Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 11 (12.3.1842)
- Date
- 1842-03-12
- Page
- Spalte 173-174 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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173 Philonische Literatur. Großmann über Philo. 174 und Redensarten/ wie: zurReligion übergehen, d. h. Mönch werden, eine neue Religion erfinden, d.h. eine neue Mönchsregel aufstellen, die Religion der Hospitaliten, und andere dergleichen in Gebrauch kamen. Ebenso ist qjQovrjaig hier die rabbinische Gelehrsamkeit, die genaue und gründliche Kenntniß der von den Vorfahren empfangenen Ueberlieferungen, ococpQocvvt) die strenge Enthaltsamkeit und sorgfältiges Einhalten der herkömmlichen Fasten (eyngcizsta 2, 296, 21), dvögicc die Standhaftigkeit und Beharrlichkeit, welche sich in der Verachtung der irdischen Dinge uud in der Verteidigung des mosaischen Gesetzes zeigt (2, 378, 20. 27 vergl. 18, 665 , 18), 8 iy ql lo 6vvij endlich die ununterbrochene Beschaulichkeit, die beständige Beschäftigung mit dem Göttlichen (2, 358, 10. Deuter. 6, 8. de phylacteriis) und das pünktliche Festhalten am Hergebrachten, wo weder etwas hinzugefügt, noch verändert, noch himveggenommen werden durste (2, 360, 3. 42. (Deuter. 4, 2. 12, 3. 19, 14). Eine klassische Stelle, diese Auffassung der Worte zu bestätigen, findet sich in dem Buche de mereede meietriei« 2, 267, 16 — 23., wo die einzelnen Lugenden aufgezäl'lt werden, die in den Gattungen der Cardinaltugenden inbegriffen sind. Auch 2 , 587, 2 f. heißt svceßelv „Gelübde thun, Weihgeschenke darbringen, opfern, Feste begehen" und in demselben Sinne nennt Josephus contra Ajj. 1, 12 eine v.cczd zovg vöjxovg na q ads 8 o (isvrjv evöeßeiav, und Antiq. 20, 8, 10. erwähnt er eine Menge zcov 7tavza%6&£v Big zrjv TtoXiv eiti zrjv sv a s ß 8 tczv gv$q\- svzcov. Doch genug! die Worte sI'qtjzcu 7tQ oz sq o v beziehen sich, was evazßsicc anlangt, auf 2, 145, 15, vorzüglich aber auf das, was 2, 231, 1 — 2, 264, 27 über den äußern Gottesdienst gesagt wird, rpQovijoig auf das Buch de monarchia (2, 216, 34 s. vergl. 2, 282, 1 f.), GcoqjQocvvrj auf die Stelle über die Fasten (2,296, 21) und wie sich dieß noch weiter verfolgen laßt. Von eigenen Büchern jedoch über diese Lugenden findet sich auch nicht die leiseste Spur. Was unter den vTtö&szMd des Eusebius (2, 626, 35) zu verstehen sei, ist oben angegeben worden. — Das Buch tceq l eq^crjve lag ovoLzdz (ov, obschon es von Hieronymus (in dessen Werken nach der Ausgabe des Vallesius Bd. 3. S. 731—743) aufbehalten ist, ist nichts desto weniger der eigenen Aufschrift desselben zufolge, von Philo nicht verfaßt, sondern nur aus dessen Werken zusammengestellt. Eine Schrift de regibus wird von Clemens Alexaudrinus Strom. 337, b. unter dem Namen Philo's genannt, allein da es zweifelhaft ist, ob Philo nach Beendigung seiner Commentarien über den Pentateuch noch lange gelebt habe, so ist dies eine sehr unsichere Angabe. — liegt zqlcov agszcov, welche Aufschrift sich in alten Verzeichnissen vorsindet, ist nichts als eine verschiedene Bezeichnung der Bücher de jusiltia, de humanjfcate und de fortitudiue zusammen genommen, siehe Mangey zu 2, 371, 2. — Das Buch tzeqI zcov zqlcov Swctpetov ist entweder dasselbe, welches eben genannt ist, oder ist es ein anderes, so hat es jedenfalls zu Genes. 1, 26 über die drei höheren Mächte, über die Schöpfermacht, d'ie königliche Macht und das göttliche Wort (430, 42. 431, 37. 496, 21. 30. Arm. 2, 613. 615) gehandelt, welche Vermuthung viel für sich hat. — c0 tceqI zrjg stg zd Igcc %cil evavz icc zoiifjgifi ohne Zweifel eine Erklärung zu Genes. 15, 10 vergl. 319, 43. Genes. 5, 7 nach philonischer Methode, die er mit Heraklit (503, 1) gemein hat (180, 29. 2, 99, 1. Arm. 2, 44. 175 s. 186. Sirach 42, 24). Dieses Buch steht in allen alten Verzeichnissen; allein urtheile ich richtig, so läuft jene Überschrift auf den Sinn einer andern hinaus „ljuis rerum divinarum haeres“ 491, 43 ff. — Die Schrift 7tegl zrjg Gnrjvrjg %cci dsuccXoyov kann, da de decalogo mit de vita Mosis unmittelbar zusammenhängt, kaum für etwas Anderes als für das dritte Buch der Schrift de vita Alosis genommen werden, worin der Bau der Stistshütte beschrieben wird (2, 147, 161), obgleich es außer Zweifel ist, daß die mystische Auffassung der Stistshütte dem Philo eine sehr liebe gewesen sei, und die Bundeslade von ihm selbst erwähnt wird (Arm. 2, 78). — eH drt Al yvTtzov Ttogeia (2, 626, 33) und o tzeqI zrjg zezgddog l'diog loyog (11, 36) scheinen ein Lheil theils des ersten Buchs der Erklärungen zum Exodus, theils des Buchs de. numeris gewesen zu sein. — Was von FabrieiuS S. 743 unter dem Namen B r e v i a r i n m tempovu m angeführt wird, 'kann philonischen Ursprunges sein, da wir wissen, daß er die Zeitverhältnisse sehr sorgfältig abgewogen habe (Arm. 2, 1. vergl. 358. 2, 515, 36); allein da mir jenes Buch noch nicht zu Gesicht gekommen ist, so halte ich mein Urtheil zurück. — .Die Schrift ab'er über die biblischen Alterthümer (Fabricius a. a. O.) verräth schon durch den .Titel einen christlichen Verfasser. Für echt werden unter den verloren gegangenen Büchern unbezweifelt diejenigen zu halten sein, welche entweder von Philo selbst oder von den Kirchenschriftstellern als solche angeführt werden. Unter diesen steht oben an 1) 7t 8 QL dQL&[lCOV TZ q ccy [iaz e icc (2, 52, 26. Arm. 2, 224. 331. 359.) über die geheimnißvolle und mystische Bedeutung der Zahlen nach pythogoreischen Sätzen, jedenfalls aus Genes. 1, 19 hervorgangen, da die Lehre beharrlich von Philo 'festgehalten wird, die Zahl sei zugleich mit der Zeit, die Zeit aber zugleich mit den Gestirnen, am vierten Schöpfungstage entstanden (347, 12). Als Bruchstücke dieses Buches geben sich zu erkennen 21, 38 f. 46, 15 f. 259, 24. 274, 21 f. S. MeursLus, Denavius Pythagoricus. ßct)ben 1631. ■ 2) Ta>v v 6 ta co v ts q co v d XXrjy o q i ccg cT nach Zeugnissen der Alten,.vorzüglich nach den. Verzeichnissen. 3) 77s gi iieftri g, erstes Buch, welches die Meinungen Zer Philosophen über diesen Gegenstand durchnimmt (357, 1). 4) Einige Zw ei ge spräche zwischen Lsaak und JsmaeL über den Unterschied der wahren und falschen Weisheit der Sophisten, als deren Ahnen jene angesehen wurden, jedenfalls nach Genes. 2l, 8. 9. 14. 14. (394, 5 ft). Da diese sehr wichtigen Gespräche, sowie das Buch von den Zahlen in keinem Verzeichnisse der Alten gefunden werden.