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Der Orient · 1842-02-26 · 9 (26.2.1842) · p. Spalte 137-138

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
9 (26.2.1842)
Date
1842-02-26
Page
Spalte 137-138 (sequence 5)
Language
German
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137 Dr. Frankels Studien zu der Septuaginta, nebst Beiträgen zu den Targumim. 138 Wenn nun auch inr Talmud tüdoh und p*>BöD nur an einen Schlußvortrag erinnern, so Lhut dies der Idee des Vers, über Entstehung der Haftara keinen Eintrag, da der Talmud solche schon als Schlußvortrag kennt und erwähnt, und an die ursprüngliche Bestimmung derselben, die Introduttion, nicht mehr gedacht wurde. Der Paragr. 8 übecschrieben: „Die Septuaginta nicht canonisch bei den Juden" beweist dies aus den im N. T. von der Sept. abweichenden Eitaten, aus dem schon erwiesenen Umstande, daß in Alexandrien gar keine Vorlesung stattfand und die kleinasiatischen Juden sollen ebenfalls bei der Vorlesung keinen Gebrauch von der Sept. gemacht, sondern nur der Meturgeman solche für sich benutzt haben, und daher rühre es, daß, wie die Nachrichten einiger Kirchenvater behaupten, in den Synagogen sich Exemplare der Septuaginta vorgesunden haben. Daß aber die Sept. in den Synagogen nicht zur Vorlesung gebraucht wurde, beweist der Verf. aus dem Stillschweigen des Talmuds darüber, wahrender vom Buche Esther ausdrücklich sagt, daß es in jeder Sprache verlesen werden darf, woraus denn für die Verlesung der Parascha das Gegentheil hervorginge. Gegen den Gebrauch der Septuaginta in den Synagogen spricht auch die auffallendste Eorruption derselben. — Endlich beweist der Verst seine Behauptung dadurch, daß christologische Verfälschungen schon vor Just. Martyr. erwiesen sind, die durch eine Canonicität derselben bei den Juden, welche eine festgestellte Recensi'on und Verbreitung des Textes voraussetzte, unmöglich geworden wären. Die Gegenerinnerungen, welche in der Recension der Allg. Zeit. d. Judenth. gemacht werden, sind gegen diese Beweise sehr unbedeutend, und verschwinden bei einer genauen Prüfung des Buches ganz. Recens. beweist (was der Vers, selbst an vielen Orten, und besonders h. 6, N. n.) ausspricht, daß Philo des Hebräischen unkundig war, da er im Griechischen qotoKog giebt und von dem Begriffe qeeiv, QV6ig ableitet, wahrend das hebr. poi mit qeeiv in gar keiner Begriffsverwandtschast steht; was aber Philo, weil er für Griechen schrieb, absichtlich gethan haben mochte. Bester und schlagender citict der Vers, in der angeführten Note, daß Philo Genes. 15, 15 rqacpEig hat und darüber commentirt, während es nach dem hebr. racpElg heißen mußte. Neeensent schließt nun von des Gelehrten Philo Unkenntniß des Hebräischen, daß dieses gänzlich in Verfall gewesen und ein Verlangen die Parascha griechisch zu verlesen entstanden sein mußte. Diese Erscheinung bleibt aber in jedem Falle rathselhaft. Doch wäre in keinem Falle von den alexandrinischen Juden auf die kleinasiatischen zu schließen! Dagegen giebt unsre Zeit den beßten Ausschluß, da in allen Synagogen der Pentateuch hebräisch und ohne Meturgeman verlesen wird, das Hebräische keiuesweges allgemein in Verfall ist, und dennoch mancher sonst sehr gelehrte Jude über Judenthum recht artig und philosophisch schreibt, ohne ein Titelchen hebräisch zu verstehen, weil eben die Uebersetzungen ihm die Mühe erleichtern. Die Hellenisten nun kümmerten sich eben so wenig um das Hebr. wie manche modernen Philosophen im Judenthume. — Gegen die Beweise aus Philo's Berichten wendet der Recens. nur einen unmotivirten Zweifel ein. Philo ist aber in diesen Berichten dem Inhalte nach so ausführlich, in der Wahl des Ausdruckes so genau, daß der Beweis jedem Unbefangenen vollgültig erscheinen muß. — Was endlich Justinians Novelle 146 betrifft, so spricht sie, abgesehen von des Vers. Bemerkung, daß dvctyivcocxEiv auch „erklären" heißen könne und von Philo wirklich so gebraucht wurde, eher für als gegen den Verf. — Denn der Theil der Novelle, welcher den Bescheid zu Gunsten der Verlesung in griechischer Sprache enthält, kann Nichts entscheiden, da hier gewiß die Gewistenhaftigkeit der Juden nicht in Betracht kam; nur der Eingang der Novelle, der aus Interpellation der Juden entstanden, ist zu Rache zu ziehen. Hier heißt es aber: ol psv (jLovrjg e%ovxca X7jg eßqatöog cpcovrjg Kal avxr\ ns%Qrj6'd,ai tveql %rjv tcoV isqcov ßlßlcov dvayvcooiv ßovlovxai, ol ös Kal trjv sXX^vlöa %a- Qttla[ißavEiv äi;iov6i. Alios qnidem solam lie- 3)raicam lingnam lenere eaque in sacris libris recitandis uti Telle, alios yero arbilrari etiain graecam adjungendam esse. -— Der Nachsatz Kal Tiaqaka(ißavEiv 6.1 iain adjungendam zeigt hinlänglich, daß von keiner Verlesung sondern von einem Hinzunehmen der griechischen Sprache (zur Erklärung) die Rede sei, und daß also im Vordersätze nicht sowohl das Verlesen in hebr. Sprache, als die gänzliche Ausschließung -irgend eines Gebrauches der griechischen Sprache sowohl zur Verlesung als zur Erklärung beabsichtigt sei. — Zu beachten ist auch die Note k, Ln diesem Paragr., wo die Autorität der Stelle im Tractat Sopherim eap. I., „Es wäre von fünf Gelehrten die Lehre dem Ptolem. griechisch übertragen worden, aber unvollkommen rc. wieder übersetzten 72 Greise rc." mit Grund bezweifelt, .und die nicht unwahrscheinliche Vermuthung ausgestellt wird, daß die Verehrung des Talmuds für die Septuaginta nur auf Hörensagen beruhete, und eine Autopsie derselben später eine entgegengesetzte Meinung hervorbrachte, wonach deren Gebrauch in den Synagogen untersagt wurde. Dieser Widerspruch habe die Erfindung von zwei Uebersetzungen veranlaßt, welche der späte, minder zuverlässige Tractat Sopherim als Factum annahm. — Zweites Kapitel. Kritik des Textes der Septuaginta. Nachdem nun der-Vers, die allgemeinen Fragen über Alter, Ort der Abfassung und Authentie der Septuaginta rc. im vorigen Kapitel erörtert hat, geht derselbe in die-

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