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Der Orient · 1842-01-29 · 5 (29.1.1842) · p. Spalte 71-72

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
5 (29.1.1842)
Date
1842-01-29
Page
Spalte 71-72 (sequence 4)
Language
German
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71 Dr. Frankels Studien zur Septuaginta/ nebst Beiträgen zu den Targumim. 72 zu Alexandrien übersetzt worden sein konnten. Philo nämlich erwähnt Ezechiel gar nicht, das für seine Absichten gerade die meiste Ausbeute "gegeben haben würde» Daniel wird immer nach Theodotion, nicht nach der LXX citirt, und in unfern Ausgaben der Septuaginta findet sich nur Theodot. Uebersetzung zu Daniel. Sehr lehrreich ist Note g, wo der Vers, die Beweise Hody's für den Abschluß der Septuaginta zu Alexandrien widerlegt. „Sie geben" sagt Hody, mit wahrend Jos. (Änliqtt. HI, 9) bezeugt, der Sekel sei 4 Drachmen; aber das alexandrinische Talent hielt das Doppelte des attischen und eben so die Drachme." Hierauf erwiedert unser Vers. daß ja die palästinischen Juden, die mit alexandrinischem Gelds eben so wie mit attischem bekannt sein konnten, wenn sie einmal für bpw eine gangbare Münze angaben, weislich die zu Alexandrien cursicende nahmen; daß aber zweitens wie aus Mischna (Schekalim 2, 4) aus dem jährlich zu entrichtenden halben Schekel zu ersehen, das Schekel selbst zu manchen Zeiten variirte, und nach diesem allein wußten wahrscheinlich die LXX und Jos. den Werth des ganzen Schekel anzugeben. — Eben so nimmt Hody — nach Hespch. für ein egyptifches Maaß an und beweiset daraus, daß Alexandriner die Uebersetzer waren, wogegen unser Verf. einwendet, daß ja Exod. 16, 36 -ro öharov xquüv pEtQcov sich finde; wozu dieser Umschweif, wenn olyi egyptisch dem Hö’W entspräche. Er nimmt daher oiPL verschrieben für o^a! welches das unübersetzte' ist. Er urgirt ferner, daß gerade Lysimach, ein jerusalemischer Jude, als Uebersetzer des Buches Esther allein unter den Vertenten der Schrift namhaft gemacht werde, was wohl zu beachten ist. Ebenso entkräftet er die übrigen Beweise Hody's. Die LXX, wird ferner bewiesen, gestaltete sich zu Alexandrien, nie zu einem Ganzen, nicht einmal für den Pentateuch gab es einen unveränderlichen Kanon. Erst Philo, der die Unkunde des Hebr. mit seiner Zeit theilte, Hängt sklavisch an der LXX, Aristob. citirt nach dem Texte. — Schließlich stellt der Verf. die wichtige Behauptung auf, daß zu Alexandrien eine förmliche wöchentliche Parascha-Vorlesung weder in griechischer noch in hebräischer Sprache statt fand, da eine solche bei der Gewissenhaftigkeit, mit welcher die Juden die heil. Schrift überwachten, gewiß eine geordnete und festgestellte Recension des Pentateuchs hervorgerufen hätte, und woher dann die extravaganten Citate Philo's und die Jncorrectheit der Septuaginta? — In dem darauffolgenden Paragraph „Die Vorlesung zu Alexandrien" wird das Verhältniß der Vorlesung zu Alexandrien aus Philo's Berichten dahin berichtigt, daß nicht eine wörtliche Vorlesung sondern die Anführung eines Textes in hebräischer oder griechischer Sprache, über welchen dann ein freier Vortrag in griechischer Sprache gehalten wurde, zu verstehen sei. Dies ist nicht Vermüthung, sondern aus Philo's genauen Berichten über Palästina, wo er von Vorlesungen in Synagogen, dagegen über Alexandrien, wo ervon Vorträgen in Proseüchen spricht, genau nachgewiesen. Höchst interessant und originell ist in diesem Kapitel die Untersuchung über die Entstehung der Haphtarot, welche aus einem den Vorträgen zu Alexandrien analogen Verhältnisse entsprungen sein sollen.— Der Verf. verwirft die gewöhnliche, aber grundlose Annahme, daß die Verfolgung des Antioch. Epiphanes dieselben veranlaßt habe, da dieser doch wohl zwischen Pentateuch und Propheten nicht unterschied und beide mir gleichem Eifer verfolgte. Er nimmt dafür an, daß in Palästina neben der üblichen Paraschavorlesung bezügliche Vorträge gehalten wurden, welche eine der Parascha entsprechende, nicht pentateuchische Stelle zum Texte nahmen, und von ihr auf den Wochenabschnitt übergingen. Daher das im Midrasch häufige nm welches eine Introduktion des Vortrages andeutet. Für NNO werde jedoch gesetzt, wenn der Autor unbekannt ist. — Welches Licht verbreitet dies zugleich über die Entstehung und Weise der Midraschim! — Diese Introduktionen arteten später in Künsteleien aus, und man suchte fern liegende Stellen mit dem Texte in Verbindung zu bringen; ja oft machte auch eine Halacha die Jntroduction (was sich nicht nur im Jelamdenu, wie der Verf, angiebt, sondern oft in Midrasch Rabba Deuteron, findet). Anfänglich jedoch introducirten eng anschließende Stellen den Vortrag über die Parascha. Da sich nun oft mehrere geeignete nicht pentateuch. Stellen vorfanden, so waren sie nicht sixirt. Nach und nach ist der Vortrag dieser introducirenden Stellen auch da zur Norm geworden, wo man sie nicht mehr zur Jntroduction wählte. Dies die Genesis der Haphtara (von IDE — nns wie in Dm IDE», DM niDE — Eröffnung). Haphtara heißt daher nicht Schluß sondern Jntroduction nrpriE. — Daher auch die Fluctuation, die in der Bestimmung der Haphtara's noch im Talmud herrscht, daß nur für vier Sabbate und die Feiertage-Haphtarot namentlich angegeben sind. Dieser zufälligen Entstehung der Haphtarot ist es zuzuschreiben, daß sie in so geringem Ansehen bei den Juden standen, daß man sie meist von Kindern recitiren ließ. — Wir gestehen, daß uns diese Herleitung der Haphtara eben so wahr wie ingeniös scheint. — . (Fortsetzung folgt.)

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