Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 5 (29.1.1842)
- Date
- 1842-01-29
- Page
- Spalte 69-70 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Frankels' Studien zur Septuaginta, nebst Beiträgen zu den Largumim. 69 Texte unverändert wiederkehrende Stellen in der LXX ausgelassen sind. — Die Entwickelung der LXX weite demnach der der Targumim analog. Diese Behauptung wird noch dadurch unterstützt, daß Levit. unb Deuteron, in bem LXX am gelungensten übertragen und am reinsten von fremden Zusätzen seien. Der Vers, vermuthet daher r daß diese beiden Bücher, die eigentliche Gesetzessammlung enthaltend, besonders Levit, wo dem Leser viele Schwierigkeiten begegnen, schon früh eine durchgreifende Uebersetzung erheischten und daher weniger als die übrigen Bücher unberufenen Verbesserern Gelegenheit gaben; die Ergänzung zu den übrigen Büchern hingegen, wäre erst zur Zeit der völligen Unkunde des Originals erforderlich geworden und trüge daher die Gebrechen ihrer Zeit. — Sonach wäre die Angabe des Aristeas von einer fcühern unvollständigen Uebersetzung, so wie die Sage von den 72 Vertenten (woraus hervorginge, daß die Uebersetzung in ihrer Totalität von verschiiedenen Autoren ausgegangen) nicht ohne historischen Grund. — Ist dies auch nur Hypothese, so ist es doch eine wahrscheinliche und naturgemäße. Der vierte Paragraph „Palästinische Nachrichten" giebt eine Zusammenstellung und Vergleichung der Berichte über die Septuaginta nach dem babylonischen und jerufalemischen Talmud und der Mechilta, welche letztere fast ganz mit dem Jerusalem. Talmud übereinstimmt. Aus der Vergleichung ergiebt sich die größere Zuverlässigkeit des jerusalem. Talmud. — Ein kurzer Auszug dürste den resp. Lesern nicht uninteressant sein. — Der babylon. Talmud (Megilla 6) hat die Sage von 72 Greisen, die auf Befehl des Ptolem. in 72 Zellen gesetzt worden seien, wovon der jerusalem. Talmud nichts weist Beide Talmude erzählen von vorgenommenen Veränderungen, deren Zahl der jerusalem. Talmud genau auf. 13 bestimmt; der babylon. Talmud aber giebt keine Zahl an und har 15, wovon 2, im jerusalem. Talmud nicht erwähnte Varianten nämlich Exod. 24, 5 und 11 für WüNT eben ganz unerklärlich sind, wie Nasch: und Tosafot schon a. v. O. bemerken. Unser Vers, combinirt, wie es scheint, glücklich Note p, daß diese wohl aus Mißverstandniß aus dem jerusalem. Talmud Taanit 12 'ttiüyT “DD 'Dl WäD dddd .1 sich eingeschlichen haben mögen. — Ferner giebt der babylon. Talmud zweimal an, 2CO vh) warum sie nicht dem Texte treu geblieben, wovon im jerus. Talmud keine Spur, und was Elossem zu sein scheint. Endlich spricht der babylon. Talmud deutlich von einer Uebersetzung, während im jerusal. Talmud nichts davon zu lesen ist. — Kleinere Abweichungen übergehen wir. Es geht aus diesem schon genugsam hervor, warum der Verf. sich an die Aussagen des jerusi Talmud hielt, und da dieser von keiner Uebersetzung spricht, und die Varianten sich nur im Texte, der zu den angegebenen Befürchtungen Veranlassung gab, motiviren lassen, in der Uebersetzung aber der Grund dazu wegfiel; da sich ferner in der uns vorliegenden LXX nur vier dieser Varianten finden: so schließt der Vers., daß wohl ein hebe. Text dem Ptolem. übergeben wurde, verwirft aber Tychsens Ausgleichung von der Uebergabe eines hebt. Textes in griechischen Lettern, die weder im jerusalem. noch im babylon. Talmud begründet ist, und überhapt sehr sonderbar erscheint. —- Der 5. Paragraph „Die Septuaginta aus dem Ehaldaischen verfaßt," verbreitet sich über die Frage, wonach ist die corrumpirte vom heutigen hebräischen Texte so sehr abweichende alexandrinische Version abgefaßt- Der Verf. verwirft die Meinung d. R. Asaria de Rossi, daß die Septuaginta ursprünglich correct erst von alexandrinischen Griechen vorsätzlich verfälscht worden sei, besonders aus dem Grunde, daß Philo sie schon nach ihrer heutigen Gestalt citirt, und also die Eorruption nicht von Christen sondern von Heiden ausgegangen sein müßte. Was hatten aber die Heiden mit der heil. Schrift zu thun, und wer hätte ihnen Zutrauen geschenkt - Bei dieser Gelegenheit werden Note b Gesenius zwei Jnthümer nachgewiesen, welche zum warnenden Beispiele dienen könnten, daß jeder Gelehrte nur mit eignen Augen sehen und sich nicht auf das Lesen Anderer verlassen möge. — Dieser Gelehrte nämlich führt in seiner Schrift über den Samarit. Pentateuchan, daß nach R. Asaria alexandrinische Juden aus Haß gegen die Palastiner die LXX nach dem Samarit. Pentateuch modisicirt hätten, wovon bei Asaria nichts zu finden; er bürdet ferner dem R. Asaria einen parteiischen Widerwillen gegen die Septuaginta auf „ . . . qua omnes fere Judaei graece non loquentes versionem Alexandrinam prosequuntur "5 wahrend derselbe nur zu sehr von Hochachtung gegen die LXX und die Ansteische Sage durchdrungen ist. — Gründlich beweist auch der Verf. die Unhaltbarkeit der Hypothese, daß. Fehler der Alexandr. Version aus einem vorgelegenen Targum geflossen seien, da sich dann dieselben Zweifel auf dieses Targum werfen, und, sofern dieses, an Zeit früher und an Sprache der hebräischen homogen war, desto schwieriger zu lösen sein würden» Er nimmt an, daß den LXX zwar ein paraphrastisches Targum zur Hand ging, sie aber dennoch aus einem, nicht immer von ihnen verstandenen, hebräischen Texte übersetzten und die Abweichungen zum Theil aus ersterem, zum Theil aber aus Mißverstandniß des letztem flössen, welche Abweichungen dann bei den jungem Theilen der Septuaginta mit Abnahme der hebt. Kenntniß zunahmen. Glücklich scheint uns die Combination, daß der Samaritaner eben dieses Targum benutzt haben möge, woraus dessen Aehnlichkeit mit der LXX zu erklären wäre. — Im folgenden Paragraph „Ort der Abfassung der Septuaginta und Abschluß derselben" wird bis zur Evidenz erwiesen, daß nicht alle Bücher der heiligen Schrift 5 *