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Der Orient · 1842-03-05 · 10 (5.3.1842) · p. Spalte 157-158

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
10 (5.3.1842)
Date
1842-03-05
Page
Spalte 157-158 (sequence 7)
Language
German
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157 Elkan. Philonische Literatur. Großmann über Philo. 158 Hr, M. Elkan hat dem gefühlten Mangel an einem Leitfaden beim Unterrichte in der Geschichte der Israel, trefflich abgeholfen. Gerade ein Werkchen wie dieses achten wir für passend und geeignet; in seinem geringen Umfange ist es dennoch vollständig; nichts nur irgend Wichtiges ist ganz unberührt geblieben, und der geschickte Lehrer wird bei Benutzung desselben immerwahrend Anknüpfungspunkte finden, das nur kurz in dem Buche Angeführte mündlich ausführlicher zu besprechen. Das Werkchen verdient einem jeden Schüler in die Hand gegeben zu werden und zwar in der Absicht , daß ec es geradewegs nach und nach, aus dem Kopfe lernt. Was hier gegeben ist, sollte füglich ein jeder Israelit, mag er einen Beruf - gewählt haben , welchen er wolle, sich zu eigen machen. Wir vermissen nur ein ausführliches Jnhaltsverzeichniß, das bei dergleichen Schriften gewiß unumgänglich nothwendig ist; einmal wird die Benutzung dadurch sehr erleichtert, dann aber auch erachten wir es gleichsam für einen Auszug, der beim Memoriren gewiß mit Vortheil benutzt werden dürfte. Auch eine chronologische Tafel, vielleicht in der Art wie die treffliche Zunz'sche Zeittafel an der Bibel, dürfte bei einem solchen Schulbuche nicht ohne Nutzen sein, und vielleicht sehen wir bei einer zweiten Auflage diese unsre Wünsche erfüllt. Philonische Literatur. Dr. Großmanu's Abhandlung über die Reihenfolge und die chronologische Ordnung der Schriften des Juden Philo. (Fortsetzung.) Ich bitte, welche Beweisführung ist dreß! Wenn von einer jüdischen Stadt erzählt wird, sie steige aus dem Schutte wieder empor, muß sie deshalb von den Römern zerstört sein? Oder sollen wir glauben, im Falle nämlich die Worte des Schriftstellers im geschichtlichen Sinne zu nehmen wären — sollen wir glauben, daß derselbe Philo, den schon der Gedanke an eine Entheiligung des Tempels sofort ohnmächtig gemacht hatte (2, 573, 32), so kalt und frostig theils über den Untergang, theils über die Wiederherstellung des heiligen Landes und der heiligen Stadt würde gesprochen haben, oder daß ein Christ den im Anfänge des zweiten Jahrhunderts in das Vaterland zurückkehrenden Juden, bei noch frischem Andenken der entsetzlichen Zerstörung Jerusalems, zu dem Wiederaufbaue der Stadt in solchen Worten würde Glück gewünscht haben? Aber der Verfasser spricht auch nicht sowohl von vergangenen, als vielmehr von zukünftigen Dingen und nicht in der Person eines Geschichtschreibers, sondern in der eines Propheten, in welcher Eigenschaft er theils den- Frommen die im Gesetze zugesagten Belohnungen verspricht, theils den Gottlosen die verdienten Strafen androht, dies jedoch keineswegs in. seinem Namen thut, sondern sich dazu der Worte der alten Propheten bedient (Jes. 58, 12. 6\, 4. Ezech. 36, 38), nicht einzig der ..Stellen Levit. 26, 4 folg., Deuter. 28, 15, die er desto zuversichtlicher gebrauchen konnte, je mehr dergleichen in Aussicht gestellte verhängnißvolle Wechselfälle die apokalyptische Lehre der Juden für das heilige Land und die heilige Stadt aufzuweisen hatte. Josephus und die Rabbinen sind die. Gewährsmänner. Denn so führt Josephus Antiq. 4, 8, 46. den Moses gegen das Ende seines Lebens weissagend ein: o 'freog o zziGag vficcg noXstg zs %oXixcag v^iszsqocg eittodcöGSL Kal zov vaov * egsg&cu 8s zrjv zovzcov U7to- §olr}v ovx dXXd itoXXauig. Daß aber die Rabbinen aus der dreimaligen Wiederholung der Formel Ier. 7, 4. gefolgert haben, es werde drei Tempel geben und nach der Verwüstung der zwei ersten der dritte ewig dauern, davon unterrichtet uns Buxtorf S. 608 unter diesem Worte, und bestätigt zugleich den Wunsch des Josephus, welcher nach der Schleifung der Stadt ausruft: 8vvaio 8’äv ysvsG&cu tcccXcv d^sivcav (nehmlich w zXrjfiOvsGzdzr} TioXig) siys itozl zov Tcoq^TjGavza ftsdv i^ddcTjl in welchen Worten die Hoffnung der Wiedergeburt, nicht undeutlich ausgesprochen wird. Eine einzige Schwierigkeit scheint noch übrig zu bleiben in der Formel ttqo [uxqov. Denn warum hat er sich ihrer bedient, da sie sich in den angezogenen Stellen der Propheten nicht findet? Ich antworte : Er hat hier in demselben Sinne gehandelt, wie an drei anderen Stellen desselben Buches 2, 432, 33. 2, 435, 48. 2, 437, 6, um nämlich die Sache ins Größere zu ziehen, das Außerordentliche zu vermehren und so die Gemüther mit Ehrfurcht gegen die Gottheit zu erfüllen. Denn alles Außerordentliche und Göttliche kommt denen, die Nichts dieser Art erwarten, plötzlich und unverhofft (178, 27. cpsyyog uicpvidioV' 2, 102, 4. ulcpvidiog cpd'oqd, 2, 178, 35. Num. 16, 35. v.sqczvvoi zazaGHTj'ißo'vzsg alcpvL8iov. Jos. Antiq. 4, 3, 3. gsLezcu alcpvL8iov?J yfj ebendas. 9, 9, 3. cpoßog cctcpvldiog Kal KttzdTtXTjgig $ vergl. Luk. 21, 84. 1 Thess. 5, 3.). Auch dieser Beweisgrund fällt daher in Nichts zusammen, und kann nicht einmal dann Gültigkeit haben, wenn wir zugeben, daß die angeführte Stelle vom Gegner richtig erklärt wird. Dann der Hauptpunkt der Beweisführung besteht darin, daß Philo nach dem Falle Jerusalems nicht mehr unter den Lebenden habe sein können. Allein warum soll er dies nicht? Wer kennt denn die Lebensumstände Phibo's so zuverlässig, daß er dies behaupten kann? Gesetzt, er wäre, was von den Meisten angenommen wird, damals ein siebzigjähriger Greis gewesen, als er unter dem Kaiser Claudius das Buch über die Gesandtschaft an den Casus schrieb, d. h. um das Jahr 43 nach Christi Geburt. Was folgt daraus? Nichts Anderes, als daß er beinahe 100 Jahr alt gewesen ist, da er diese Stelle niederschrieb, um die es sich handelt. Aber ist dies etwas an und für sich Unerhörtes

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