Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1842-02-26 · 9 (26.2.1842) · p. Spalte 141-142

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
9 (26.2.1842)
Date
1842-02-26
Page
Spalte 141-142 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/8555529-9894039-9894054--2037-3529133
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

'.'-ST.', J'! *)" / 141 Dr. Frankels- Studien zu der Septuaginta, nebst Beiträgen zu. den Largumim. 142 1 ppl gtüscqov gehabt haben, und dXXoxqiov ist Gloffem.'! Auffallend bleibt es uns jedoch immer, wie solche verf unstaltende Glosseme entstanden. Des Vers. Erklärung, I daß ein minder erfahrner Leser, ohne den Text verbesj fern zu wollen, sich nur anmerkte, wie dies Wort sonst 1 noch heißen könnte, scheint nicht überall auszureichen. I Denn in diesem Falle dürste doch immer nur das Schwierigere oder wenigstens nicht Allgewöhnliche angemerkc ge- , wesen sein. Was mochte aber den Leser bewogen haben, zu der angeführten Stelle Joel 1,4 8 rfoniD ■d'Qrjvqöov TtQog (äs, (einmal richtig -S^r^6or>, einmal falsch TVQog fis) wo der Verf. Letzteres als Gloffem erklärt, sich anzumerken, daß ^x „ zu mir" heiße, da dieses ja allgewöhnlich ist? — In §. 12 zeigt der Verf., wie sogar in mancher glosstrten Stelle sich die zweifache Uebersetzung um das Kri und Ktib dreht, was für das Alter der Kri und Ktib von Wichtigkeit ist und weiter im vierten Kapitel ausführlich erläutert wird. So Jerem. 2, 20 NDXN) (np) noytf (DTP) injw S'b xccl dmg ov dovXev- 6co 6ov dXXd 7toQcv0O[A,cu, wo das ursprüngliche ov dovUvaco dem Ktib entsprechend, von einem Gloffator < in TtoQsvaoiica nach dem Kri geändert wurde; der Abschreiber nahm dies mit in den Text und verband es J mit dem Ktib durch dXXd. Sehr interessant ist die f Erklärung und Auflösung der verworrenen Uebersetzung f der Septuaginta zu II Sam. 15, 19. 20 die aber Hier anzuführen zu weitläufig wäre. — Die §§. 13. 14. 15 endlich geben Proben, wie.chie Kritik die durch Diaskeuasten absichtlich eingeschobenen Stellen auszuscheiden habe. Die alten Diaskeuasten, wird nachgewiesen, strebten den Text nach Parallelstellen zu vervollständigen. Zuweilen findet sich.sogar eine Composüion verschiedener Verse aus verschiedenen Büchern. Za es zeigen sich in diesen Zusätzen sogar Anklange an palästinische Sagen, was für die Geschichte der Hagada' von Wichtigkeit ist. So wird Jos. 24, 30 in der Sept. erzählt, man habe in Josua's Grabmal die Messer gelegt, mit welchen er die Kinder Israels beschnitten, ähnlich der palästinischen Sage von den Trompetendie Moses gemacht. — Zur Kritik dieser diaskeuastischen Varianten, namentlich wo sie durch gänzliche Umfchmelzung der Uebersetzung ganz unerkennbar werden, führen wir beispielsweise die Stelle zu Prov. 11, 14 an, wo Dy bo1 Dteinn j\XD olg ^irj vTtctQiEi, wvßsQvrjGig %i- 7ixov0i äöTt bq y)ü «übersetzt wird. Hier, erklärt der Verf. war ursprünglich si vtvc!q%si Kvßeqvr[6ig TtiTttei cpvl'Y\ (cpvXrj qjj, wie 14, 34 DJttb durch (pvh] übersetzt ist). Ein .Ueberarbeiter kannte yvlrj in dieser Bedeutung nicht und -setzte cpvXXu dafür, wonach er den ganzen Vers änderte. Aus §. 15, welcher nachweist, wie Glosseme und ganze Verse oft an Unrechten Stellen eingeschoben wurden und großen Mißverstand veranlaßten, führen wir nur folgendes merkwürdige Beispiel an. Prov. 18, 8 nm Dm DrabnoD jjh3 nm ]DD mn »irb übersetzt: oxvrjgovg KataßccXXsi (poßog, ipv%ccl 8h dvdQoyovoav neivaöovGiv. Von diesem Allen ist keine Spur im Hebräischen. Der Verf. löset dieses Räthsel aus 19, 15, wo für riDTin ^dd nbay D)nn 'W sich öeiXia %cak%£i ävÖQoyovov, tyv%r\ de asgyov 7v£iv<x0£i' findet. Hier ist der erste Stichos dem Hebräischen nicht entsprechend und er enthält ebenfalls das befremdende dvdgoyovog, das sonst nie in der Septuaginta vorkommt. Der Verf. nimmt nun an, daß der zweite Stichos von 18, 8 und der erste von 19, 15 einem fremden Uebersetzer angehören und unrechtmäßigerweise noch dazu an Unrechten Stellen in den Text kamen und die eigentliche Uebersetzung verdrängten. Zieht man dagegen den ersten StichoS 18, 8 zum zweiten von 19, 15, so ergiebt sich für 19, 15 eine vollständige Uebersetzung: hjnn nm rnn ncmh nbay ganz entsprechend chvrjQovg ucixcißuXXu (poßog, 8h a£Qyov 7t£iv<xG£i. ’Ouvrjgovg sür nb$?y Concret. pro abstract. und <poßos=rnDTin wie Job 4, 13.— Wir enthalten uns des Urtheils und überlassen es dem Leser, aus diesen angeführten Beispielen, die noch vielfach hätten vermehrt werden können, auf den Fleiß des Verf. und den Geist dieses Werkes zu schließen. — Literarische Ankündigungen In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen sür die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [2« Briefkasten. Eingegangene Schriften zur Beurteilung: 1) De Habacuci prophetae vita atque aetate. Particula prima Traditionis historiam continens. Von Dr. Delitzsch. 2) Leitfaden beim Unterricht in der Geschichte der Israeliten rc. von M. Elkan. 3) hdh pbx. Betrachtungen und Gebete an dem Grabe entschlafener Eltern rc. von S. L. Liepmannssohn. 4) Der sogenannte Bar- Mizwa-Lag durch Predigt, Religionsprüfung rc. — Von Hrn. C. E. Ln Hamburg Briese und Zusendung richtig erhalten. Auf bezeichntem Buchhändlerwege ist die Antwort abgegangen. — Eine Frage an Choresch Wenn man nicht durch Post, nicht durch Gelegenheit, nicht durch Remes schreiben soll, wie erfahre ich von Dir und Du von mir?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.