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Der Orient · 1842-01-22 · 4 (22.1.1842) · p. Spalte 59-60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
4 (22.1.1842)
Date
1842-01-22
Page
Spalte 59-60 (sequence 6)
Language
German
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59 Literatur des Rückschrittes. „Laubhütte und Palmzweig" von Ettlinger. KO geeicht" re.3) Nun bitte ich Sie, wird, kann ein Rabbiner, dessen Kopf und Gemüth von solchen Lehren angefüllt ist, selbst auch nur an den Staub des Heiligthums reformatorisch die Hand legen? Was würde der selige yizy' feigen, wenn er seinem Grabe entstünde und jetzt noch als seinen Nachfolger einen Soharisten fände! 4) — Was an dem Manne noch ferner charakteristisch ist, aber mit seiner Vorliebe zur Mystik zusammenhängt, ist der Umstand, daß er sich in seinem Buche fast durchgängig als Rigorist zeigt, immer NIDrfr! (Bergt. Bl. 60. S. 1 und S.2. ebenso Bl. 74. S. 1 u. s. f.) Ich führe das mit Bedacht an, mein verehrter Doktor! weil auch dies aufs Unverkennbarste Zeugniß ablegt, daß der Mann seine Rufgabe, als Rabbiner und Volkslehrer heilsam zu wirken, nicht verstehet, nicht zu lösen vermag. Derjenige Volkslehrer, der die Zeit mit ihren Forderungen kennt und dem das Wohl der ihm anvertrauten Gemeinde am Herzen liegt, muß das lMQ ^iy, bas durch Druck und Unwissenheit zu einer unerträglichen Bürde geworden, zu erleichtern und nicht zu erschweren suchen. — Ist das etwa eine neologische Ansicht? Nun dann war der TalmudistRabbi Samlai, dann war Raschi auch ein Neologe! der erstere hat öffentlich gepredigt, daß die bekannten ihn durch die Propheten auf eine sehr geringe Zahl beschränkt wurde, letzterer commentirt, von Weisheit und Menschenkenntniß zeugend, daß die früheren höher gestandenen Generationen das Joch vieler Mizwot ertragen konnten, was die später» Geschlechter nicht im Stande sind, und so mußten jene Männer das Joch zu erleichtern suchen und diese Rücksicht muß auch in der Folge genommen werden." 5) Doch mein Brief wächst mir zu sehr an, daher ich denn.auf Einzelnes im Buche Sie aufmerksam machen will; die angeregten Punkte werde ich später einmal ausführlicher behandeln. 6) — Der tief in seinen Gegenstand eindringende Verf. macht Bll 23. S. 1. über die rtfn, ^ie da lautet 5 vD ntfifjn rDiDD „MTD L/'Q L/N" //Man verrichte kein verächtliches G eschäft in der Laubhütte" die erbauliche Betrachtung, daß der eheliche Beischlaf.(ntDDn wwn) in der Laubhütte nicht verpönt sei, denn nach dem Gesetze muß die Laubhütte in allen Stücken — das Haus ersetzen pjo nnn* Nicht wahr, Sie wundern sich, daß Hr. Ettlinger so 3) -op .rp D^nn yy. 4) Es ist bekannt, daß dieser gelehrte Rabbiner der Sohn des berühmten '»Mlv'-r Vers, der o^n tw unwiderleglich dargethan, daß schlechterdings das Buch VM nicht verfaßt haben kann. 5) Trakt. nVD Bl. 23. S. 2 Bl. 24. S. 1. 6) Einstweilen mache ich aus folgende Stellen aufmerksam auf Trakt. niND, Bl. 32. S. 2. Talmud Ieruschalmi Trakt, fültf, Bll 81. ’^tsnnD rou^D, am Schluß des 70. tz., wo es ausdrücklich heißt: DIN nrp DN ’Nian ■ W by*" Noch stärker ausgedrückt n^L7N b 54. Eben so OS DDH b 45 \u m. St. wenig rigoros ist? Das kommt daher, weil ein großer Kabbalist diese humane Gesinnung hegt, den der Verf. als Gewährsmann citirt 2HD "p"* Indeß Hr. Ettlinger giebt auch seinen Verstand nicht gefangen; denn er fügt hinzu, daß auch nach der Vernunft das oben benannte Geschäft ein pflichtmäßiges, kern verächtliches zu nennen fei: rm d t^wn npD Nh runu traon pi ruiyv niD bti! yß* @in wvätyttidjeö Geschäft scheint unserm serupulösen Vers, aber — das Nachtgeschirr in die Laubhütte zu bringen; daß man daselbst das nöthigste Bedürfniß nicht befriedigen dürfe, verstünde sich von selbst. Sind diese Untersuchungen nicht äußerst lehrreich und erbaulich? Bl. 24. S. 2 ist Hr. Ettlinger ganz verpicht daraus, „daß der Mann des Nachts in der Laubhütte zubringe, selbst wenn er des engen Raumes halber allein schlafen müßte. Die Frauen, meint er, fromm wie sie sind, leisten gern auf die ehelichen Freuden Verzicht, wenn nur ihre Ehegatten dev Pflicht sich in der Sueca zu verweilen, vollkommen, also auch zur Nachtzeit genügen können." nnip“l5f onM NDflDBl \\nbw h» h mho jrftyn nvob rnsw in Bl. 32. S. 2 will es Hr. Ettlinger durchaus nicht billigen, daß mehrere Hausväter, die in einer und derselben Hütte das Kid dusch verrichten, aus Artigkeit auf einander warten und nun auf einmal die Segensformel sprechen. Er mint, die Artigkeit gegen Menschen dürfe die Ehrfurcht gegen Gott nicht verdrängen, das geschehe aber bei diesem Uno sono weil auf diese Weise keiner die Segensformel des Andern durch ein „Amen" besiegeln könne (O heilige Ein- : feta 0. — Bl. 33. S. 2 spricht Hr. Ettlinger einen Grundsatz aus, der aller und jeder liturgischen Reform den Weg verrammelt! und versperrt, nämlich: miß ntißft pN pN! „Nie darf man irgend einen eingesuhrten Gebrauch verändern." (Vom Aufheben kann freilich die Rede nicht sein!) — Daselbst schärft Hr. Ettlinger den Leuten es ein, kein Geld zu schonen und einen Palmzweig aus eigenen Mitteln - zu kaufen. Im Namen des hnD liest man a. d.St., daß das Wort 2^ aus jp und h componirt sei, da es ft (36) Gerechte und ft (36) Talmudtraktate gebe, die Thora aber mit 3 beginne und mit p schließe (Riecht wieder nach mystischem Unsinn!!). Der Zahlenwerth von betrüge 68, von demselben Zahlenwerth sei aber auch das Wort Leben. Wer sich demnach einen recht schmucken Lulab kaufe, genieße das diesseitige und jenseitige Leben (iy'm i'nßn)« Probatum est, und ein allerliebster Weg für dieReichen, dr6 irdische und himmlische Leben auf eine leichte spottwohlfeite Weise sich anzueignen. Es kommt indessen noch besser. Da Hr. Ettlinger uns anschaulich zeigen will, „wie schon es sei, neben dem talmudischen Studium sich auch auf andere Kenntnisse gelegt zu Hagen" [ptf Dy nn HD’]/ ft läßt er uns Bll 54. S. 2 einen bescheidenen Blick in seine geographischen und na-

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