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Der Orient · 1842-03-19 · Heft 12 (19.3.1842) · p. Seite 92

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 12 (19.3.1842)
Date
1842-03-19
Page
Seite 92 (sequence 7)
Language
German
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92 schon im Jahre 1841 wohlthätige Früchte zu tragen angefangen. Vielleicht war es aber gerade die in Nr. 27 der N. L. Bl. von 1841 enthaltene Mittheilung über die gewonnenen Resultate, welche den Geist der Opposition bei den Zünften wach rief. Der Widerstand, den einzelne wohlmeinende Meister wegen der Annahme jüdischer Lehrlinge fanden, bewog aber auch einen Ungenannten, in Nr. 41 des vorigen Jahrgangs der N. L. Blätter die Gründung eines Vereins zur Beförderung der Handwerke unter den israelüsschen Jugend Lübecks nach dem Muster der an andern Orten (Frankfurt a. M. u. si w.) bestehenden vorzuschlagen. Diese Aufforderung scheint bei vielen Gebildeten Lübecks, Senatoren, Kaufleuten u. s. w. Anklang gefundenaber auch bei den Zünften etnen verstärkten Widerwillen erregt zu haben. Als Organ für die zähe Judenfurcht trat nun Herr Dr. Ave Lallemant, Advokat und Schriftsteller, in einem durch mehrere Nummern des letzten Vierteljahres der N. L. Blatter von 1841 laufenden Artikel auf. Der polternde Ingrimm des Verfassers tritt schon im sprachlichen Ausdrucke hervor. Uebei: den Inhalt wollen wir, um dem persönlichen Charakter des uns unbekannten Autors nicht zu nahe zu treten, nur so viel sagen, daß es durchaus verbrauchte, abgenutzte, verrostete Waffen sind, mit denen hier gekämpft wird. Sei es nun ein beschränkter Standpunkt oder ein Religionsvorurtheil — wir wollen gern nicht an schlechtere Motive denken, — die Herrn Dr. 2Cü6 Lallemant die Feder geführt haben; jedenfalls hätte er, ehe er solche Anschuldigungen gegen eine religiöse Gemeinschaft aussprach, sich mit den neueren scheinbaren Argumenten für, mit den bessern Beweisgründen wider sein Thema versehen sollen.. Er scheint aber die Juden in Deutschland noch für dieselben gehalten zu haben, wie sie vielleicht 1818 in Lübeck der Mehrzahl nach waren; aber er sollte nun eines Besseren belehrt sein, seitdem ihm Riesser in Nr. 1, 2, 3, 5 und 6 der N. L. Bl. von 1842 so eindringlich und klar geantwortet hat. Auch wir wollen unsere Feder aus Achtung vor dem literarischen Anstande nicht in' Gift und Galle tauchen, obwohl uns gerechte Indignation über die Art und Weise des Angriffs erfüllt hat. — Wir hoffen übrigens, daß die Rechtlosigkeit des Zustandes der Juden in Lübeck kein fünfzigjähriges Jubiläum erleben, sondern daß auch ihren, noch sehr bescheidenen, Ansprüchen bei der Revision der Verfassung Genüge geschehen wird." Posen, 23. Febr. In Fraustadt sind im verflossenen Jahr durch freiwillige Armenbeittage 455 Thlr. 20 Sgr. eingekommen und unter Ortseinwohnec vertheilt worden. Durch eine von der dortigen Casino- Gesellschaft veranstaltete Ausspielung sind außerdem 33 Rlhtr. 17 Sgr. eingekommen und an Arme und Hilfsbedürftige vertheilt worden. In Lissa hat sich ein Verein zur Beköstigung solcher Kranken, die verarmt , sind und von den Aerzten unentgeldlich behandelt werden, gebildet, der aus. 91 Mitgliedern besteht und der im Laufe des verflossenen Jahres 636 Portionen gutes kräftiges Essen an 37 Kranke vertheilt hat. In Kosten sind im Laufe des verflossenen Monats aus der Armen-Kasse daselbst 23 Ortsname mit Geld und . Holz unterstützt worden. In Krotoschin hot der jüdische Kaufmann Hr. Martin Krüger bei der Verheirathung seiner Tochter 8 Thlr. an die städtische Armen-Kasse und 36 Rlhlr. zum Bau einer neuen Synagoge geschenkt, außerdem aber noch einzelnen Ortsarmen Unterstützung verabreicht. Bei einer theatralischen Vorstellung von Dilettanten daselbst sind 55 Rrhlr. zur Unterstützung armer Kinder eingekommen. In Kozmin hat der dortige Frauen-Verein im vorigen Jahre 15 arme Kinder theilS ganz, theils nach Bedürfniß bekleidet. Auch sind daselbst und in Krotoschin für arme Beamten-Witwen Kollekten gesammelt und vertheilt worden. In Pleschen besteht ein christlicher und ein jüdischer Frauenverein, letzterer zur Unterstützung armer jüdischer Mädchen bei ihrer Verheiralhung,: endlich ein Verein jüdischer Jünglinge zur Bekleidung und Beaufsichtigung armer jüdischer Knaben, die sämmtlich viel Gutes stiften. In Kurnik hat Herr Hltter Michael, jüdischer Religion, der hiesigen jüdischen Waisen- Anstalt 200 Rthlr. geschenkt. — In mehren Kreisen sind von den Gutsbesitzern Brennholz zur Vertheilung unter die Armen verabreicht und in Rogasen ist eine Collekte zum Ankauf von Brennholz gesammelt und letzteres an die Ortsnamen vertheilt worden. (Schl. Z.) Altoncr, 6. Marz (Eingesandt). Es hat hier Niemanden überrascht, von den Verteidigern des Hamburger Tempel-Gebetbuches, nämlich'von den bestellten Votumabgebern, Talmud und Schulchan Aruch gemißdeutet und verdreht zu sehen, wohl aber hat es hier in Erstaunen gesetzt, daß mit dem Decrete des Senats in gleicher Weise verfahren wurde. — Ein Artikel in Nr. 10 des Orients, überschrieben: „Israelitische Hamburger Zustande", worin diese Verdrehung des Decrets des Senats zum Parteizwecke der Neuerer sich findet, veranlaßt mich diesen Gegenstand der Wahrheit gemäß darzulegen, nur habe ich noch die Bemerkung vorauszuschicken, daß der Vo rstand der Gemeinde die Dicection des Tempels wegen der Bekanntmachung gegen den DDH angeklagt, nicht aber, wie man glauben machen wollte, die Direction den Vorstand. Der Bescheid war übrigens vorauszusehen. — In demselben wird die Direction des Tempels angewiesen, bei einer neuen Auflage des Gebetbuches den Titel „Gebetbuch der Israeliten" wegzulassen, das heißt mit anderen Worten: Der Senat erkennt dieses Gebetbuch nicht als ein Israelitisches an; woraus anders aber schloß oder entnahm der Senat die Grundlage zu diesem Entscheid. als aus der njTPD : des als Autorität anerkannten DDH, und es ist dem Vorstande auch nur aufgetragen worden, einige Ausdrücke derselben ändern zu lassen. Natürlich als überhaupt schon das Illegale des Buches hinlänglich motivirt war, so mußte es daher genug mit der nnnrc^ fctn, in welcher ebenfalls der Satz:-MN ntra nten fenrb ddn wie in der njma vorkommt und der der Kern derselben ist. Ich frage nun jeden denkenden Leser: Was hat die Tempeldirection in Wahrheit nun erlangt? Dasjenige,

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