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Der Orient · 1842-03-12 · 11 (12.3.1842) · p. Spalte 171-172

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
11 (12.3.1842)
Date
1842-03-12
Page
Spalte 171-172 (sequence 6)
Language
German
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172 171 Philömsche Literatur. Großmann über Philo. zu sein. Denn obgleich der Name des Teufels in den Büchern des Pentateuchs nirgends gefunden wird, so geht doch aus dem Buche der Weisheit 2, 24. hervor, daß dessen Dasein nach der Auffassung der Alexandriner von Genes. 3, 1 f. anerkannt wurde, vergl. Grimm zu der Stelle S. 73. und Gfrörer „Jahrh. des Heils" 1, 378 zu Genes. 6, 1. und S. 404 zu Genes. 8, 21. Daher lasse ich diese Frage unentschieden, bis ich sprechendere Gründe haben werde. Wir haben nun über die verloren gegangenen Bücher' Philo's zu sprechen. Da außer den Titeln derselben, die sie gehabt zu haben scheinen, nur sehr wenige Ueberreste noch vorhanden sind, so ist es in der Khat schwer, ein bestimmtes Urtheil über deren wahren Ursprung zu fällen, zumal da es erwiesen ist, daß die Aufschriften nicht dem Schriftsteller, sondern den Abschreibern angehören (S. Dähne a. a. O. S. 1020—1024.); desto mehr muß man sich aber hüten, auf bloße Wahrscheinlichkeiten gestützt, die Zahl jener noch durch Annahme untergeschobener zu vermehren. Die natürliche Folge ist, daß unechte von verdächtigen, und beide Arten von den echten, so weit es möglich fern wird, zu unterscheiden sein werden. Nun aber ist es allbekannt, daß dem Philo eine Masse una'chter Schriften von den Interpreten und Literatoren beigezählt werden, wie zum Beispiel das Buch de terrae c ul tu ra zu Genes. 4, 3., auf dessen Existenz Mangey mit Benzel geglaubt hat, aus einer Stelle der Schrift de sacrificiis Abelis ctCaini (171, 39. 40) schließen zu dürfen. Allein an dieser Stelle wird der Leser nicht auf 63, 12, noch auf Armen. 2,39. verwiesen, sondern auf das Buch de agricultura, wo weitläufig auseinander gesetzt wird, was xo xrjv yijv £Qyu&oQ'(u sei (300, 15 — 304, 15). Dahin gehört auch das Buch itsQi {llg&üV) welches Mangey ün An-, fange der Schrift: Quis rerum dir. haeres sie (473, 1.) angedeutet findet, wo ihm Gfrörer beistimmt a. a. O. S. 28, welcher annimmt, daß Genes. 15,1. darin erklärt werde. Allein hier hat Dä'hne S. 1018 unstreitig das Rechte getroffen, wenn er die Worte kbqI (ug&ccv auf das Ende des Bücher de migratione Abrahami bezieht, wo die sechs von Gott dem Abraham zuertheilten Belohnungen für seine Tugend nach einander aufgezählt werden (444, 20 — 453, 19. f. Genes. 12, 1 — 3),. Wer wird nun glauben, daß der Schriftsteller einen so sonderbaren Einfall gehabt haben könne, dem Buche über die Wanderung Abrahams, nach dem er eben erst über jene Belohnungen gesprochen und dieß abgerhan hat, noch eine andere ausführliche Schrift wenn nicht ganz desselben, doch sehr ähnlichen Inhalts beizufügen? Dasselbe gilt von den Büchern n s qI sv a eß e lag, & sq i cp qovtjg scog TtsQl GcocpQocvvTjs, von denen der sonst so scharfsehende Gfrörer steif und fest behauptet (a. a. O. S. 18 — 23), es sei ihre Anführung in den letzten Worten der Schrift de ccmcupiscentia: %bqI [.ilv xrjg riy^ovidog xccv oiqsxcöv £ V g s ßs L ccg v.cil oGioxqxog, sxi dh veil cp q ovrj G sco g %C<\ GGHpQOGVVrjQ 8i'Q7]T(XL kqotsqov (2, 358, 21—23) enthalten, so daß er ihnen denn auch ihren Platz sogleich hinter den Büchern de vita Musis anweisen zu müssen meint. Daß ich aber dieser Ansicht nicht bettrete, dazu habe ich sehr triftige Gründe. Ich will keinen Werth auf die Unbestimmtheit der Worte legen, mit welcher er sich, wenn er damit besondere' Abhandlungen hätte bezeichnen wollen, gegen seine Gewohnheit seine eignen Bücher anzuführen ausgedrückt hat (Slcc xrjg tiqox£q<xs Gvvxa^cog 2/2, 1. 2, 3, 28. 2, 210,11. 2, 392, 18,, £v xcdg TtQoxBQcag Gvvxa&Gi 2,281,3. 2, 409, 3., dia xeov TtQOTSQcov ßLßlcoy 171, 39., Iv xcp ttQOXBQca 546, 15). Allein da es außer Zweifel ist (S. 20) , daß die Bücher de justitia und de fortitudine, welche unmittelbar, auf die Abhandlung de concupiscentia folgen (2, 358 b.), von ihrer Stelle nicht gerückt werden können, und da es der Zusammenhang und die gegenseitige Verwandtschaft der Cardinaltugenden, von welchen gesprochen wird, so mit sich bringt, daß sie zusammen und neben einander gestellt werden, so ist ft'ir's Erste nicht glaublich, daß sie von einander gerissen behandelt und die Frömmigkeit und Klugheit durch einen langen Zwischenraum von der Gerechtigkeit und Tapferkeit getrennt seyn werden. Da ferner das dritte Buch über das Leben Mosis offenbar in den ersten Worten der Schrift über den Dekalog seine Fortsetzung erhält, so kann auch das Buch über die Frömmigkeit mit den übrigen sich daran anschließenden nicht an dem diesen angewiesenen Platze stehen und eingeschoben sein, da dieser Platz eingenommen, nicht leer ist. Da endlich in der angeführten Stelle der Schrift de. concupiscentia (2, 358, 21 — 23) die Cardinaltugenden von dem Verfasser lediglich in der Absicht erwähnt werden, um verständlich zu machen, in welchem untergeordneten Verhältnisse und in welchem Zusammenhänge jene mit den einzelnen Vorschriften des Gesetzes stehen, und wie der in den Gemüthern liegende Saame und die Keime dieser Tugenden mit Hülfe der Gesetzvorschriften geweckt, genährt, gepflegt, auferzogen und gekrastigt werden (Ebend. v. 8 ff.) , so ist klar, dünkt mich, daß die Cardinaltugenden an dieser Stelle, also mitten in den nach der Halacha einzurichtenden Büchern, nicht im Allgemeinen als Früchte jeder Philosophie ohne Unterschied, sondern im Besonder« als Wirkungen der mosaischen Weisheit betrachtet werden. Was folgt aber daraus? Dieß folgt daraus, daß die Namen der genannten Tugenden nicht im abstracten Sinne, wie wir sagen, sondern im concreten, nicht im reinen, sondern im angewandten, nicht im philosophischen und theoretischen, sondern im theologischen und praktischen, nicht im hagadischen, um mit den'Rabbinern zu reden, sondern im halachischen Sinne gemeint seien. Demnach ist svasßsia nicht Religion im Allgemeinen, die innere und äußere Verehrung Gottes, sondern Gehorsam gegen das mosaische Gesetz, Beobachtung der jüdischen und levitischen Gebräuche, Streben nach pharisäischer Heiligkeit, so wie nach dem Zeugnis; der Kirchengeschichte im Mittelalter die Religion in Aneignung und Annahme mönchischer Heiligkeit bestand, woher auch die Kleriker, und Mönche Religiösen genannt wurden,

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