Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1842)
- Date
- 1842-01-22
- Page
- Seite 28 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2360092-2360201-2360206--2319-3529032- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
28 dm Maßzetteln)" — —- Vergebens sannen wir, was eigent- < lich diese Worte sagen wollen. Die Redaction. hat mit dem Debit der Allgemeinen Zeitung des Judenthums gar nichts zu thun. Die Verlagshandlung ist die Baum g artn er'sche Buchhandlung, die wir nur zu nennen brauchen, um den Sachkundigen wissen zu lassen, daß hier'nur von dem solidesten Wege des Buchhandels die Rede sein kann. Der Redacteur erhält zehn Freiexemplare, von denen er zwei an Freunde verschenkt, acht für sich behält. Niemals hat er Jemanden um Lheilnahme oder Förderung angesprochen, niemals Jemandem ein Exemplar angeboten, was auch die Verbreitung des Blattes in allen Weltgegenden gewiß nicht nothwendig macht. Wir fordern Jedermann auf, uns nur ein Beispiel des Gegentheils nachzuweisen. So haben wir denn in dieser „Erklärung" ein eomplettes Stückchen von den Künsten dieser Leute. Politische und moralische Verdächtigung statt Gründe, Beweise, Discussion! Die Leser dieses sehen leicht ein, daß wir den Abfasser dieser „Erklärung" gerichtlich zu belangen das volle Recht hätten; allein wir haben dergleichen von jeher unter unserer Würde gehalten, und könnten in der Thal nur über die' ohnmächtigen Ränke und über die kraftlose Wuth, die sich da abermals äußern, lächeln, wenn wir sie nicht vom Grunde der Seele bedauerten. Magdeburg, den 9. Januar 1842. Die Redaction der Allgemeinen Zeitung des Judenthums. Nachträglich bemerkte noch die Redaction der Ä. Z. d. I. Um dem resp. Publicum die Gelegenheit zu geben, selbst zu urtheilen, ob es Parteilichkeit war, wenn wir die Entgegnung des Kaufmanns Simon Leffmann Beit auf das Votum des großherzogl. mecklenburgischen Landrabbiners Hrn. Dr. Holdheim als nichtssagend und unbedeutend bei Seite regten, haben wir uns bewogen gefühlt, m Nro. 4 unserer Zeitung das Product des Hrn. Beit abdrucken zu lassen. Leipzig, Sonnabend 15. Jan. Diesen Morgen wurde, die sterbliche Hülle unsecs vielgeliebten und hochverehrten Krug zur Erde bestattet. Den Leichenzug eröffneten Ehargirte, welche, wie dies bei allen von Studenten veranstalteten Aufzügen der Fall ist, die Fahnen der Universität trugen; ihnen folgten die Leidtragenden unmittelbar vor dem Leichenwagen, diesem reiheten sich die Professoren der Universität, so wie eine Deputation der hiesigen israelit. Gemeinde an, und beschlossen ward derselbe von einer großen Anzahl Studirender. Auf dem Friedhofe angelangt, wurde, beim Versenken des Sarges in das Grab, vom Pauliner-Sanger-Vereine ein eben so schöner als ergreifender Gesang angestimmt. Superint. Dr. Großmann sprach sich sodann in wenigen aber bedeutungsvollen Worten über das Wirken des edlen Dahingeschiedenen aus, indem er nicht nur erwähnte, wie er durch Wort und That an jedem der Menschheit zum Frommen gereichenden Ereignisse Theil genommen, wie er in jener unglücklichen Zeit, wo Deutschland einem fremden Joche zu unterliegen schien, aufgetreten, wie er später das Panier eines edlen, nach Freiheit strebenden Volkes, welches unter dem härtesten Drucke grausamer Barbarei schmachtete, ergriffen und dieselbe, soweit er vermocht, mit errungen geholfen, wie er bei der Stande-Versammlung 1830 einer Nation, deren Rechte Jahrhunderte lang mit Füßen getreten, mit aller Wärme bei deren Wied er erringen bergest anden, sondern auch wie er als Lehrer und Gelehrter durch sein Beispiel auf die studirende Jugend gewirkt,' und im Geiste noch fortwirken wird. ' Schön und passend führte er unter Andern die Stelle aus der heiligen Schrift an: „Du hast mit dem Pfunde, das dir geworden, reichlich gewuchert und nicht unnütz vergraben." Voll tiefer inniger Rührung verließ die versammelte Menge die Grabesstätte des theuren Verblichenen. Aber es schien, als wenn man sich von dem vielgeliebten Tobten gar nicht trennen könnte; denn noch an selbigem Abende um Uhr versammelte sich der größte Theil hiesiger Studirender auf dem mit dem' winterlichen Silberglanze beschienenen Kirchhofe, um durch ein Fackelständchen am Grabe dem Dahmgeschredenen, theuern Lehrer noch einmal ihre Dankbarkeit auSzusprechen. Die Stille, welche auf dem Friedhöfe herrschte, der mondhelle Abend und der Fackelschein, alles dies schien beizutragen, daß die ernstgestimmten Gemüther aller Anwesenden eine Wehmuth ergriff. Diese ward aber noch gesteigert, als die drei Sänger-Vereine hiesiger Universität mehrere treffliche, der Feier ganz angemessene Gesänge ertönen ließen. Noch einmal versuchte Einer der Studirenden die Verdienste des hohen Verklärten im Allgemeinen, insbesondere aber die, welche er sich als ehemaliger Rector und Lehrer um die Universität erworben, ins Gedächtniß zurückzurufen und ihm im Namen Aller den heißesten Dank ins Grab nachzucufen. Auch ein jüdischer Student (aus Odessa) vermochte nicht dem Drange seines Herzens zu widerstehen, ihm, dem Verfechter der heiligsten Rechte seines'Volkes, im Namen der ganzen jüdischen Nation seinen Dank noch einmal auszusprechen, ungefähr in diesen Worten: „Ich stehe hier, vielleicht der Einzige von den Vielen meines entfernten Vaterlandes, die bei der Trauecnachricht von dem Tode dieses Edeln tiefer, inniger Schmerz erfüllen wird. Im Geiste dieser Vielen, im Drange meines eigenen Herzens, rufe ich Dir, Verklärter! den letzten Fciedenswunsch in die Ewigkeit nach, obgleich Du droben vor dem Throne des Allwaltenden der Friedenswünsche eines Sterblichen nicht bedarfst; und das rufe ich nicht allein für die Vielen, die mit mir ein Vaterland (heilen, auch für die. Zahlreicheren, die mit mir keines Haben, oder nur so selten eines, für dessen heiligste Rechte Du zuerst die Stimme freien, begeisterten Menschensinnes erhoben. O, eine herrliche Saat voll Liebe hat der Ewige in dein Herz gelegt, das nun unter dem Hügel zerfallen wird, den wir mit unfern Thranm netzen; groß und herrlich ist sie aufgegangen Deinen Zeitgenossen und der spaten Nachwelt. Ach, und alle diejenigen, in deren Namen ich hier spreche,