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Der Orient · 1842-02-26 · 9 (26.2.1842) · p. Spalte 135-136

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
9 (26.2.1842)
Date
1842-02-26
Page
Spalte 135-136 (sequence 4)
Language
German
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136 135 Dr. Frankels Studien zu der Septuaginta nebst Beiträgen zu den Largumim. „In die Zeit zwischen Zefanja und Habakuk fällt die Verbesserung der inneren Ordnung, die Reinigung der alten Religion und die Verbannung des Heidenthums im Reiche Juda (2 Kön. 22. s.). Man wäre bei dem seltenen Bilde solcher innerst Reinigung und Erhebung leicht zu der Annahme zu versuchen, daß Habakuk noch während des Lebens des frommen Königs Iosia schrieb, allein da der erste sichere Einfall der Chaldäer, von dem unsere Nachrichten reden (2 Kön. 24, 1.) erst in die Herrschaft König Iojakims fällt, etwa zw. 608—604. v. Ehr., fo müssen wir bei diesem Zeiträume stehen bleiben, dürfen aber keinesweges tiefer herabgehen." §. 5. Habakuk nicht unter Zidkia. Dies sind die bis auf die neueste Zeit herab über die Weiffagungszeit Habakuk's aufgestellten Meinungen, sie sind zum Theil aus unsicherer Ueberlieferung hergeleitet, zum Theil durch unzureichende Gründe gestützt, zum Theil durch ungläubige Voraussetzungen motivirt; eine allseitige Discussion des Problems ist , so viel ich weiß, zuerst und bis jetzt allein von 'Stickel versucht worden, der. sich zuletzt dafür entscheidet, daß der Prophet unter Iojakim im Angesicht des drohenden Einsalles der Chaldäer geweissagt habe. Nach dieser geschichtlichen Uebersicht wollen wir nun selbst die Untersuchung beginnen, und, wo möglich, bis zu einem entschiedenen Resultate führen. Ehe wir zu bauen anfangen, werden wir erst'einigen von baarem Unglauben aufgefahrenen Schutt Hinwegräumen müssen. Die Ansicht derjenigen, welche die Weissagung Habakuk's über die erste Invasion der Chaldäer hinaus in die Zeit Zidkia's oder gar des Exils versetzen, richtet sich selbst; Habakuk verkündigt das Strafgericht, welches Gott durch die Chaldäer ausführen werde, als etwas natürlicherweise Unglaubliches (i, 5), seine Drohweiffagung, welche das Volk nach Gottes Absicht aufschrecken und aufrütteln sollte, würde/ wenn er mitten in oder gar nach Unterjochung des jüdischen Staates durch die Chaldäer geweissagt hätte, zu einer gemeinmenschlichen, die Lüge an der Stirn tragenden Dichtung. Für jeden, der an der Möglichkeit und Wirklichkeit einer Weissagung, die das Produkt unmittelbarer übernatürlicher Erleuchtung, festhält, ist jene auch schon mit dem moralischen, geschweige mit dem geistlichen Charakter des hebräischen Prophetenthums streitende Ansicht null und nichtig. Daß der Prophet die Chaldäer wie aus eigner Anschauung charakterisirt, daß er wie mitten aus der durch sie angerichteten Verwüstung redet, das thut ev'eben durch den Geist der Weissagung, vor dem die Schranken der Zeit und des Raumes verschwinden und das Zukünftige als gegenwärtig sich darstellt. Daß 2, 11 die Zerstörung des jerusalemischen Tempels vorausgesetzt werde, könnte bei dem beflügelten Fernblick eines Propheten gar nicht befremden, aber es ist nicht einmal wahr, auch hätte Bertholdt nicht nöthig gehabt, aus Angst, daß man ihn 2, 20, als den Bestand des jer. Tempels voraussetzend, entgegcnhalten könne, diesen Vers für eine liturgische Interpolation zu erklären, da in demselben ja gar nicht von dem salomonischen Tempel die Rede ist. ") Auch der Wahrscheinlichkeitsbeweis, den man aus dem Apokryphon vom Bel und Drachen entlehnt, hält nicht Stich. Denn Habakuk konnte in der letzten Zeit des babylonischen Exils noch leben, und doch früher als Zidkia ausgetreten sein.") (Fortsetzung folgt.) Studien zur Septuaginta. Historisch-kritische Studien zu der Septuaginta nebst Beitragen zu den Largumim von Dr. Z. Frankel, Oberrabbinen der israelitischen Gemeinde zu Dresden und Leipzig. Erster Band. Erste Abtheilung. Vorstudien zur Septuaginta. Leipzig, bei Fried. Ch. W. Vogel. (Fortsetzung und Beschluß.) Wir kommen noch einmal auf die Bedeutung des Wortes “iDD zurück, und müssen freilich gestehen, daß -MimRabbinischen stets „entlassen" und Gegensatz von ist, wonach nota m in §. 7 zu berichtigen; ja schon in den Büch. d. Chron. u. Samuel heißt idd entlassen und Weggehen. Doch bemerkt der Vers. sehr richtig, daß die Bedeutung: entlassen aus der von: öffnen, eröffnen, lösen erst abgeleitet ist. In den meisten Bibelstellen heißt "DO öffnen, lösen wie nm "M, CPß niDD 5 davon die Bedeutung: durchbrechen, sich Bahn brechen, entfliehen, wie 1 Sam. 19, 19 Nt02N. Der spätere Chronist gebraucht schon TlOD geradezu für: entlassen (eigentlich eine Gesellschaft auflösen, entlassen) 2 Chr. 23, 9 rnpbrran riN "DO *6 u. 1 Chr. 9, 33 D’DDD': jie sind entlassen. Spater wurde die Bedeutung: entlassen, die gewöhnliche; daher im Talmud fortgehen und euphemistisch: sterben, wie im Latein, cedere. Eben so heißt NNO, dem Nt0O entsprechend, öffnen Jes. 39, 10, lösen Ps. 37, 14 (das Schwerdt aus der Scheide) und: befreien, loslassen Jes. 14, 7. 12) Berth. Einleitung S. 1670. 13) Schon die Benennung in der jedenfalls - ursprünglichen Ueberschrist der Prophetie Habakuk's zeugt gegen sein angebliches Auftreten unter Zidkia. Da dem Wort ^#13 (Orakel) von dem spöttelnden Volke unter Zidkia eine gehässige Nebenbedeutung beigelegt zu werden pflegte, so ward deshalb der Gebrauch desselben durch göttlichen Befehl gänzlich untersagt, Jer. XXIi’l. End. Weder Jeremia (ausser in dieser Stelle) noch Ezechiel gebrauchen im prophetischen Sinne (vgl. Jes. 13, 1. Hab^ 1, 1 mit Jer. 50, 1). Erst Sacharja und Maleachr kehren zum Gebrauch dieses Wortes zurück, nach dem der Mißbrauch nicht mehr gäng und gebe war. S. Roos, Beweis S. 116 ff.

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