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Der Orient · 1842-04-09 · 15 (9.4.1842) · p. Spalte 237-238

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
15 (9.4.1842)
Date
1842-04-09
Page
Spalte 237-238 (sequence 7)
Language
German
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237 Jüdische Alterchumskunde. Die Bescheidung bei den Israeliten, auf diesen Zweck, den Horaz bei der Abfassung seiner Satiren mitunter vor Augen hatte, seinem Schutzpatron und dem Günstlinge des Augustus eine angenehme Unterhaltung und Zerstreuung zu verschaffen, besonders aufmerksam^ DennUM diese Absicht zu erreichen, mußten witzige Bemerkungen, spöttische Ansichten und Lachen erregende Wschreihungm, sibex einzelne Individuen,wie Tigellius, Marsyas rc. so wie über ganze Völker und Staaten" in Menge aufgesucht, und im satirisch-poetischen Gewände vorgetragen werden. Dem profanen, römischen Libertin und Freigeist mußten daher die Israeliten mit ihrer abgesonder.tey, durch Speiße.und Trank von andern Menschen scharf geschiedenen Lebensweise, mit ihrer strengen Sabbatfeier, mit ihrer Beschneidung und ihren, Gebeten notwendigerweise Hinreichenden Stoff zur Verspöttung'darbieten. Es darf uns daher nicht wundern, daß Horaz, ein Schüler und Anhänger des Epikur, der das Leben nur in den üppigsten Genüssen schilderte und in der Befriedigung.der ausgesuchtesten Sinnenrausche suchte, die ascetischen, strenggläubigen und ernsten Sitten de,c Israeliten gerne aufgriff, um sie-zu eigener und seines Macens Belustigung zu persifliren. Nichts desto weniger liegt in jeder seiner spöttischen Bemerkungen über die Js.raeli.ten eine praktische Wahrheit, und eine Begründung der unter den Römern herrschenden Begriffe über diesen Volksstamm. 238' Horaz nennt die Israeliten leicht-, und aberglaubend,> und er hat bazu von sMem StgndpunAe aus volles Recht. Denn obgleich die Römer selber dem Vorwurf eines krassen AherglaMM MtgMey, so hat doch jeder Aberglaube, der einen ihm fremden Glauben mit jenem Namen brandmarkt, hierzu mit diesem gleiches Anrecht. Horaz beschuldigt die Israeliten ferner der Proselytenmacherei, der Sektirerei und der Bekehrungssucht; in wie weit der Dichter diesen Vorwurf als begründet rechtfertigen konnte, oder nicht, können wir heute zwar nicht entscheiden, baß aber gerade zu des Dichters Zeiten unter dem Kaiser Augustus besondere Spaltungen unter den Israeliten stattfanden und bie dxei Sekten der Saducäer, Essaec und Pha.risaer gerade damals in ihrer vollsten Bl.üch.e dastanden, ist bekannt; minder ausgemacht dürft es sein, ob "diese Sekten, die sich hin und wieder gegenseitig anfeindeten, auch so weit gingen , daß sie Proselyten suchten und machten und somit den Vorwurf des Horaz dem ganzen israelitischen Volke mir Recht zuzogen. :; (Fortsetzung.folgt). Liter-rische Ankündigungen. -In diesen Ankündigungen Morden.-.literarische Anzeigen aller Art^ tfo -weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen,-gegen Sgr. für me gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [&M Dringende Bitte. .Schon ein fluchtiger Blick in die beiliegende Sübscriptionsliste wird den Leser überzeugen, .von welch' hoher Wichtigkeit das Erscheinen des „A-.1 a lio y, Lesebuch für die israelitische Jugend zur Weckung und Hebung religiöser Gefühle" für die Gegenwart und Zu- - kunft d.es Judenthums Ist, wie bringend nothwendig dieses 'Buch in jedex israelitischen Familie wird, und w.el-; chen unermeßlichen Nutzen dasselbe in den Händen der gesammten israelitischen Jugend stiften muß. — Um die Erreichung dieses Zweckes möglich zu machen, wird gewiß Jeder dem die .wahrhaft.religiöse Geistesrlchtung der israelitischen Jugend am Herzen liegt, nach Kräften. ein Werk zu fordern.sich bestreben, welches die Jugend im der -Religion der Väter erkräftigen soll; und das dahev nicht zahlreich genug verbreitet werden kann. Die Hochwürdigen Herren, Rabbiner und Prediger / sowie die Herren Lehrer, Gemeinde-Vorsteher rc. werden daher .recht dringend ersucht: die beiliegenden Subscrjptionslisten durch dM Gemeindeboten oder sonst einen verlassbaren Mann den famnitr lichen Gemeinde - Mitgliedern bes betreffenden Orts zur Unterzeichnung vorlegen zu lassen, und dann die Bestellung der nächsten Buchhandlung übergeben zu wollen, welche die Exemplare i n kurzer Zeit z u dem angegebenenPreife portofrei beso rgen wird. — Diese geringe Mühe wird durch den unberechenbaren Nutzen, den die zahlreiche Verbreitung des Buches 'bewirken muß, reichlich belohnt werden, namentlich wenn Man .erwägt, daß dadurch der-höchst talentvolle Verfasser exmuthigt wird, auf der so glücklich 'begonnenen Bahn fortzuschreiten und noch manches -nützliche Werk zu liefern. Getrost können wir bie Ueberzeugen g .aus sprechen, baß ^in so wohlgefungenes Buch wie der Abt also n, bas seine Ausgabe so trefflich lös' te, d e,s g a n z e - Beifalls si ch erfreue-n w i r d, d en es-so seh r -verdient.

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