Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 15 (9.4.1842)
- Date
- 1842-04-09
- Page
- Spalte 231-232 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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231 Die neueste Ausgabe des Kusari, beurtheilt v. M. Sider. Grammatikalisches u. Lexicalisches. 232 so lange die neue Gedanken form das primum movens ist. 4. B. Hebräische arcrbi sir ende Formation. Wird nun eine hebr. Form, in einer ihrer ursprünglichen Funktionen, erst an einem Stamme gebildet, weil die Form der arabischen Sprache ebenfalls an den entsprechenden Stamm gebildet wird , so ist hier wieder durchaus nur Einfluß des Begriffes zu sehen2t). ' Hat aber die Sproßform eine dem Stamme entfremdete Bedeutung erhalten, so ist dieß auf den Einfluß der Jdeenverbindung (oben sud 3) zurückzuführen. Das Arabisirende der Formation kann demnach sich nur so weit erstrecken , als man in der Wahl synonymer Formen (wie z. B. Extens. oder Intens, zur Bezeichnung des Causat.), dem äußern Einfluß des Arabischen hingegeben, die daselbst Vorgefundene vorzog28). ch ' * ♦ Kommen wir nun auch zu einem Abschluß in Beziehung auf die Arabismen überhaupt, so zeigt 27) Dieß das Punctum saliens der Controversen,, wie bemerkt (oben Anm. 4). Spricht man nämlich dem hebr. Schriftsteller das Recht der Formation überhaupt ab; so wird dann jede von ihm gestaltete Form, je nachdem der durch sie bezeichnet Begriff ihm zunächst in einer andern Sprache bekannt geworden — als Arabism, Germanism rc. zu betrachten sein. 28) Was nun Sch eyer's „grammatische Nachbildung" betrifft, so lassen wir auch diese sich selbst ihr Urtheil sprechen, indem wir den Rest der Stelle? (oben 31 n m. 22) hierher setzen: \ „So bemerkt schon Tibbon im Anfänge seines rtbü 'D nntn: „ „Aus Substantiven haben wir, wo es nöthig war, Zeitwörter und Adjektiven (8ie!) gebildet. So aus die Verbalformen nßNft und nONHi, aus dem Substantiv das Adjektiv rrOK^D (?) (aus nsiD das Adjektiv Fem. nrälD) indem wir die Formation der arabischen Sprache nachahmteny."" Nach dieser ausdrücklichen Erklärung Libbon's, welche zugleich den nicht sehr a) häufigen Gebrauch solcher von ihm gebildeten Formen in den damals vorhandenen hebräijchen [soll wohl noch heißen rabbinischens Schrif- ,,7) Eben so werden mit Nachahmung des Arabischen a) aus Adjektiven (?) Substantive gebildet, z. B. aus p arab. das Substantiv Dip*! arab. (!) — b) aus Wörtern Substantive z. B. ü/WO (ÖD*?) (!!), arab. Uob? ntOtf? aus n&Dtfr* Cf. Anm. 11. [oben in der Anm. 26]; — c) aus Par titeln Substantive z.B. aus *j\s? (^) arab. ,-TWO qualitas."— S. unten bei der sperren en Formenlehre, die entsprechenden Rubriken, wo wo auch das in Scheyers Text über NblQ Gesagte berichtigt werden wird... „8) Es existirten allerdings schon solche Formen im RabbiNischen (!) z. B. ri'VNI,' flpN, rc." Aber gehört denn binnfc in Scheyers Texte nicht ebenfalls in die Kategorie von und ist eine stärkere Umbildung als unb ppn? l Wir kommen auf alles Einzelne in der speciellen Formenlehre zurück. sich hier, im Gegensatz zu den Aramaismen, a) von der rein phonetischen Seite der geringste ten beweiset, kann der Einfluß des Arabischen aus die Entstehung von dergleichen Wörtern nicht geleugnet werden. Hierher gehören auch Zusammensetzungen (!) wie riD, flirte), die nach dem Arabischen inND unb' nv-jxß (ersteres aus ko und letzteres aus nd unb;n (!) zusammengesetzt) det sind. Cf. Tibbon J. c. Art. und Schmölders Oocuni. Pbil. Arab. S. 133. — Der Gebrauch neuer (?)Conjugationsformen hingegen wie z. B. p^ ist n icht hierher zu rechnen, da dieser nicht dem Einfluß des Arabischen zuzuschreiben, sondern eine Licenz ist, welche schon früher dieRabbinen sich erlaubten, z. B. WinD (! I) fcraD (?)".—~ Wir glauben über Scheyers grammatische .und logische Nachbildung nichts mehr hinzufügen zu dürfen. — Nur Ein Punkt muß noch beleuchtet und für die specielle Formenlehre hier vorausgenommen werden. . . - Sch. restringirt seine „grammatische" Nachbildung des Arabischen nur auf die Bildung (derivatio) von Redetheilen aus einander mit Ausschluß des Gebrauchs neuer Conjugationsformen, die nach Stier und Geiger (Zeitschr. M, 257) richtiger (Verbal-) Derivationen heißen. — Unsre Ansicht ist aus dem Texte zu entnehmen. Daß aber auch „Tibbon" und zwar selbst in dem abgekürzten Citat bei Scheyer gegen diesen zeugt, kann nicht übergangen werden, und wir finden uns gemüßigt, dieses und noch einige andere anzuführen. Zuerst heißt es daselbst: uruNi -nb nti'.i ddd ujie6d niNSDj nte pom 'oi ddndd vcns ’D1? D’iNin 1« dvpjd udo pja mu rten p ruD’tsr d-»nnj?n ihn D’Dtpni DJ D’Dtt'DJ 'Dl WJJ pi D’J'JD HON D)pDD OJI^D unjNi du’Jd nno iNsnrty in ’D-iyn jmb kin r6DDIJJIE^D D'IN3DJ DJW nnblT!D'J'JD DHD IJ’JD 1JHJN) TD Dl Dp ^2.1! bpn HJDD IJJl^.D NLQJNiD pnjJ .‘pj/DJ 1JDD U’JD Man könnte im ersten Augenblick hier den Beisatz DOK/DJ 'im DJl vermissen — obwohl er gar nicht norhwendig ist. — Zur größeren Sicherheit vergleiche man aber 8. v. pny (nach der zu Ende der Anm. 26 gegebenen Verbesserung) — s. v. IjP [Auch dieser Art. ist sehr verstümmelt, und selbst bei Geiger (Zeitschr.HI, 430) noch nicht ganz corrigirt; so z. B. stehen die Worte 'Di ID^I" doppelt]. — I. T. bemerkt, daß diese Wurzel sich „auch im Arabischen, nur mit Verwechselung des j für ' „nhn niWDl"*) finde, aber nur I rwy TU während eine abgeleitete Conjugation „'123 NW ausschließend „Böses verhängen" bedeute, wie dieser Gegensatz der Bedeutungen sich am Piel und Poel (Hiflil) von vrw vorsinde (vgl. über diese Delitzsch LB. 1840. Nr. 14. Col. 213); so daß die Araber das göttliche Verhängniß des Guten des *) Das heißt nicht, wie man glauben möchte, mit Punktirung des also öt denn dieses nennt er N [8. v. n^TWo er vergleicht (s. Hai B. Joctan ed. Beck p. 5). Die gewiß verstümmelte Stelle p-)j macht es zweifelhaft, ob hier p£>n zu suppliren ist/ wie früher plbn pN4).] — Interessant ist es, daß I. T. das emphatische & mit dem hebr. 1 ohne Dagesch .lene, aber mit parallelisirt.