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Der Orient · 1842-01-22 · 4 (22.1.1842) · p. Spalte 61-62

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
4 (22.1.1842)
Date
1842-01-22
Page
Spalte 61-62 (sequence 7)
Language
German
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61 „Laubhütte und Palmzweig" von Ettlinger. Jüd. Alcherthumskunde. Beschneidung. 62 ' turhistorischen Kenntnisse (hun, indem er seine Zw eifel laut werden läßt, ob, da doch die rDIS über die d^D '1 nicht anders als gesprochen werden darf, die Spitzen der Gewächse nach oben, die Wurzeln aber nach unten zu — ob nun die Europäer ihrer Pflicht genügen, falls sie sich solcher Palm zweige und Myrthen bedienen, die in —Amerika gewachsen sind, da ja bei unfern Gegenfüßlern der Wachsthum der Bäume und Pflanzen ein — entgegengesetzter ist. „qn Dty w*n irfru TnD.-*pDn Nin pten "♦dmd nud? -iw onn mnro Wie gefällt Ihnen dieser Scharfsinn? Schade für die Kenntnisse, die in Alrona so verkümmern müssen.' S. 55 und 56 befindet sich eine sehr gelehrte Untersuchung, ob der Israelit, falls er so unglücklich wäre (!) — keine Hände zu haben, den Palmzweig nicht auch zwischen die Zähne nehmen und hin und her bewegen dürfte. — Wäre man nicht von der Frömmigkeit dieses Schwärmers überzeugt, man würde darauf schwören, er wollte die religiösen Eeremonien — travestiren und lächerlich machen. — S. 64 und 65 finden Sie eine weitläufige Abhandlung wie die Väter verpflichtet seien, selbst dem noch zarten Söhnlein einen Palmzweig mit Zubehör zu kaufen, damit das Knabchen schon früh —, zur Frömmigkeit ungehalten werde; es muß jedoch die Kunst verstehen, den Palmzweig nach ritueller Vorschrift (jhd) hin und her zu bewegen. Sie sehen, die ^Pädagogik ist in diesem Buche auch bedacht. Auf derselben Seite — doch es ist genug an den mitgetheilten Proben, um den denkenden Leser auf — Israels religiösen Zustand aufmerksam zu machen. Ist es nun zu verwundern, daß ein Mann, dessen Gehirn mit solchen Alfanzereien ungefüllt ist, und dem diese Alfanzereien für Religion gelten, bei dem sie eine solche Wichtigkeit erlangt haben, daß seine erste Muße der Untersuchung über dergleichen Bagatellen gewidmet wird, daß das erste Buch, das er Herausgiebt, diese Dinge behandelt — ich sage, ist es zu verwundern, wenn ein solcher Mann die Fortschritte im Iudenthume, die Verbesserungen im Synagogen wes en; die r e li g i ö se n Umbildungen verdammt und anathemirt? Und das ist geschehen! Hr. Ettlinger hat sich, nach dem bekannten Sprichwort: „Eine Krähe hackt der andern die Augen nicht aus" — vor einigen Lagen Hrn.Bernays angeschlossen und ein Schreiben an seine lieben Gemeinden erlassen, worin er das Lempelgeb et buch für illegal erklärt, mit derselben I g n o r a n z, mir derselben Unverschämtheit, wie sein Vorgänger. — Uebersteigt es nicht Me Begriffe, daß diese Leute, deren Element doch Mi sch na, Talmud und Poskim sind — sich nichtentblöden, gegen Mischna, Talmud und Poskim mit ihren grundlosen und lügenhaften Behauptungen aufzutreten, dem Volke Sand in die Augen zu streuen und selbst denEinsichtsvollern durch den dreisten Ten ihrer Behauptungen zu imponiren?- Lieber Freund! es ist wahrlich die Zeit gekommen, die Herren zu c ont roll iren, ihre Narrheiten zu enthüllen und ihnen auf die Finger zu klopfen, wenn sie es gar wagen, von den Männern, deren ganzes Leben dem wahren Heil Israels geweihet ist, wegwerfend zu reden oder zu schreiben und so zu thun, als ständen die Quellen der jüdischen Gelehrsamkeit, die sie leider! vergiftet haben, nur ihnen zu Gebote. Nicht das Allergeringste dürfen wir fortan diesen Finsterlingen durchlassen, aber nicht mehr wie bisher, unter der Blume, nein, in klaren, deutlichen Worten wollen wir es ihnen sagen, was sie sind und was sie fein sollen; sagen, was wir find und was wir wollen; sagen, was für Israel gut ist und Noth thut; sagen, was die Zeit, was der Staat, was die Menschheit unbedingt und unabweisbar fordert; sagen, daß sie, falls sie anderer Meinung wären, sie diese ihre Meinung öffentlich und mit Gründen erhärten müßten; sagen, daß sie, falls sie schweigen, nicht blos die Nachwelt allein', sondern auch die Mitwelt vor Gericht ladet. — Achten sie dessen ungeachtet nicht darauf: — nun so haben sie sich selbst für moralischimpotent erklärt, gebrandmarkt, und wir werden schon wissen, was mit solchen moralischen Zwittern anzufangen ist. Nichts mehr für heute. Mir ist der Kopf und das Herz so voll und ich muß meiner Feder Gewalt anthun, damit Sie und die Leser nicht noch ärger heimgesucht werden. W * * •’ \ Jüdische Atterthumskunde. Die Beschnekdung bei de« Israeliten. Vom historischen, kritischen und medicinischen Standpunkt. (Fortsetzung von Nr. 1.) Hält man dieses fest, so läßt es sich mit ziemlicher historischer Bestimmtheit Nachweisen, daß die Beschneidung bei den Egyptern bis in die Nahe der Lebzeiten des Patriarchen Abrahams hinaufreicht, wenigstens könnte man dieses von der egyptischen Kriegerkaste, von der die beschnittenen Kolcher abstammten, mit vieler Wahrscheinlichkeit behaupten. Halten wir nun diesen aus Herodot hergeleiteten Schluß dem oben angeführten Aussprüche unsers Propheten Ezechiel entgegen, der beiläufig über 100 Jahr vor Herodot gelebt haben muß, wo es als eine Strafe und Schande für den König und die Krieger in Egypten erklärt wird, mitten unter den Unbeschnittenen erschlagen liegen zu müssen, so sehen wir, wie zwei durch Zeit, Sprache, Sitte und Religion ganz verschiedene Stimmen sich hier begegnen und vereinen zur Bekräftigung unsrer Ansicht, daß in Egypten wenigstens die Kriegerkaste den Beschneidungsgebrauch gekannt

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