Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 15 (9.4.1842)
- Date
- 1842-04-09
- Page
- Spalte 227-228 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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227 Die neueste Ausgabe des Kusari, beurtheiltv.M.'Sider. Grammatikalisches u.Lexicalisches. 228 /.' Z. Ar-äbi ssirrnd^ Jd^env erbiiEun^.-' Umfangsreichec als die Aufnahme fremder W u rzeln, und der ausgedehnteste Gebrauch der Zo rm ation — wo die phonetische Erweiterung die ideale begleitet — ist die rein ideale Erweiterung der Sprache durch Id eenassvriL'tion/ Diese bestcht. darin, daß. mit einem W o rlb'e S i a mÄ'b, ohne irgend eine' phonetische Modisication, een neuer Begriff verbunden wird, wodurch dann auch der Wurzelbegriff eine größere oder geringere Modiffcation erleidet. Denn dieser ist nichts Anders als die ideale Abstraktion aus allen Stamm- und Sproßbedeutungen, wie die Wurzel Ae phonetische aus allen Stamm- und Sproß f o r m e n '^). — Der Wortbegriff ist aber zuerst ein concreter. Je mehr concrete Begriffe durch die äußere, sinnliche Association an das Wort geknüpft werden, desto mehr erblaßt der Wurzelbegriff zur Abstraktion, indem die Erweiterung des Umfangs den Inhalt verringert. Die eigentliche Missenschaft knüpft aber vorzüglich, an die sinnliche und concrete Bedeutung eine geistige und abstrakte, und erhebt zugleich 'Wort- und Wurzelbegriff zur Abstraction. Ihre Jdeenverbindung ist daher eigentlich gar keine Association, und darum weniger äußerlich, weniger cm die Besonderheit einer Sprache (Nationalität) als des Systems geknüpft. Ein sich selbstständig entwickelndes System, wie z. B. das Aristo telische, -erhebt sich zunächst aus der populären Anschauungsweise eines Volkes und bringt darum noch manche Association aus der Sprache desselben mit in seinen Ausdruck. Bei der Verpflanzung des Systems auf den Boden einer fremden Sprache wird aber die Totalität der Jdeenverbindung mit herübergenommen, und in der Auswahl der eigenen populären Ausdrücke, Phrasen rc. ausgeprägt. Freilich wird bei dem -eigenen Aortfchritt, selbst innerhalb des Systems, auch die herrschende .Jdeenverbindung der eigenen Sprache ihre Anwendung finden. Findet nun vollends die Uebertragung aus der 2. -in eine 3. Sprache statt, so wird die ursprüngliche Jdeenverbindung immer mehr verdunkelt, und zwar dies-desto mehr, je w e n iger verwandt die Sprachen 'sind (weil verwandte Sprachen auch mehr Associationen gemeinschaftlich haben), j e veritv.ittelter der Uebergang, j e g r ö ß e r die Entfernung vom-ursprünglichen System. Daher -werden Ae riceronianischen dem'G riech isch'e n, wie Ae dem rnrssp rü n gl Ich Arabischen entnommenen h e brai sche n Jdeenverbindungen buVd)ftd)tigec fein, als die dem G riechisch en entnommenen arabischen, die secundar entlehnten chebraisschen, und die letzteren beiden —• secundar oder tertiär — entlehnten sch o l a ffi s ch - l a t ei n ifch en 23) S. oben A nm. 3. 8. 23 b) S. Sch mölders Docum. p. 9 ff. Doch iG.M'e bemerkt, die'Jdeenverbindung der Wissenschaft, als eine mehr begriffsmäßige, selbst in dieser vielfachen Trübung immer noch leichter zu erkennen. Jedenfalls muß aber die Rückkehr zum Ursprung ein helleres Licht verbreiten, und ist daher eine gründliche .des wissen sch aftlichen HebraismÄ 8 '-vH e-t gier chÄ-tt g feiner Quellen nicht denkbar. Eine lexicalische Verknüpfung, die an sich zufällig d. h. ohne allen inhaltlichen Zusammenhang wäre, von der dürfte nur das gelten, was Juda Ha-Levi (Kusari V. §. 20 f. 41) von der zufälligen Rede sagt: imn MW«? n;n.,pyWDn im Nin npon! 24). Freilich ist den Gelehrten bisher die Auffindung der wahren Jdeenverbindung nicht überall gelungen, und man hat bald zu wenig, bald zu viel gewußt.25) Ob nun die Ausbildner des wissenschaftlichen Idioms nach fremder Jdeenverbindung sich auch in jedem Einzelfalle einer solchen bewußt waren, oder nur mechanisch von außen bestimmen ließen? — Wenn diese Märwer nur einen Begriff von der nachgebildeten, oder von Sprache überhaupt hatten, so mußten sie stets an eine Jdeenverbindung -denken, mochte auch diese nicht Immer die speciell richtige sein'^). 24) Der neuern Sprachphilosophie ist es, Gott sei Dank, endlich gelungen, die Sprache, das treueste Abbild des Geistes von dem Marionettendrath einer „allgemeinen Uebereinkunst, (nEDDn)" und „Künstlichkeit" d. h. von der Kategorie des Zufalls und der WillEühr zu befreien. Vgl. die interessante Zusammenstellung vor Ansichten über Sprache (bei der aber die jüdischen Schriften z. B. Kusari, vermißt, werden) in S t e r n 's Vorlauf. Grundleg. zu ein.. Sprachphift Wert. 1835. §. 1). — Wundern muß man sich aber in einem Werke, wie Fürst's Lehrg. (Z. 92) zu lesen: „die meisten Wurzeln sind entweder 'Nachahmungen des Schalles (vgl. Praef. ad Concord.!), der Naturanschauung oder Ausdrücke des bildenden Menschengeistes, daher (!) zufällig und willkührlich! s. Chr. G. T s ch i r s ch 11 i t1 Naturkunde der Sprachlaute etc. Bresl. 1841. S. VII f. 25) Vgl. G essen ins Lex. Vorr. Randfeite 44. 26) Dennoch scheint Hr. -Scheper mindestens unfern S am.uel I b n Ti b b o n, seinen ssonstigen Gewährsmann fss. oben Anm. 4.) für einen solchen „bücherschleppenden Esel" erklären, zu wollen .... doch lassen wir ihn selber sprechen, damit uns nicht der Vorwurf der Unterschiebung (s. das.) zurückgegeben werde. Es handelt sich um die Nachbildung, welche Hr. Scheper eine logische nennt (oben Anm. 22.):. „8) Die zweite Klasse der arabisirten Wörter besteht darin, daß in Folge der Verpflanzung arabisch - philosophischer Begriffe auf 'den -Boden der Hebräischen Sprache den hebräischen Wörtern Bedeutungen gegeben wurden, welche man ssrüher durchaus nicht wit jenen Wörtern Gezeichnete. Diese neuen Bedeutungen lassen sich vst gar nicht oder doch nur auf eine gezwungene Wei- 9) So z. B. iinE) ens rationale nach dem Arabischen welches ioquens unb ratione praedltu« bezeichnet; woraus Q^IÜNO Ovp arab. 'NpVIO VW nationale Linien.