Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 14 (2.4.1842)
- Date
- 1842-04-02
- Page
- Spalte 211-212 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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211 Die neueste Ausgabe des Kusari, beurtheiltv.M.Sider. Grammatikalisches u. Lexicalisches. 312 barem Berkehr mit einem aramäisch redenden Volke, und daher leichter Puristen, hatten demnach eine beschranktere Veranlassung zu dem — von letzterer abhängigen — Gebrauch der sich leicht als aramaisch'oder cabbinisch manifestirenden Formen, nämlich: A*) äussere (literarisch-hist. Einfluß), begründend a*) den ausgedehnten Gebrauch der in der Bibel vorkommenden, besonders der oben als gleichgestellt bezeichneten, worüber natürlich die resp. Sprachanschauung und specielle Exegese entschied^) —- ]>*) die Beibehaltung aram. Formen bei Worten, die in frühem Schriften überhaupt (auch den rabbinischen) in dieser Form ausschließlich oder gewöhnlich sind (vgl. oben bei den Wurzeln). — B*) Innere Ursache (identischer Einfluß) d. h. Bedürfniß, u. zwar: a*) wenn die Erweiterung der Begriffsform auch eine größere Mannigfaltigkeit der Wortform erheischte — ß*) wenn eine aram. oder rabb. Form als deutlicher, oder dem Begriff entsprechender erachtet ward. In beiden letztgenannten Fällen («*, ß*) konnte man auch nur dann über die — in der letzten Rubrik I — gesetzten Schranken hinausgehen, wenn das innerhalb derselben Dargebotene nicht mehr ausreichte, was aber bei dem erwähnten größern Reichthum des Hebr. nur äußerst selten der Fall sein konnte. Diese kurze Uebersi'cht der aramäischen Formen beschließe, als Beispiel eines Rabbinism, eine Anmerkung über die häufig vorkommende Form Nitael und ihre Bedeutung 16). * * * Das Facit in Beziehung auf Aramais men überhaupt ist aber folgendes: Der lexicalische Einfluß 15) Dieser Umstand ist manchmal übersehen worden, vgl. noch unten Anm. 32. 16) Vergl. oben Nr. 48, Anm. 9. Das hebr. bp ist die einzige Verbalform, deren vo ca lisch gebildetes Passivum .(mit Ausnahme des parverloren ging (?) und dem wich, das freilich.selbst einen Ansatz zu einem (arab.) vocal. Passiv macht (Ges. S.239.), obwohl das j nach Ges. (cu a. O.) schon an sich eine paff. Bedeutung haben soll. — Das Chaldäische zeigt-hingegen nur im part. pass, aller activen Verbalformen die einzige Spür eines vocal.. Pass. (Ges. a. a. O. Fürst § 139. Luzzatto, Proleg. p. ,132. Winer §. 11, 5. S. 33); und zwar soll dies nach Ges. (S. 281. f.) älter als die Vorsetzung von nN sein. Dieses nN tritt an alle activen Formen. — Fürst (§. 20. 105. 148.) vergleicht avx, W (§♦ 107. vgl. ni §+ 51, und die selbstständ. Partikel nN ovaia §. 73), legt ihm daher eine ursprünglich reflexive Bedeutung unter — wie Ges. (S. 247) dem hebr. m — und führt es neben der Vokalarmuth in der grammat. Bildung überhaupt, als Beweis für das höhere Alter des Aramäischen an (§. 20). — Geiger in seiner Recens. des Fürst'schen Lehrg. (Zeitschr. III, S. 255 ff.) hält die aram. Bezeichnung eher für „eine bei der Trübung der richtigen im Hebr. sich vorsindenden Modalitätsanschauung (?) entstandene Vermischung . . . als überwiegt den re in grammatischen, ist aber im Einzelnen schwer zu bestimmen, und weniger aus dem Beeine ältere Einheit, die sich erst später getrennt hätte (das. . S. 267). — Winer (S. 32, Anm.) vindicirt der aram. consonant. Bildung eine ursprünglich passive Bedeutung „denn für letztere eine besondere Form auszuprägen war ein weit dringenderes, ja unabwendbares Bedürfniß in der Sprache". — Nach Luzzatto (Proleg. p. 132. Note 2) gestaltet sich die Entwicklung des Hebräischen aus dem Aramäischen (oder Uraramaism, s. §. 94) folgendermaßen: Paal, Piel, Hifil entstanden aus Peal, Pa öl, Af'el. Aus dem partic. pass, der letzten beiden, entwickelten sich Pual und Hofal. Aus den reciprocis und ward (woraus, dann im praeteritum ^JJEO) und ' Denn (Fürst §. 151) — für welchen im bi bl. Chaldaisni immer der Hebraismus b])£?\ (Winer S. 41, 6.) im Onkelos m eistens bypfttt (Geiger a. a. O. S. 266) — übergeht hier Luzzatto,' weil er diese Form, als nur bei Import'. vorkommend, auf die- Grundform zurücksiihrt und das syrische z dieser Form als epenthet. erklärt (Proleg. p.117. Letzteres als dial. Verschiedenheit im Philoxenus p. 99., wogegen Geiger S. 267 Anm.), während doch die Mi sch na noch das entsprechende Nittaf'al hat (Geiger id. vgl. r^oinv pronriseue mit »rptt Ez Chajim 191, 10 S. 271.). Als vollständiger Ittaf'al ist vielleicht auch die arab. Conj. VIII aufzufassen, so wie der ^On^.-siN)! (X) aus der Extensiv - Form by'W, wofür> manche innere Gründe und die Analogie der andern Conjugg. spricht, was aber hier nicht ausgeführt werden soll. — Auch ein Ansatz zu einer vocalischen Bildung aus Jtpael (Poel) nämlich eine Form Itpoal (Winer §. 25, 2) findet sich wieder im Hotpaal. — So sehen wir im Ganzen die allmähligen Uebergänge aus den activ. 3. Hauptconj. (Grunds. Intensivs. Extensivf.) zu vocalischen und zu consonantisch en, aus letzteren aber wieder zu neuen vocalischen (consonant.-vocalischen) Verbalformen, bis diese alle endlich im Arabischen ihre höchstmögliche Ausbildung erreichen. (Hierüber so wie über die Bedeutung der hiehergehörigen Bildungsconsonannten ) und n j. Ewald, gram. ai\ §, 178 ff. p. 103, Nr. 1. §. 185—8.). Dabei ist nur zu bemerken/ daß die späteren arab. Schriftsteller nur selten die blos vocal. Bildung selbst für das reine passivum gebrauchen. Im altern Himjaritischen der Inschristen re. so wie in den gegenwärtigen Resten des Himjar. oder Ehkili findet sich häufiger das vocal. passivum (Gesenius in der Hall. A. L. Z. Julius 1841. Col. 373—4.398). — Neben der Fortentwicklung erscheint aber auch eine Rückwirkung. Schon im ältesten Chaldaismus findet sich der Hebraismus;^E)nn (Fürst §.149. Luzzatto §. 96. Winer §.12, 1. 5. S.'39. vgl. oben Anm. 7. und $ in der arab. Eonj. IV. Ewald §.177').— Nach Gesenius (S. 249) „bilden im Rabbinischen mehre Verba eine Passivform von Hitpael die sich zu diesem (!) verhält wie Niphal zu Kal, und wobei J als Passivcharakter vorgesetzt ist", und von welcher sich auch einige Spuren im hebr. Texte finden. Daher *) Umgekehrt in der Bibel -finnN (2 Ehr. 20, 35) nach Gesenius (S. 246) überhaupt nN für nrj. Das angeführte Exempel scheint aber ganz aramäisch vgl. Ges. im Lex. 8. V.