Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 15 (9.4.1842)
- Date
- 1842-04-09
- Page
- Spalte 235-236 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mz Jüdische Altetthumskunde. Die Beschneidung bei den Israeliten. Formation ohne alle biblische Analogie gehört zu den Ausnahmen. Die Ausnahme aram. Formen größtentheilS mit den.Wurzeln, so wie die hebräische Formation letzterer, ist ebenfalls weniger dem Bedürfniß der WksstN sch ü fk als sbfchet zuPschceiben. Dieß der reckisicirte Ausdruck jenes Gedankens in' unserm Kusari-Cvmwenlar, von dem wir mit Eentkifugalkraft an die Peripherie der Formenlehre geschleudert, so lange umherkreisen mußten.— Wir wenden uns nun nach innen und betrachten die interessantesten Wertformen deS wissenschaftlichen Hebraismus im Einzelnen. Jüdische Alterthumskunde. Die Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und medicinischen Standpunkt. (Fortsetzung.) Die lateinischen Klassiker. Horaz. Mit dem letztgenannten Geographen Strabo beschließen wir die aus den griechischen profanen Schriften entnommene Sammlung von Beweisstellen für unsren Gegenstand und gehen nun zu den lateinischen Klassikern in gleicher Absicht über. Vorerst aber muffen wir die all- Deot fol. 21, a. eä. Amsterdam) findet, u nbr'blisch wäre, was wir freilich hiermit nicht zugestanden haben wollen*— Etwas Aehnliches gilt von dem Worte in der Verbindung üp , oder ftp d^D (Letzteres in nnn n*n, Sonst. 8. v. ftigentl. v. Dr. Baruch Jeiteles bekannt als "jNH zu Prag^I sol* 24, a.— Ich citire hier dieß Werkchen aus dem 18. Iahrh*, weil es nach Inhalt und Sprache ein heißen dürste — ). Delitzsch (Ez Chajim Add. 123-8 v* u.) nimmt es als dns^arab. welches auch bei Juda 35* Karisch (235* Nr. 2. Col. 21 Jap-. «^SÜo) vbrkommt. Allein dieß wäre.das einzige mir bekannte Beispiel des schtechtfinNigen Gebrauchs Mer durchaus nichtbib Lisch e n arabischen Partikel. Daher ist' wahrscheinlich die ganze Phrase aus Ez. 16, 47, -wo man vielleicht schon das arab. JaS zu finden glaubte. Raschi ad loc. Ty1?! (picot?) und Künchi: Gesen. im Lex. berücksichtigt diese Exegese gar nicht und 'gibt doch nichts Besserest — Auch ist hier zu beachten, was oben bei dev JdeeUV'erbindung gesägt wurde: So ist &* 35v 2&p schon biblisch (s. Jesurun p. 91.), hinge nun der Wurzelbegriff desselben mit zusammen, und wäre dieser Zusammenhang deür er'ste n 'bekannt gewesen, der ^^p für pvlu8 gebrauchte, so hätten wir kein direktes 'Fremdwortals welches es von Jbn Libbdn (Erkl. d. Fremdw. erste Klaff.) ÜNd Scheyer bezeichnet wird-. Etwas Aehnliches s. ibid.- s.‘ V. pn. 23(i gemeine Bemerkung über Letztere vorausschicken, daß, obgleich Rom entfernter von Palästina lag, als Athen, und die Bekanntschaft der Römer mit den Israeliten in eine viel spatere Zeit fallt, als die der Griechen, wir dennoch bei den lateinischen Schriftstellern eine wenn auch nicht umfangreichere, doch tiefere Kenntniß von den einzelnen israelitischen Sitten, und Gebräuchen antreffen, als wir dieses bei den griechischen, wie Herodot, Diodor 2c. vorzüfmden Gelegenheit hatten. Diese genauere Einsicht in die Verhältnisse der Israeliten hängt bei den Römern mit dem praktischen Talent und dem realen Sinn überhaupt zusammen, welcher die Römer wie zu allen Zeiten, so namentlich damals auszeichnete, als die Weltherrschaft, durch die ihnen alle Länder und Völker im untergeordneten Verhältnisse erschienen, gewissermaßen sie zwang, sich einen allgemeinen, umfassenden Einblick in die Zustände und Gebräuche der von ihnen abhängigen Volker zu verschaffen. So viel steht fest, daß die Berichte der römischen Historiker über die andern Völker der damaligen Zeit, so auch über die Israeliten ein so characteristisches Gepräge an sich tragen, daß man sie durch die scharfen Umrisse und obgleich kurzen, doch genau treffenden Schilderungen bald erkennt. Wir finden daher bei den römischen Klassikern in diesem Betracht oft blos einen Satz, einen Ausdruck, ein epithelon ornans und haben darin ein gelungenes., scharf contourictes Bild eines ganzen Volkes und die Ansicht der Römer über dieses Volk selbst mit eingeschloffen. Dieses Letztere müssen wir bei der Beurtbeilung der über die Religion der Israeliten bei den Römern herrschenden Begriffe und Beschreibungen festzuhalten suchen, um nicht die subjective Ansicht der Schriftsteller und des von ihnen repräsentirten römischen Volkes mit dem objektiven Sachverhältniß, wie es wohl in der Wirklichkeit bestehen möchte, zu verwechseln./ Hierzu kommt, daß gerade die Erwähnung von der Beschneidung nur bei solchen Schriftstellern vorkommt, die obwohl sie scharf und charakteristisch mit kurzen Strichen die Sitten der Völker markiren, doch dieses oft auf Kosten der Wahrheit thun. Es sind nämlich gerade römische Satiriker und Epigrammatiker, die von unsrem Gebrauche bei den Israeliten sprechen, und man kann sich leicht denken, daß .dieses nie ohne eine bespöttelnde und witzelnde Nebenabsicht geschieht. Um auch bei den römischen Schriftstellern bie chronologische Ordnung, wie bisher geschehen, fernerhin festzuhalten, Müssen wir gerade mit dem geistreichen lateinischen Satiriker- Horaz, beginnen. Dieser hat bekanntlich den größten Theit seiner geißelnden und die Mißbrauche aller Menschen schärf durchhechelnden Gedichte blos für feinen hohen Gönner, den großen Staatsmann feinet Zeit, Mäcenas geschrieben. Dieses geht, um statt vieler andern nur ein Beispiel anzuführen, gleich aus der ersten Zeile seiner Satycen, die mit den Worten: Qiii fit Maecenas begirint, deutlich hervor. Wir machen