Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 10 (5.3.1842)
- Date
- 1842-03-05
- Page
- Spalte 149-150 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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149 Franz Delitzsch: Ueber die Prophetie Habakuk's. 150 ben versehenen Propheten stehen offenbar in chronologischer Ordnung, die vor exilisch en zu Anfang, die nachexilichi, der den Schlußstein der ihrem Namen nach bekannten prophetischen Verfasser bildet, auch verbesserten sie (Upn) hie und da, mittelst höherer Erleuchtung, die Schreibart der prophetischen Texte, vorzüglich da wo sie gar zu alterthümlich war." Eine besondere Speeies dieser Lextcastigation zu kanonisch-liturgischem Zwecke ist das anSKD ppri, ^e in 18 Stellen vorkommende Feststellung der Texclesart im Gegensätze zu dem, was der heilige Scribent eigentlich im Sinne hatte zu sagen. So ist Hab. 1, 12. die Lesart durch ein Ti kkun Sofrim festgestellt: der Prophet wollte sagen n?Dn N'b, aber dennoch hat er m geschrieben. Die größten Kenner der Masora (man findet sie zusammengestellt bei Jedidja Nurzi, nruo zu Sach. 2, 12.) stimmen darin überein, daß unter Tikkun Sofrim keine Verbesserung des ursprünglichen Textes, sondern vielmehr die Verwahrung der Metonymien die er darstellt, zu verstehen sei. Daß im Talmud keine Erwähnung desselben geschieht (de Wette Einl. S. 132. Hävernick Einl. 1., 2. S. 16.), beweist nichts für das jüngere Alter; einige der 0H31D (Ipn pta m werden bereits midrasisch angeführt in Sifri (einem alten Midrasch, der zwar später als die Mischna redigirt ist, aber zum Theil ältere Bestandtheile, als diese, enthält und in der Gemara öfter benutzt wird) und in M ech i l t a (s. Nurzi a. a. O.). Zn dem Midrasch Z e l a m d e n u werden die Sofrim, die Urheber des Tikkun Sofrim, ausdrücklich mit den Männern der großen Synagoge identisicirt, und es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß in dem V. 25O der angef. talmud. Stelle, obgleich es zunächst die Niederschreibung des Tereasar als eines Ganzen bezeichnet, doch zugleich auch die Fixirung und Verwahrung der originalen Textgestalt, die a. a. O. den Männern der großen Synagoge zugeschrieben wird, inrendirt ist. Die andere der angeführten vorausgehende talmudische Stelle lautet: ' Dofe ' O’DDW * ptOT1 D’NUJ hv pio p~l 1J1 anan mp yenn naa ' nn ' n'pL" ' ^xpm'' n'Qi' ^.11 rhnn 121 ymn Dp oi pm-a 'n im r6nn n^nn nw pnr> 'i idx •vti d'nuj nca ipi ' ' dd ibxi pasn inixa ixajnjtt'. D't-oaj npa'xp rn-ixia: 2'M jra Ntyna ywT? nwpS 'nyci -didp n’b aw nn D’N'ai injw 0x7121 nnar \n mu Han Dann nidi:- N"X inmipPi mrf> rrana^i lrp’im rt’D’D D’abm' jro x&yna rppen nnp1? rrD'p1? nnp nw N'2'vi wann rren Pxprpi xjaan n^ia rra~i'i warn xjaain1? wann p'avo xncm rpbia n’pttm xniaru : xnvmd Nnomi d. i. „Unsere Lehrer überlieferten: Die Ordnung der Propheten ist folgende: Josua, Richter, Samuel, Könige, Jeremia, Ezechiel, Jesaia, Tereasar (die zwölf kleinen Propheten). Es sollte aber doch Hosea voranstehen,,da es heißt: ywra m W cbm (Hof. 1, 2.)? Und hat denn Gott überhaupt zuerst mit Hosea gesprochen, gab.es nicht vielmehr von Mose bis Hosea viele Propheten? R. Jochanan antwortet: Es heißt deshalb rfrnn, weil Hosea der erste von vier Propheten war , die in ebendemselben Zeitabschnitt weissagten, nämlich: H o sea, J e sa i a, Am os und Micha. So sollte aber doch Hosea am die Spitze dieser vier gestellt sein? Antwort: Weil seine Weissagung einmal mit denen Haggai's, Sacharja's und Maleachi's verbunden ist, und diese die letzten der Propheten waren, so heißt er, sch e n in strenger Zeitfolge zu Ende; man ist zu der präsumtiven Annahme berechtigt, daß auch die mit keiner Zeitangabe versehenen da eingereiht sindwo sie der Zeitfolge nach hingehören. Hosea macht den Anfang und repräsentirt den langen Zeitraum, innerhalb dessen auch Amos und Micha laut Ueberschrift auftraten. Man kann somit voraussetzen, daß auch Joel, Obadja und Jona in diesen Zeitraum gehören, und die Voraussetzung wird durch eine tiefere Forschung bestätigt. Joel trat wahrscheinlich unter Usia auf, Obadja unter demselben Könige (jedenfalls vor dem 4. I. Jojakims, da Jeremia ihn benutzt), Jona, wie die Geschichte klar besagt, unter Jarobeam I!., Nahum, der unmittelbar auf Micha (von Jotham bis Hiskia) folgt, gehört wahrscheinlich in die letzten Jahre Hiskia's: ec weissagte nach der Niederlage Sanheribs (im 14. I. Hiskia's, d. i., 712 v. Chr.), wie aus rm D'DyD Dipn N'b 1/ 9. hervorgeht, und vor der Ermordung Sanheribs im Tempel seines Götzen, welche 1, 14. vorherverkündiget ist (696 v. Ehr.). Zefanja trat laut Überschrift in den Tagen Josi'a's auf, jedenfalls vor Nineve's Eroberung durch die Chaldäer im I. 625. v. Ehr., welche er 2, 13. ff. weissagt, vielleicht immitten der von Josia begonnenen Reformation (wie aus “W 1, 4. hermit diesen verglichen, der erste. Man hätte ihn doch als ein für sich bestehendes Ganze voranstellen können, ohne ihn mit den übrigen zum Tereasar zu verbinden? Antwort: Da er klein ist, hätte er verloren gehen können. Ferner, da Jesaia der Zeit nach früher als Jeremia ist, sollte doch Jesaia voranstehen? Antwort: Da der Schluß der Bücher der Könige von Verwüstung redet und Jeremia durchaus von Verwüstung, und Ezechiel zu Anfang von Verwüstung, zum Schluffe von Tröstung, und Jesaia durchaus von Tröstung, so haben wir Verwüstung en Verwüstung, Tröstung an Tröstung angeschlossen." Mit demselben Rechte könnte man sagen, daß Amos aus Joel folgt, weil der Ecsteredas .W> 'n am Ende der Weissagung des Letzteren (Joel 4, 16.) an die Spitze der seinigen (Amos 1, 2.) stellt, und Zefanja auf Habakuk, weil das dd, welches den Wendepunkt der Weissagung des Letzteren (Hab. 2, 20.) bildet, von dem Ersteren zum Ausgangspunkte (Zef. 1, 7.) genommen wird. In der That giebt Abravanel als Grund der Stellung des Amos nach Joel an, daß jener so beginne, wie dieser schließe (Vorr. zu Jesaia). Obadia, sagt derselbe, ist hinter Joel und Amos gestellt, weil er ein *>DnN war, und mit beiden verbunden, weil er, wie Joel 3, 24 und Amos 9, 12., über Edom weissagt. Zu dem Bewußtsein der chronologischen Ordnung der kleinen Propheten konnten die jüdischen Ausleger sich deshalb nicht erheben, weil sie in mancherlei widerstreitenden Sagen befangen waren, wie z. B. daß Joel mit Joel ben-Samuel identisch sei, oder nach Halachot gedolot unter Manasse geweissagt habe, daß Obadja der unter Ahab genannte sei u. dgl. (NiahrJD 5" der ang. talm. Stelle). — Ob in der Ordnung der großen Propheten die chronologische (Jes. Jer. Ez.) oder die andere in Codd. nidjt seltene, welche die obige Barajtha seltsam zu rechtfertigen sucht, die ältere sei, bedarf der Untersuchung. Jedenfalls ist es viel zu voreilig, über die letztere Anordnung (Jer. Ez. Jes.) als eine Stimme des Alterthums für den nachezechielischen Ursprung des zweiten Theils des Jesaia sich zu freuen, wie auch Krechmal gethan hat. 10 *