Bonn) halten. In Bezug auf den in Klammern eingeschalteten Namen muß ich bemerken, daß nur aus Versehen des Setzers dieser anstatt „Hr. ..." dahingekommen; dieser Fehler ist dadurch, daß ich die Eorrectur nicht besorge, stehen geblieben, aber ich muß es sehr bedauern, da er Reclamationen hervorgerufen. Indem ich herzlich diesen Satzfehler bedauere, gebe ich Hrn. Bonn die Versicherung, daß der Schreiber jener Correspondenz auch nicht im Entferntesten an Verunglimpfung gedacht. Red. (Aus dem Preußischen, im März. — Corresp.) Bei der vielbesprochenen projectirten neuen Gesetzgebung über die bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten geht man, wie verlautet, von der Ansicht aus, daß nur aus der engen Verbindung des Judenthums mit der Nationalität sich die so wunderbare Erhaltung des Judenthums erklären lasse z der Staat müsse daher, um in dieses nicht einzugreifen, jene zu erhalten suchen. . Wir glauben jedoch, daß diese merkwürdige historische Erscheinung einen viel einfachem und näher liegenden Grund habe. Eine, wie das Judenthum-, seit uralter Zeit bestehende und lief gewurzelte offenbarte Religion, die, auf die Grundlage des Glaubens an einen einzigen Gott, Verehrung desselben durch Lugend und Frömmigkeit,- Unsterblichkeit und Vergeltung — diesen Kern aller wahren Religion — basirt ist, sich von der herrschenden Religion, von welcher ihre Offenbarungsquellm ebenfalls <sts'göttlich anerkannt werden, nur durch die NichLannahme einer spätern, zweiten Offenbarung unterscheidet, und die das religiöse Bedürsmß vollkommen befriedigt, trägt die wesentlichen Bedingungen ihres Fortbestehens an sich und wird, so lange keine völlige Indifferenz unter ihren Bekennern herrschend geworden ist, durch Verfolgung und Zurücksetzung nur an innerer Festigkeit gewinnen. Nur die Ueberzeugung, daß der herrschende Glaube nichts der Vernunft Widerstrebendes lehre und sich an seinen Bekennern durch größere Frömmigkeit und Seelenruhe und einen hohem Grad der Humanität bewähre — eine Ueberzeugung, die nur durch einen innigern socialen Verkehr und eine, von Seiten der herrschenden Religion freundlichere Behandlung gewonnen werden kann nur diese wird eine Verschmelzung herbeiführen können. Daß aber das Judenthum mit einer Nationalität seiner Bekenner nicht Zusammenhänge, hat das von Napoleon berufene, aus 71 Rabbinern, die keinesweges religiöse Concessionen zu machen geneigt waren, bestandene Sanhedrin ausgesprochen, indem es erklärte, daß die französischen Israeliten Franzosen und Frankreich ihr Vaterland sei. Dasselbe erklärte auch die Ehe zwischen Christen und Juden für religiös erlaubt-und gültig, so daß, besonders bei freigestellter Wahl über die Erziehung der Kinder, das Hinderniß der gemischten Ehen nicht im Ju d e n- L h um liegt. Die Israeliten, der verschiedenen Länder stehen daher, gleich andern Confessionen, in keiner Art von Verbindung, als in der des gleichförmigen religiösen Bekenntnisses, in allen andern Beziehungen, aber gehören sie dem Volke und dem Staate an, in welchem sie leben. Es möchte demnach sonderbar erscheinen, wenn man in Preußen eine jüdische Nationalität zu erhalten suchen wollte, während man rings umher, selbst in Rußland, welches die größte Zahl von Israeliten hat, nach entgegengesetzten Pnncipien verfährt und auf allmählige Amalgamation hinarbeitet. In diesem Geiste ist auch das in Preußen bestehende Gesetz vom 11. März 1812 abgesaßt und die in demselben den Israeliten ertheilten Rechte sind in dem Art. XVI. der deutschen Bundesacte bestätigt worden, welcher lautet: „Die Bundesversammlung wird in „Berathung ziehen, wie auf eine möglichst übereinstimmende „Weise die bürgerliche Verbesserung der Bekenner des jüdischen „Glaubens in Deutschland zu bewirken sey, und wie insonder- „heit denselben der Genuß der bürgerlichen Rechte gegen die „Uebernahme aller Bürgerpflichten in den Bundesstaaten verschafft und gesichert werden könne z jedoch werden den Bekennen: dieses Glaubens bis dahin die denselben von den „einzelnen Bundesstaaten eingeräumten Rechte erhalten." Daß man dieser Bestimmung zuwiderhandeln werde, ist von unserer, in der Erfüllung eingegangener Verpflichtungen so gewissenhaften Negierung eben so wenig denkbar, als es sich vereinbaren ließe mit den huldvollen Worten unseres allverehrten Monarchen zu der Deputation der Berliner Gemeinde, daß er nur den Fortschritt und keinen Rückschritt wolle. Wir glauben daher, daß die preußischen Israeliten dem Resultate der obschwebenden Beratungen über die Stellung derselben ruhig und ohne alle Besorgniß entgegensetzen können. Böhmen. Böhmisch-Leippa, 14. Marz. Obzwar wir auch hier Ihr Blatt fleißig lesen, so kam doch entweder durch Zufall, oder vielleicht aus Delicateffe, erst in diesen Tagen mir die Nr. 52 vor. Jahres, darin der Unterzeichnete so vielfach angeklagt wird, zu Gesichte. Die in Ihrem geschätzten Blatte allenthalben sich kundgebende Unpartheilichkeit, leistet mir die sicherste Garantie, daß das Feld, welches' einem beißenden Angriffe offen stand, auch folgende Worte der Rechtfertigung zur Veröffentlichung zu bringen nicht abgeneigt sein werde. Schon eine mir eigene Gleichgültigkeit gegen alle falschen Anklagen, vereint mit der Hoffnung, daß solche doch immer in ihrer boshaften Blöße endlich beschämt dastehen, und insbesondere das Bewußtsein, daß meine ganze Gemeinde und vorzüglich meine würdigen Vorgesetzten, meine Handlungen und Absichten nur als gemeinnützig und zweckmäßig — entfernt von allem, auch dem entferntesten Eigennutze — kennen, hatte mich wohl veranlaßt, diesem Aufsatze bloßes Stillschweigen entgegenzusetzen, wenn ich es nicht meinen entfernten Freunden, und den edlen Absichten einiger Würdigen in unserer Gemeinde, schuldig zu sein glaubte, die mich aufforderten, die Wahrheit der Oeffentlichkeit zu übergeben, die so schändlich da angegriffen wurde. Niemand mehr, als ich, kann getrostem Muthes, und mit der furchtlosesten Unerschrockenheit in die Verdammungsworte des Referenten mit einsrimmen, daß der Wille die 16 *

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