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Der Orient · 1842-03-12 · 11 (12.3.1842) · p. Spalte 165-166

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
11 (12.3.1842)
Date
1842-03-12
Page
Spalte 165-166 (sequence 3)
Language
German
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165 Wessely. Philonische Literatur. Großmann über Philo. 166 Berufungsjahr Jeremia's, auftrat, un d zwar wahrscheinlich im 12. nach Beginn der Cultusreform, als der Anfang dazu gemacht war, den Götzendienst zu verdrängen, aber ebendadurch die Zerwürfnisse des Staates und der Haß der Gottlosen gegen die Gerechten im Volke sich gemehrt hatten, wie es in Zeiten der Sichtung der Fall zu siin pflegt. Biblische Exegese. ■OnDJ niVbiy. ßommcntnr über die Genesis von SJnftali Wessely. In 12 Heften. Oder: Naftali Hartwig Wessely's literarischer Nachlaß. Herausgegeben von Salomon Naftali Wessely. Hamburg 1842. 1. Heft. Das Streben, den literarischen Nachlaß unsers gelehrten und verdienten Glaubensgenossen Naftali Hartwig Wessely uns zugänglich zu machen, verdient gewiß alle 2lnerkennung und das Lob eines jeden Gebildeten. Wer die bereits erschienenen Werke und Schriften des großen Mannes kennt mNsn tw, jn nn, rron), dem wird ohne Zweifel auch das vorliegende ntti;; sehr willkommen sein. Dies neueste Werk, in dem bekannten und bereits hinlänglich anerkannten und gewürdigten klassischen Style des Verfassers geschrieben, bildet eine fortlaufende Erklärung zu dem ersten Buche Moses, und hat sein 7tugenmerk hauptsächlich auf einen bis jetzt noch ziemlich brach liegenden Theil unsrer Lexicographie, aufdie Synonymik, gewendet. Wessely war ein so genauer Kenner der hebräischen Sprache, hatte ihre Geschichte so sorgfältig studirt und war ein so tiefer Denker, daß sich schon von vorn herein Tüchtiges und Gediegenes in dem eben bezeichneten Felde von ihm erwarten ließ. Und in der That zeugt fast jede Seite von seiner liefen Forschung und seinem Takte. Dies Buch giebt Stoff in Hülle und Fülle zu Verbesserungen in unfern Lexicis und darf daher einem jeden Sprachforscher mit Recht empfohlen werden, er wird es mit großem Vortheile benutzen und seine Kenntniß namentlich eben in Bezug auf die feinern Nüancen in der Sprache bereichern. Belege für diese Ansicht bieten sich überall dar, und Beispiels halber sei nur auf Einiges aufmerksam gemacht: Seite 47 pty. S. 55 ran. S. 120 nry. Das. p_n. S. 104 hn nn* und hy »m S. 103 uw' und rni S. 86 nim S. 94 nos, yus rc. rc. Aber auch in philosophischer Beziehung, wozu die Schöpfungsgeschichte mancherlei Anlaß giebt, ist das Buch durchaus nicht unwichtig; jedoch gestattet das bis jetzt erschienene erste Heft noch keinen Gesammtüberblick, und wir wollen unser Urtheil suspendiren, bis wir noch einige der folgenden zur Hand haben werden. — 8 —- Philonische Literatur. Dr. Großmann's Abhandlung über die Reihenfolge und die chronologische Ordnung der Schriften des Juden Philo. (Fortsetzung.) Nun widerspreche sich doch aber Niemand so sehr, daß er dergleichen mit sich selbst streitende Sätze als gleich wahr hinstellen könne. Es sei demnach entschieden, daß. nicht nur diese zwei Bücher, sondern ihre ganze Gesammtheit, wovon jene ein Theil wären, verschiedenen Verfassern beigezählt werden müsse. So ungefähr unser scharfsinniger Kritiker. Es ist dieß aber wieder ein neues Beispiel seiner Art, falsche Schlüsse zu machen. Denn daß alle Schriften Philo's über die Natur der Dinge unter sich übereinstimmen, daß seine Dialektik, seine Physik und Moral ihr eigenthümliches, in sich abgeschlossenes Gepräge haben, ist er selbst offen einzugestehen genöthigt(S.22). Wenn aber mit Recht angenommen wird, daß dies doch die Hauptsache einer Kunst und einer Wissenschaft ist, warum wollen wir uns denn so sehr bei einem Schriftsteller, der zumal die Allegorien liebt und ein so fruchtbarer Fertiger von, nach Form und Inhalt, so ungleichartigen Büchern ist, an die Verschiedenheit seiner Urtheile in Nebendingen stoßen? Denn wollen wir diese Regel in der Kritik befolgen, daß wir sogleich für unecht erklären, wo sich der Schriftsteller einmal in seinen Ansichten nicht gleich geblieben ist/wie viele Schriften von unserem Luther müssen wir dann für untergeschoben halten! Doch haben aber auch die vom Gegner erwähnten Beispiele nicht den geringsten Schein von innerem Widerstreit, geschweige von geradem Widerspruche. Sie sind nämlich aus Schriften von ganz verschiedener Art aufgegriffen,, die einen aus den hagadischen Büchern über die Wanderung Abrahams und über den Ackerbau, in denen die Allegorie ihren Sitz aufgeschlagen hat, die andern aus den halachischen über den Dekalog und de fortitudine, in denen nach der Sitte aller Rabbinen die buchstäbliche Auslegung angewendet wird, so daß sie schon deshalb denselben Urheber haben müssen, weil ein jedes in seiner Weise seine eigne Art befolgt. Allein dieser Unterschied ist eben unserem Kritiker entgangen, welcher nicht einmal bemerkt, was so klar am Lage liegt, daß nämlich sowohl die Weisheit als die menschenfreundliche Absicht der mosaischen Einrichtung (Deuter. 20,5.) — diese buchstäblich verstanden-— auch in dem Buche über den Ackerbau mit unzweideutigen Worten gerühmt wird (323, 1— 324, 17.). Wie kann/es/aber auffallen, daß gerade dieser Art Verschiedenheiten in einem rabbinischen Werke häufiger Vorkommen? Es hingen die Rabbinen von der Auctorität der Überlieferungen ab, deren in der verschiedensten Weise und in allen Ländern wuchernde Verzweigungen, wiewohl sie in dem gemeinsamen Stamme, in Jerusalem, zusammentrafen, damit sie von hieraus wiederum unter Gut- 11

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