Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1842-02-19 · Heft 8 (19.2.1842) · p. Seite 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 8 (19.2.1842)
Date
1842-02-19
Page
Seite 61 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2360092-2360201-2360210--2356-3529105
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

61 gesehen, eine vortreffliche kritisch-historische Abhandlung über den Verfasser und das Werk zu meinem Vorhaben abzufassen, welche dem Werke vorgedruckt werden wird, in dem Anfänge die Worte an den Herausgeber: „Sie werden nicht blos den Lohn für Ihren Fleiß, wie er diesem vortrefflichem Werke angemessen ist, erhalten, sondern auch jeder jüdische und nichtjüdische Kenner werden Ihnen Dank wissen, und Sie werden dadurch einen bedeutenden Sluf erlangen." Hr. Rabbiner Dr. Geiger in Breslau äußert sich in einem Schreiben an den Herausgeber: „Die Geschichte der hebräischen Grammatik ist noch wenig bearbeitet, selbst nach den Werken, die uns zugänglich sind, aber wie vieles, namentlich aus der wichtigere altern Zeit, fehlt uns noch! Ihr Unternehmen ist daher von vieler Bedeutung, und sicher wird es viele Punkte grade für die vorkimchische Grammatik, als deren Repräsentanten wir vorläufig blos die kurzen Bemerkungen des Jehuda Ha-Lewi und die etwas flüchtigen Arbeiten Abraham ibn Esr's haben, erhellen, wie es auch nicht minder manche Ausbeute für Exegese und Geschichte liefern wird." Diese Anpreisungen und Empfehlungen sind, wo nicht ganz überflüssig, doch ganz ohne Nutzen; denn nicht nur zweifelt Niemand, daß die Herausgabe sehr erwünscht wäre, sondern dieses Herbeiholen der Gutachten erweckt den Verdacht, als sei es weniger auf die Herausgabe als auf das Einsammeln der Pränumerationen abgesehen, vorzüglich da sein Landsmann, ein gewisser Abraham Ginsburg, der in ähnlicher Werse sich über eine Veröffentlichung des Kimchisschen Commentars zur Genesis hat vernehmen lassen, eingesammelten Pränumerationsgelder von circa 500 Thlr. auf der Leipziger Messe lieber aus kurze Waaren als auf den armen Kimchi verwendet. Ich erwähne dieses nur deßhalb, weil auch jener Manuscript-Herausgeber ein Ungar ist, und das Publikum leicht von dem Einen auf den Andern schließen könnte. Ein anderer Mißstand liegt in der Bedingung, daß pranumerirt werden soll, was das Publikum um so ungecner thut, als es schon nur zu oft auf diese Weise hintergangen wurde; es wäre daher sehr zu wünschen, daß Hr. St. nicht aus einer weniger günstigen Ernte der Pränumerationen auf eine Lauheit für die jüdische Literatur schließen mochte. Noch habe ich zu erwähnen, daß mit dem Prospectus auch eine kleine Probe aus dem Werke mitgetheilt, wozu zugleich eine Probe von den eigenen Anmerkungen des Herrn Stern gegeben ist; aber diese Anmerkungen sind der Art, daß jeder Käufer gewiß wünschen wird, das schöne Werk möge nicht durch dasselbe verunziert werden. Denn da diese über G's kl. WB. nicht hinausgehen, so dürfte der Herausgeber solche bei den Käufern voraussetzen. vixi. Licht- und Schattenbilder . aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart. Das neue Hamburger Gebetbuch d es israelitischen Tempels. (Fortsetzung.) Ich kann auf eine weitläufige Motivirung hier nicht elngehen, und verspare mir eine solche auf eine Abhandlung „Ueber die Entstehung und Ausbildung der israelitischen Gebete" cmf, die ich, so bald es weine sonstigen Studien erlauben werden, zu veröffentlichen gedenke: ich hebe daher nur einzelne Punkte heraus. Sie haben in nm weggelassen 'Dl Dtt rwm und berufen sich S. 435 auf Wajikra Rabba, Raschi und Midrasch Majchulu. Aber-da hätte die Kritik sich auch aus DWO ‘pltao M'snrn erstrecken und auch diese Stelle wegschaffen müssen. Dieser Stichos ist nur die Fortsetzung des 'Bl mnyn rw hier aber stehet er ohne Zusammenhang mit dem Vorhergehenden und Folgenden. Denn auch dieses muß schon ein einfacher Blick auf die andern nma zeigen, daß nowfr *pdd ^nn i'yo pino, und auf mnnm paßt doch nicht 'di -j-M ffNE Zn den Formeln, die dieses -pv? haben, wird in der That rwrim vermißt; Wajikra Rabba c. 7 hat: pittf UDK rjitt -jya Tray* mno pn; also schließt -piNty (das aber übrigens daselbst gar nicht erwähnt wird, und es kann nur durch Analogie der andern jiDi: und des pyo 'Bl niDWl daraus gefolgert werden) gut an das vorhergehende 703 TTPjn mnD an. Ließ sich die Redaktion von Rücksichten auf das Alter und die ursprüngliche Form der Gebete leiten, so war snp) seinem Anfänge nach (S. 62 fehlt dieser) beizubehalten gewesen, da mit rpt^i nD5\‘ die uralte Formel beginnt, welche von den Priestern jeden Morgen im Tempel gebetet wurde (Vergl. Tamid e. 5. 1). An der im Deutschen schwer zu vermeidenden Tautologie konnte um so weniger Anstand ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.