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Der Orient · 1842-02-19 · 8 (19.2.1842) · p. Spalte 119-120

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
8 (19.2.1842)
Date
1842-02-19
Page
Spalte 119-120 (sequence 4)
Language
German
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119 120 Literarische Uebersichten. Festreden rc. von Salomon Pleßner. glauben etwa jene Interpreten, daß das Himmelreich ein Freistaat sei, in welchen Krethi und Plethi, gleichviel, fromm oder nicht, Einlaß finden? Dann widersprechen sie ihrem eigenen Herrn und Meistern dem in den Mund gelegt wird: „01? 7cag 0 hsyoovfioi, kvqiz, uvqie dös- IsvöSTca elg %r(v ßaGileictv rcov ovqavav * all3 0 Ttoicav rd ftsfouia rov %atoog uov, rov ev ovoavotq.“ - Matth. M, 21. - (Fortsetzung folgt.) Literarische Uebersichten. Ul p VNipö' oder Fest-Reden und Fest-Vorbereitungsredm für Israeliten, auf alle Feste des Jahres. Gehalten und herausgegeben von Salomon Pleßner, Religionslehrer. Berlin, Verlag von. G. Eichler, 184t. Mit dem Motto:;n>D TOT! to nn. tod nn büw ub'zm rnn mw Spr. 29, 22. Ich habe mich bereits voriges Jahr in Nr. 1 des LB. dieser Zeitschrift in der Anzeige der Fest- und Casualredm von Meier, Salomon und Mannheimer hinlänglich über den Geist einer jüdischen Predigt ausgesprochen und kann darum nunmehr ohne Weiteres zur Beurtheilung der oben genannten Lieden übergehen. Herr Pleßner, der bereits Erbauungen, Consirmations-, Trauungs-, Trauer- und Einweihungsreden, ein Religionsbuch, Apokryphen und Gott weiß, was noch Alles hat drucken lassen, fand sich aus purer Religiosität und Frömmigkeit wiederum veranlaßt, die gedachten Festreden herauszugeben, sie mit einer langen und breiten Einleitung zu versehen, um Gelegenheit zu finden, in derselben über die gegenwärtigen Fortschritte des Judenthums zu schmollen, sich gegen das rollende Rad der Zeitbildung mit kindischen Gebehrden in die Kreuz und Quer zu legen und aus vollem Halse selbst über die besten homiletischen Leistungen unserer Rabbiner und Prediger ein plebejisches Otterngezisch laut werden zu lasten und sie mit seinem ekelhaften Geifer zu besudeln. Um aber für sich ein Recht zu solcher schrankenloser Anmaßlichkeit und perfider Verschämtheit zu gewinnen, nimmt er keinen Anstand, sich S. VI. einen Mann zu nennen „der ineinem erhabenerem Sinne und mit gar rascheren Schritten als die ihn umgebende Welt, ja wo nicht gar mit jedem Momente schneller fortschreitet, als Andere, deren Fortschritte, mit denen sie so viel Geräusch erregen, im Grunde Rückschritte sind". Ja, er erkühnt sich ohne Weiteres, sich S. XIII. und XV. zu einem Propheten zu stempeln, und mit Bezug auf seine Stellung zur ganzen vernünftigen Welt sagt er S. VI.: „Hier heißt es mit dem Weisen: „Eine kleine Stadt ist — die Welt — der Männer darin sind wenig, und findet sich aber oft darin ein dürftiger unb weiserer; und kein Mensch gedenket dieses armen Mannes... und doch pflegt dieser allein die Stadt, kommt sie in Gefahr, mit seiner übersehenen Weisheit zu befreien^. — Aber bei diesem allen läßt Hr. Pt. es nicht bewenden; er ist vielmehr schamlos genug, seine Reden, welche nach eigenem Geständniß S. XIV. nicht die Erbauung zu ihrer Aufgabe haben, als Hilfsmittel für das Gesetzstudium, und zwar für ein tieferes Eingehen in dasselbe, zu empfehlen, und macht viel Redens davon, wie „eifrig seine Vorträge als Reden und Deraschot gekauft und als vielseitige Produktionen vielseitig benutzt worden,wahrend ' eigentliche Predigten als ein seitige Schöpfungen des flüchtigen Moments Ladenhüter geblieben, und zur größten Verlegenheit ihrer Verleger eine verlegene Waare geworden sind". Hr. Pl. glaubt diese Wahrheit durch die zweite Auflage des ersten Jahrganges seiner Reden hinlänglich bewiesen zu haben, ohne zu bedenken, daß das Verdienst der zweiten Auflage nicht ihm, dem Schöpfer solcher vielseitiger Produktionen, als vielmehr den lästigen Exporteurs zuzuschreiben ist, denen es auch die Welt zu danken hat, daß diese so vielseitigen Produktionen so vielseitig zu Viktualien-Bekleidung benutzt worden sind. — Was aber die Verlegenheit der Verleger anbelangt, so dürste Hr. Pl. in seiner spiritualistischen Befangenheit nur einen Blick auf das Titelblatt seiner Schriften werfen, und er würde nicht wenig staunen, daß jedes den Namen einer andern Verlagshandlung an sich trägt. Doch, wir wollen uns bei dergleichen Aeußerlichkeiten nicht lange aufhalten, und 'wenden uns lieber zu dem Gesichtspunkte, aus welchem Hr. Pl. seine Reden gewürdigt sehen möchte. — Er meint, seine jetzigen Reden tragen, als Entdeckungen im'Gesetze (mm wyid), nicht mehr die Form jener äußeren rethorischen Schönheit und Lieblichkeit an sich, mit welcher er noch seine frühem Vorträge bedachte — über diese ruft er in der Anmerkung zuS. XII. aus!ton w, ton dn *b M —; sondern bieten die gereifte Frucht zu nährendem Genüsse dar, sind gleichsam die Paradiesäpfel vom Baume der Eckenntniß und des Lebens, welche er „durch zunehmende Reife an Studium, Vernunft und Erfahrung, besonders durch eine größere praktische Selbstvervollkommnung im religiösen Lebenswandel" abzuflücken vermochte; sie sind Deraschot, in sofern sie ausführliche Untersuchungen, öffentliche Vorträge sind, die viele Thora enthalten S. XIII. Um jedoch den Leser nicht gleich von vorn herein durch das Wort Deraschot gegen sich einzunehmen, bemerkt Hr. Pl. S. XIV. „Und in der That sind selbst des Vers. Auslegungen der religiösen

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