Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 9 (26.2.1842)
- Date
- 1842-02-26
- Page
- Spalte 139-140 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Dr. Frankels Studien zu der Septuaginta/ nebst Beiträgen zu den Largumim. 140 sem specr'eller auf die Kritik des Textes ein, klassisicirt die Arten, wie durch Abschreiber und Verbesserer die Septuaginta corrumpict wurde, und stellt die Resultate seiner Forschung in allgemeinen Regeln zusammen, welche er durch treffende Beispiele erhärtet. Wir werden hier Gelegenheit haben, frappante Proben seiner Kritik zu liefern. — Die Codices, erklärt §. 9, können zur Wiederherstellung des Textes kaum beitragen, da sich der älteste, der Cottonianische erst aus dem vierten Jahrhundert schreibt, die Cocruption der -Septuaginta aber schon bei Philo sich in der heutigen Gestalt zeigt. Die Hexapla des Origenes hat noch überdies durch Hineinziehung der drei spatern Uebecsetzungen von Aquila, Symmachus und Theodotion in die Sepluaginata die .Verwirrung vergrößert. Die §§. 10. 11 u. 12 nun erklären die Arten, wie Abschreiber, §§. 13. 14. 15/ wie unberufene Verbesserer den Text corrumpirt haben, und es ergiebt sich, wie Vieles, woraus die Exegeten auf Varianten des den Sept. vorgelegenen hebr. Textes schloffen, und wonach man oft unfern hebr. Text zu berichtigen strebte, auf Abschreibefehler oder Mißverstandniß der Diaskeuasten beruhe. - Die Abschreiber, sagt §, 10, fehlten: a) in den seltener vorkommenden Eigennamen, besonders wo diese sich in einem Verse oder Kapitel Haufen; d) daß sie hebr. Wörter, die unübersetzt blieben, verstümmelten wie 1 Kön. 16, 18, wo für Svrqov, statt steht; c) daß zuweilen durch Auslassung oder Aenderung einzelner Buchstaben der Sinn entstellt wurde. Wir heben das Beispiel Deuteron. 32, 8 hervor. Die Septuaginta übersetzen daselbst *03 iZDüb %cad «{H'ö'jtiov äyyslcov ftEov, was zu den verschiedensten Hypothesen Anlaß gegeben hat. Allein unser Vers, zeigt/ wie dieses dyyücov -Q-eov nichts als Folge eines Abschreibefehters ist. Die Cod. setzten nämlich häufig für vtoi &£cv, ayyskoL &. Nun haben die Mss. für gewöhnlich %]l, das I wurde von dem vorhergehenden IVcibjotbttt und es blieb TISINIHA; letzteres wurde für &e6q genommen, und so entstand vicov fteov, dyyeXcov tieov, worin die Codd. variiren. ä) Die Abschreiber fehlten oft durch Zusetzung, Auslassung oder Verwechselung kleiner Wörter; daher man von einem Zusätze oder einer Weglassung eines nag, rtcu 2C+ nicht auf einen verschiedenen Text schließen kann. Wir erwähnen Jes. 2, 8 wo wyd> dW?n ishn is'teni NlaNL/' V'T durch xul ivsnlrjGd'ri ij yrj ßdelvy^iaxcov z co v Hgycov xcov xsiqcov avxeov xal TCQOGexvvriaav gegeben ist, als hieße es wj/ö Ursprünglich aber hieß es xoig e^yoig xcov %eiqcov 7CQ068Kvv7]6av; durch einen Verstoß setzte man zwv sQycov und dies veranlaßt das %a\+ e) Die Abschreiber parallelisiren sogar Stellen, die oft wiederkehren, und setzen, um zwei nahe stehende Verse gleich zu machen, aus dem einen ein oder mehrere Wörter in den andern. So Genes. 17, 10 xai avd {iegov rov öTvsQpcirog gov flexd as sig xagysvECCg clvxgSvXDQ aus V. 9 eIq x. y. a. hineingezogen worden. Solche Beispiele finden sich in Menge. Eben so lassen sie Wörter aus, wenn ähnliche folgen; wie Genes. 1, 20 lohsn d?%2 %ax ehova fteov, wo unübersetzt blieb. 1) Die Abschreiber fehlten oft durch Verwechfelung der griechischen Buchstaben, woraus viel Jrrthümer entstanden. — Endlich wird erwiesen, daß g) die Abschreiber häufig Randglossen mit in den Text zogen, und sich, wie natürlich dadurch oft zu Einschaltung von- Wörtern veranlaßt fühlten, welche dem Verse einen ganz veränderten Sinn gaben, oder ihn ganz unverständlich machen. Ost setzten sie auch solche Glosseme an einen ganz ungehörigen Ort, wie §§. 11 und 12 Nachweisen. Wir wollen, um dies anschaulich zu machen, nur einige Beispiele anführen. Genes. 24, 5 •nriNnogevt}rjvai fjLExy i(A,ov oniöco) für eine doppelte Uebersetzung, wovon eine Glossem. ~~ Ezechiel 3, 6 Höttf ^pDj; dXXogpcovovg 7] dlloylcoö- §ou§; hier ist eine dieser zwei Uebersetzungen Glossem, kam mit in den Text und wurde durch mit der - andern in Verbindunggebracht. Bisweilen war das Glossem wirklich verbessernd, wie Levit. 10, 18 rrnpn hx HEMD xo ayiov %axa 7t q 6 6 co tc ov eggo, wo §W verbessernde Uebersetzung für das frühere verunglückte Kava tzqogcotiov zu diesem in den Text kam. Nicht ganz entscheidend scheint die angeführte Stelle aus Genes. 28, 18 PnitfiftOD' Dt# ov in i&rjm ixsi nQog HEtyaXrjg avxov. Hier ist einmal richtig gelesen, vni^xs übersetzt, einmal falsch und hsl gegeben; eins ist Glossem. Der alte Uebersetzer, sagt der Verf., konnte nicht gegeben und □&'* gelesen haben, weit ihm sonst das Verb, im Satze fehlte; dieser hatte also vTtE-d'Yjxe, und das falsche hsl ist Glossem, welches ein Abschreiber in den Text brachte. Indessen dürfte wenn man läse der Satz so unsinnig nicht sein; es hieße dann: Er nahm chen Stein, welcher daselbst unter seinem Haupte (hei nqog Kecpcilfjg) nxtc, wo das Verb- „fern" wie so oft im Hebräischen und Griechischen ausgelassen wäre. Demnach könnte der alte Uebersetzer gezweifelt haben, ob oder zu lesen sei und selbst das hsl zur Vorsicht eingeschoben haben. Aehnlicherweise hat Mendelssohn in der Psalmübersetzung DwrAn roDisrjn, zweifelnd. ob iwy von Gewalt oder Bein abzuleiten, um es mit keinem zu verderben, Mordgebeine übersetzt. — Treffend ist die Stelle Nnm. 17, 2 mbn m mn nw y.m rö kvq ro ß’Uoxqiov xovxo GnslQov hsl; wo einmal richtig GnslqoVf einmal falsch dXlbxqiov gegeben; eins war Glossem; da aber, wenn fnj gelesen wird, das Verb, im Satze fehlte, so muß wohl^der alte Uebersetzer