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Der Orient · 1842-03-26 · 13 (26.3.1842) · p. Spalte 197-198

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
13 (26.3.1842)
Date
1842-03-26
Page
Spalte 197-198 (sequence 3)
Language
German
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197 198 Unsterblichkeit der Seele bei den nun die Speise erst durch Assimilation Nahrung wird: so das fremde Element Eigenthum einer Sprache. Assimilation ist nun nichts Anderes als Veränderung der Form. In der Form besteht aber das charakteristische Merkmal auch, oder vorzüglich, der verwandten Sprachen. Wie soll also die Sprache eine fremde Form aufnehmen, d. h. unverändert Lassen und doch assimiliren? Dieser Widerspruch löst sich eben nur bei verwandten Sprachen, deren Urtypus derselbe ist, und einen gegenseitigen Austausch unveränderter Form zuläßt ohne den Organism der einzelnen zu verletzen. Je ähnlicher die entsprechenden Formen, desto leichter die Herübernahme, aber auch desto schwerer hinterdrein zu beurtheilen, was ursprüngliches Eigenthum! der einzelnen Sprache, was gemeinschaftliches Erbtheil aus der ihnen zu Grunde liegenden Ursprache; gerade wie oben bei den Wurzeln. Als Formen verschiede-! ner verwandter Sprachen sind aber diejenigen vorzüglich erkennbar, die sich bei einer gemeinschaftlichen Wurzel und Funktion (s. unten II, 4. 5.) als verschieden vorsinden. (Fortsetzung folgt.) Ueber die Vorstellungen der alten Hebräer von -er Unsterblichkeit der menschlichen Seele Von Isidor Kaernpft (Fortsetzung.) Viele ihrer Interpreten jedoch l), wohl einsehend, daß es dem klaren Sinn der Schrift offenbar widersprechen heiße, den alten Hebräern allen Glauben an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele gänzlich abzusprechen, sich aber nicht entschließen könnend oder wollend, diesen den fraglichen Glauben in seiner möglichsten Ausdehnung zuzuerkennen, suchen die beiden Extreme dadurch zu vermitteln, daß sie die von den alten Hebräern erkannte Unsterblichkeit nicht als ein seliges Leben in den himmlischen Regionen, sondern als eine traurige Schein-Existenz in einer finstern Un- 1) Da unter den vielen Gelehrten, die unsre Frage behandelt haben, nur wenige (wie Jerusalem in seinen Betrachtungen über die vornehmsten Wahrheiten der Religion, 2. Lh. 4. S. 288 ff. — Ammon, bibl. Lheol. 3. LH. S. 218 ff. u. noch einige) sie bejahen, so überheben wir uns der Mühe, die verneinenden Geister erst mit Namen zu nennen, was uns nur zu weit, aber zu keinem Zwecke führen würde. •— alten Hebräern von I. Kämpf. terwelt gelten lassen. Zum Beweis für die Nichtigkeit dieser Behauptung berufen sie sich auf zahlreiche SchnftsteUen, wo (wie sie sagen) eines unterirdischen Ortes, Sclieöl2 3) genannt, in der Art Erwähnung geschehe, die nur zu deutlich zeige, daß der hier erwähnte Ort den alten Hebräern eben dasselbe galt, was den Griechen der raQxaQog.— Aber dem ist nicht also.- seiner Etymologie nach identisch mit byw, und bedeutet zunächst: Höhle, Grab^). In dieser Bedeutung ist es auch Ln den meisten der fraglichen Stellen zu nehmen, wo an einen dem Tartarus der 2) Herr Scheid beschreibt in seiner Abhandl. über das Lied des'Königs Hi skia (Ies. 38, 10 ac.) den Scheül in einer Weise, daß man in Versuchung gerathen könnte zu glauben, die Beschreibung' sei aus eigner Anschauung geflossen. Nach ihm ist der Schein ein weit umfassendes Gebiet, das sich bis an die äußersten Meeresenden ausdehnt und in die tiefsten Liefen erstreckt, — das die ganze Erde mit seiner unermeßlichen Geräumigkeit in ihrer ganzen Ausdehnung umfaßt, so daß auf seine fernsten Grenzen und Einfassungen die Berge gegründet sind, und alle Meere sich darauf als auf die festeste Grundlage stützen. Es ist voll Bergzüge, die von schrecklicher Finsterniß bedeckt sind, — ist voll von den tiefsten, unabsehbaren und schlammigen Schlünden, und in seinen mannigfachen Sitzen leben die Guten, wie die Bösen (nachdem sie die Sterblichkeit abgestreist), jedoch durch klimatisch verschiedene Raume von einander getrennt, und treiben da als in einem gemeinschaftlichen Wohnhause oder Staat ihr Wesen. Doch lassen wir Herrn Scheid selbst sprechen: „Awplissima regio, ad Ultimos niaris terminos, infra horizontem, quem vucanms, altissime depressa, terranv oinnem immensa sua capacitate ab imis partib-us comprehendens, cuius extremis onVac velut laquearibus impositi montes ac maria onvnia ceu firinissimo fundamento et basi suae innitantur; tractus caeteroquin horrida obsiti caligine; gurgites profundissimi, immanes, kitosi, in quibus tarnen diversis quique sedibus ac discreti veluti plagis, boni iuxta ac mali, post exutam nrortalitatem, vefsentur, ac tanquam in comniuni domo aut civitate agant.“ — Diss. ad Cantic. Hiskiae, p. 20. Lugd. Bat. 1769. 8. — Man vergleiche u. XXIII, 69 etc. 3) Ganz grundlos ist die Meinung, daß von „v erlange n^ abzuleiten fei, und daher Lodtenreich bedeute, weil dieses einmal (Prov.30, 15.) unter dem Namen her!^ vorkomme. Denn in der angeführten Stelle heißt es bloß: „Zwei Löchter hat Al-uka (Blutige!), Hab-Hab ist ihr NameWo ist hier nun von einem Lodtenreich die Rede? Der Irrthum, unter an an das Lodtenreich zu verstehen, scheint uns aus folgender Stelle im Plutarch hervorgegangen zu sein: %al nag AiyvTcxlocg ulltt xs %olla xcov ovoiMchcav loyoi eiai, %al xov vno- %&6vlov xonov, dg ov oiovxca x<xg af)vxag [.isrci rrjv x£?.£VxrlvynedovGi, arjiicdvovxog xov ovo^/Cixog xov ^a^ßocvovxcc 'ftcn Sißovxcz* „Außer den Erzählungen von vielen andern Namen bei den Egyptern, nennen sie auch den unterirdischen Ort, wohin nach ihrer Ansicht die Seelen nach dem Lode gehen, Amenthes, welcher Name den Nehmenden und Gebenden bezeichnet^.— Dlutarch. De Isid, et Osir. Cap. 29. — Allein daß an 13*

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