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Der Orient · 1842-02-19 · 8 (19.2.1842) · p. Spalte 123-124

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
8 (19.2.1842)
Date
1842-02-19
Page
Spalte 123-124 (sequence 6)
Language
German
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123 Analekten. Bemerkungen auf Anfragen, v. M. Heß. 124 selbst gleichsam singe dem Herrn re." Und um die Wahrheit dieser Auslegung, die gegen die hattische gewiß eine höllische (XVll.) ist, zu erhärten, sagt uns Hr. Pl., daß er, nicht wenig überrascht wurde, als er nach längerer Zeit in der Mechilta die Worte gefunden cro.-rao!? *b\ [lrh, °nh itwn''* Wahrlich, eine solche Exegese muß sehr überraschen! — Wie der Inhalt, so ist auch die Sprache der Reden, verworren, matt, eintönig, mystisch und von Fremdwörtern überfüllt, und Construktionen und Phrasen beweisen hinlänglich, daß Hr. Pl. die Kunst, den Geschmack zu verderben, gelernt hat. Insofern haben wir auch nicht zu befürchten, daß die Reden nur irgendwie einen Schaden anrichten sollten, weil es wohl schwerlich Jemand über sich wird gewinnen können, auch nur 10 Seiten darin zu lesen. Denn was soll man von einem gottesdienstlichen Bortrag halten, in dem sich unzählige mal die Wörter absolut, positiv, profan, philosophisch, Prosa, Poesie, Fontaine, kritisch, Periode, Repräsentant, Fanatismus, .Patriarch, ideal, mechanisch, Concert, Pokal, Philosophie, Politur, Deklamation, Regent, Monarch, Studium, Interesse, System, Signal, Aethec, Akt, Universum, total, Echo, Affekt, spekutiren, Kultus, Gesangmensch, Gesangseele, Dankhymnen, Geheimkabinet, Auferstehungskonzert, wiederholen, und in dem zum Ueberdruß die Redensarten, an Gott singen, tief heißt es, gleich den Egyptern im heutigen Wochenabschnitt u. dergl. Vorkommen? Müßte man nicht allen Sinn und Geschmack verloren haben, so man solches Gewäsche lesen sollte? Wahrhaftig, ich bedauere Hr. Pl., daß er so tief gesunken und sich dennoch einbildet, jede seiner Reden enthalte so viel Wahrheit und Weisheit, daß sie durch die Presse verewigt oder verbraucht werden müsse. — In typographischer Beziehung bliebe an den quest. Reden nichts weiter zu wünschen übrig, als daß mehr Sorgfalt derEorrectur zugewendet wäre; denn außer den vielen zum Schlüsse nachgetragenen Verbesserungen sind noch eine Masse Fehler stehen geblieben. H. Jolowicz. Analekten. Bemerkungen. Auf die Anfrage des Herrn'Ehajas im Lb. d. Or. 1841. 34. S. 528 habe ich Folgendes zu erwiedern.—-lä l. heißt es auch Megilla 3 a, daß Onkelos nach der Ueberliefexung des Rabbi Elieser übersetzthabe '-j ipjb, so folgt daraus noch nicht, daß er überall gerade seiner Ansicht gefolgt sei. Heißt es ja auch dort ytjflrv» '~))f und so ist ja möglich, daß der letztere hier der Meinung des R. Akiba war, welchem Onkelos hier folgte. —- Ad 2. Wenn Onkelos Lev. 19, 32. den Vers,^^ MpN durch ttNNIöO "OllN Olp D wiedergibt, so folgte er auch hier einer Halacha; denn Äiduschm 32 d behauptet ja R. Jose ha-Gelili MpL/ ttbx JpT welches auch von Maimuni und den übrigen Poskim als allem richtig angenommen wird. Eine bessere Lösung dieser Fragen ergibt sich indessen durch die fruchtbaren Untersuchungen des Herrn Rapoport im Kerem Chemed 5 S. 223. Da werden wir belehrt, daß dieses Largum eigentlich für die unwissende Klasse der Babylonier verfaßt worden, um derselben eine treue Uebersetzung in die Hand zu geben, welches den Beifall des R. Elieser und R. Jehoschua erhielt. Dieses ist auch die Meinung des Talmud Megilla 3 a. Anders kann man auch nicht erklären, warum das Targum Exod. 21, 24. nnn py übersetzt Nly gegen den Talmud, was gewiß nicht die Meinung des N. Elieser und N. Jehoschua war. Deswegen wird auch Deut. 22, ll.tiyQWT) ijshd] gegen die Tradition vom Targum wiedergegeben XBWW PONON. Wird hingegen Lev. 19, 32. Dlpn ‘’JDD gegeii.bie wörtliche Bedeutung übersetzt, so geschieht es, um dem Publikum Achtung vor Gelehrten bekzubringen, wie Rapoport a. a. O. S. 225. bemerkt. Ein wesentlicher Nutzen der gegenwärtigen Zeitschriften für Judenthum und dessen Litteratur ist unsteitig das Zerstreuen älterer Jrrthümer, sie mögen nun theoretischer oder praktischer Art sein. Es ist nun natürlich, daß eingewurzelte Unrichtigkeiten sich nicht so leicht ausrotten lassen, und werden sie hier siegreich bekämpft, so tauchen sie anderswo wieder auf. Das liegt in der Natur der Sache; denn die Stimme der Wahrheit wird nicht allenthalben vernommen, und es ist ja nicht selten, daß man absichtlich die Augen und Ohren verschließt, um von der Wahrheit mit ihren unfehlbaren Waffen nicht unangenehm affirirt zu werden. Wird aber von Männern, die für Wahrheit und ihre Verbreitung glühen, ein alter Jrrthum von Neuem verbreitet, so ist es doppelt nöthia, denselben zurückzuweisen. Dies ist nun der Fall mit dem Ursprünge der Lehren der Sadduzäer und Boöthusäer, wie er von Dr. Creizenach in seinen Dorsche Haddoroth S. 157. vorgetragen wird. Hier wird nach altern Quellen gelehrt, daß Zadok und Bethus die Lehre des Antigonus falsch verstanden haben und daraus geschlossen hätten, daß es nach dem Tode keine Vergeltung gebe. Allein schon David Gans im Zemach David p. 16. ed. Fürth hat dieses unglaublich gefunden und Jost bemerkt mit Recht (allg. Gesch. des isr. V. 1, 473.) „Man hat ohne Kritik behauptet, die letztere Meinung (nämlich des Antigonus) „Seiet nicht wie Sklaven, die dem Herrn um des Lohnes willen dienen, sondern wie Solche, die ohne Rücksicht auf Lohn arbeiten" habe der Sadduzaersekte zum Anfangspunkte gedient, indem Zadok aus obigem Lehrsätze bewiesen habe, Antigonus selber läugne Belohnung und Strafe. Es ist dies an sich ein sehr gesuchtes Mißverständniß, das aller wahrhaften Quellen- Rachweisung entbehrt, auf keinen Fall aber zur Entstehung einer Sekte, welche das Wort der heiligen Schrift zur Richtschnur nimmt, dienen konnte, da in ihr Lohn und Strafe überall vorgetragen wird." Wahrlich nach diesem sollte man nicht wieder auf den alten Jrrthum zurück kommen. M. H e ß»

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