Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 13 (26.3.1842)
- Date
- 1842-03-26
- Page
- Spalte 195-196 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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195 Die neueste Ausgabe des Kusari, beurtheiltv.M.Sider. Grammatikalisches».Lexicalisches. 196 halten müsse, wollen wir hier nur an Einem — überhaupt instruttiven — Beispiele andeuten ^O); wodurch zugleich Brechers Register zum Kusari und das Onomasticon des Ez Chajim (s. v. omp'DX) vervollständigt und berichtigt wird ^). In Kusari (V. tz. 20 sosi 40, 1). eck. Br.) heißt es O'Oilp'Ox.1 by ncnx fea * . > m^Dx-.njn >xi ibw\ nxinn byrs D'xipj lnyoi * . . ^rn. — Auch V. §. 8 findet sich 'Jrn 'x, so daß ich glaube, nur mit diesem Nom. geilt. bezeichne 'x im Kusari Epi- „Die dialektische Satzfügung ist die der neuhebr. Scholastik überhaupt- ...... übrigens verschmäht Ahron auch nicht die Wendungen und Phrasen, welche der N e uh eb r a i smus [aber welcher? darauf kommt es ja eben an!^ aus dem Idiom der hermeneutisch-juristischen Dialektik der Tal müde herübergenommen Hatte, sei es, daß er diese selbst studirt hat, was allerdings auch von Karäern geschah *), oder daß er jene Bestandtheile in der traditionell angelernten Sprache als Renüniscenzen einer Zeit, wo die große Fraktion zwischen Karäern und Rabbaniten noch nicht zum Ausbruch gekommen war, bereits vorfand, ohne der Quelle, daraus sie geflossen, sich bewußt zu sein." — Ich bemerke hier wieder mit Bedauern, daß mein gelehrter Freund seine wissenschaftlichen Ansichten, aber keineswegs „ohne der Quellen, daraus sie geflossen, sich bewußt zu sein", .stets nach jenen christlichen Wünschen modelt, die seiner Auffassung der jüd. Poesie zu Grunde liegen (s. LB. 1841. Nr. 1,7. Col. 242) und deren augenblickliches Zurücktreten auf dem Gebiete der Philosophie (z. B. ib. Nr. 14.) mich freilich (ib. Nr. 17. Col. 243) zu einem voreiligen aber unbefangenen» pium desiderium verlockte. Die Deutung dieses orakelhaft klingenden Ausspruchs empfehlen wir unserm my so logischen Recensenten (oben Nr. 48), indem w t r erst. Delitzsch's (Ez. CH. 341) in. Aussicht gestellte Monographie abwarten, um die Combination des denkenden Lesers durch merkwürdige Belege zu bestätigen. — Unserm gelehrten Freunde wollen wir noch den Liebesdienst erweisen, und ihm bemerken, daß 196, 13 fast wörtlich nach dem Evangelium Mark. 12, 27. Luc. 20, 37. Matrh. 22, 32. ist! — 12) Ein anderes oben Nr. 48, Col. 743. Anm. 7. ist ganz verkehrt herausgekommen, und wir haben schon längst die Red. ersucht,, zu bemerken: daß wir später bei dem Terminus PDD das Richtige ausführlicher angeben werden. 13) Brecher trennt Dilip'SX (schlechtweg) und n'Dnp^SX. *) Ob Ahron den Talmud studirte, bleibe dahingestellt. Seine ausdrücklichen Citate oder die sonstige Benutzung von Talmud und Midrasch oft mit m u h a m m e d a n i s ch e r Färbung, werden in den oberwähnten Parallelen ihre Erledigung finden, und manche Bemerkung des Herausgebers berichtigen. So z. B. ,,-py der Körper [49, 15. 202, 7] aus Ibn Tlbbon's Q'Q>1 Up' S. 92." (Einl. S. X. Anm. 18). Die ganze Stelle ist auffallend ähnlich. Es ist aber noch zu bemerken, daß es dort heißt: -py nt pia -rnip uni by bwo. Man sehe nun ^Moreh IN, 22, wo offenbar von Talmud Nedarim 32 d. die Rede ist (s. S. 143 vd. Scheyer). — An andern Orten hält der Herausgeber für originell, was offenbar Talmud und Midrasch angehört, so z. B. 157, 13. vgl. Gen. Nabba C. 21. rc. cu r selbst, während sonst ONlpDX auch im Singul. sowohl jenen, als auch Epicuräer, im engern oder weitern Sinne, bezeichne (z. B. IV. §. 13. foL 156) J4). — Woher nun der Term 1 'by2 für die epicuraische , Schule Natürlich denkt man zuerst an einen entsprechenden Ausdruck des arabischen Originals, welches aber nicht vorliegt. Allein Alfarabi's HjJJ! äü>^i entspricht eben so genau dem hebr. als dem griechischen 'Hdovinol (f. d. angef. Onomast.). Aber der Ausdruck ,1X1.1 findet sich schon im Talmud (Sota 47. I).)/ und zwar in einem Zusammenhänge, der die specielle Bedeutung Epicuraer zuläßt, obwohl die Commentare nicht daran denken. Und warum sollten nicht schon die Tatmudisten — denen doch der Name Ep. so geläufig war, daß er eine gar weite Bedeutung erhielt — auch das Appellativum mit einem entsprechenden hebräischen Term ausgedrückt, haben, wie spater die Araber einen arabischen dafür gebrauchten! — Die angeführte Talmudstelle erhielt dadurch eine höhere historische Bedeutsamkeit, die uns aber hier nicht weiter interessirt. Bei uns handelt es sich nur darum: ob der Uebersetzer des arab. Kusari auf den talmud. Ausdruck reflektirte, oder blos treu und mit einem gewissen sprachlichen Instinkt übersetzte; worüber Jeder nach eigener Einsicht entscheiden mag. 2. Aramäische Wertformen. Indem wir hier.noch unter Form sowohl Ableitung (dematio) als Beugung (tiexlo) zusammenfassen , die Syntax aber aus dem gegenwärtigen Abschnitt unsers ersten Artikels gänzlich hinausgewiesen haben; können wir diese Rubrik, im Gegensatz zur ersten, auch durch „grammatisch-etymolog. Aramaismus" bezeichnen. Denn es handelt sich hier darum, inwiefern aramäische Formen als solche an sich in den Hebraismus eindrangen. Wenn wir aber oben (Text zu Anm. 3) bemerkten, daß eine Sprache nur dann um eine Wurzel reicher wird, wenn sie diese aus dem Fremdwort abstrahirt, und mit ihr eigenen Formen bekleidet: so werden wir hier sagen müssen: Eine Sprache hat nur dann eine fremde Form ausgenommen, wenn sie diese dem ' Fremdworte abzieht und auf die ihr e i g e n e n W u rzeln überträgt. Vergleichen wir nun die Leiden Fälle. Großtentheils kann eine Form nicht anders abgezogen werden, als indem zugleich der Rest des Wortes als Wurzel betrachtet wird; das Umgekehrte laßt gar keine Ausnahme zu. Der eigentliche Akt der Emancipation ist aber die neue Anwendung. So wie 14) Wir kommen zu S. 31, Anm. 4 der vorliegenden Ausg. (vgl. Frankel Vorstud. S. 102 Anm. d) darauf zurück.