Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1842)
- Date
- 1842-01-22
- Page
- Seite 27 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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27 meranten Behufs der Herausgabe des großen hebräischen Wörterbuches des R. S a lo woben Abrah am P a ccho'N auf. Sein Unternehmen findet anch . hier allgemeine Theilnahme und es wäre zu wünschen, daß der, Herausgeber von Seiten seiner deutschen Glaubensbrüder eine gleiche Unterstützung fände, wie er sie in seiner Heimath Pucho von dem Hm. Leopold Langfelder gefunden, der ihm das Geld zum Papier des zu erscheinenden Werkes vorgeschossen. Leipzig, 12. Jan. Der Streit über das Gebetbuch deS Tempels, der von Seiten der Orthodoxen begonnen und von dieser Seite auch nicht selten mit Persidle geführt wird, hat leider nun auch in den öffentlichen politischen Blattern Platz gewonnen, wenn auch nur unter den Ankündigungen. Die sogenannten Eiferer sind natürlich hier wieder die ersten, welche diesen Gegenstand in ein fremdes Gebiet spielen. Einer derselben hat gegen die Redaction der allgemeinen Zeitung des Judenthums in der L. A. K. Nr. 7 eine Erklärung eingerückt, worauf die Redaction in Nr. 12 dieser Zeitung geantwortet. Dieser öffentliche Streit ist ganz geeignet die sogenannte fromme Partei zu charakterisiren, obgleich es sich nicht (augnen laßt, daß auch die andere sich so Manches hat zu Schulden kommen lassen. Die erwähnte Erklärung lautet: Der Herr Redacteur der Allgemeinen Zeitung des Judentums, „genannt" ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse, hat nicht allem in einer feiner Person völlig fremden Sache Partei ergriffen und schon seit längerer Zeit die Spalten seines Blattes mit sachentstellenden Berichten, mit den gröbsten Schmähungen gegen einen in Amt und Würde stehenden Mann ungefüllt, sondern es sogar gewagt, eine ihm zur Beleuchtung entstellter Thatsachen erngesandte Berichtigung nicht aufzunehmen! Wenn wir auch dem Herrn Redacteur (erwägend, daß er mir' dem oben bezeichneten Blatte, unbekümmert um dessen sittlichen Werth, Handel treibt, wie weiland Letzel mit den Ablaßzetteln) es nie verargt haben, daß er, glaubend, „der Zweck heilige die Mittel", mit sichtlichem Wohlgefallen alles Das zu Lage förderte, was eine gewisse sogenannte reformatorische Partei ihrem Zwecke dienlich erachtet; eine Partei, deren Streben dahin gerichtet ist, das bestehende religiöse Verhältniß durch eine nach eigener dem zeitlichen Interesse zusagenden Methode neu gebildete Exegese in Verwirrung und zur Auflösung zu bringen; eine Partei, welche heute ihr Interdict über den Talmud ausspricht, und sich morgen desselben bedient, um die Evidenz und Gesetzlichkeit ihres neu aufzustellenden Religronsgebäudes beweisen zu wollen: wenn es uns von dem angegebenen Standpunkte des Herrn Redacteurs ans sonach nicht aufsiel, daß er sein Blatt dazu bestimmt, die Angriffe zur Oeffenttichkeit zu bringen, welche jene Partei, weil sie aus politischen Gründen es nicht wagen bars, gegen die auf Schrift und KradiLion basirende, in allgemeiner Geltung stehende praktische Religionsausübung anzukämpfen, gegen deren Vertreter und Anhänger richtet; wenn wir endlich allen diesen Calumnrationen und Herausfoderungen ein beharrliches Stillschweigen entgegengesetzt haben, so glauben wir die vorstehende Rüge um so mehr vor das Forum eines gebildeten Pubticums. bringen zu müssen, als jene zurückgewiesene Berichtigung frei von aller Persönlichkeit ist. Hamburg, im December 1841. Die Erwiederung der Redaction der A. Z. d. I. darauf: Unter den Ankündigungen in der Beilage dieser Zeitung vom 7. Januar befindet sich eine wider uns gerichtete „Erklärung", deren kauderwelsche und mysteriöse Ausdrucksweise wenigen Lesern verständlich gewesen sein wird. Wir wollen klarer, einfacher reden. Es betrifft diese die Angelegenheit des Gebetbuches für den bereits 23 Jahre bestehenden israelitischen Lempel zu ^Hamburg, gegen welches der Herr Chacham Bernays eine Bannerklärung erlassen. Allerdings erklärten wir uns in dieser Sache unter Darlegung unserer, aus. den jüdischen Gesetzesschristen und der Geschichte der jüdischen Liturgie gezogenen Gründe gegen den Hrn. Bernays und für eine angemessene Cultusreform (Nr. 51 der Allgemeinen Zeitung, des Judenthums v. I.). Zugleich gaben wir jedoch zu erkennen, daß wir auch angemessene Entgegnungen aufnehmen würden, selbst wenn sie wider die persönliche Ansicht des Redacteurs liefen, da nicht diese, sondern die Sache an sich alleiniger Hauptzweck ist. Dies hatte zur Folge, daß eiae einzige Entgegnung, und zwar von Hrn. Kaufmann S. Leffmann Beit in Hamburg ernlief, von dem daher auch nur die Erklärung herrühren kann, weshalb wir seinen Namen zu nennen berechtigt zu sein glauben. Wir hatten bereits zwei Einsendungen dieses Mannes in dieser Angelegenheit in der Allgemeinen Zeitung des Judenthums gegeben, allein diese Entgegnung war so matt, nichtssagend, geschwätzig und ungründlich, daß wir sie bei Seite legten. Denn die Unparteilichkeit eines Blattes kann die Redaction nicht verpflichten, jeden Wisch abdrucken zu lassen, wenn dieser zufällig eine Entgegnung ist! Was können wir dafür, daß es dieser Partei an einem tüchtigen Wortführer fehlt, der für sie in die Schranken trete? daß sie so weit herunter ist,, um zu Hrn. Kaufmann Simon Leffmann Beit ihre Zuflucht nehmen zu muffen? Dies ist die Sachlage. Was nun die Erklärung betrifft, so enthält sie leider! abermals Das, was — nicht die orthodoxe — sondern die hyperorthodoxe Partei sich von jeher hat zu Schulden kommen lassen: den Versuch, ihre Gegner politisch zu verdächtigen, den boshaften Satanskniss, auch die aufrichtigste Bestrebung, sobald sie ihr nicht als Magd dienen will, als Umsturz, Auflösung re. bezweckend zu denunciren. Die Welt kennt dies bereits, und wir — verachten ihre Insinuationen. Die Allgemeine Zeitung des Judenthums hat in den se ch s Jahren ihres Bestehens eine breite Basis in dem Vertrauen der jüdischen Glaubensgenossen gewonnen. Wie oft mußten wir von kurzsichtigen, stürmischen Radicalen den Vorwurf des Stabilismus vernehmen, da, wo wir auch diesen in seinen Rechten und in seinem Inhalte würdigten und verteidigten. So ergeht es zu jeder Zeit Denen, welche vom festen historischen Standpunkt aus die Entwickelung des Göttlichen in der Menschheit zu verfolgen ringen. Solche stöhnen den Leidenschaften der momentanen Parteiungen nicht, und müssen daher die Schmähungen derselben ertragen. Aber nimmermehr wird es diesen selbstischen Umtrieben gelingen, die Oberhand wieder zu gewinnen, und das Unmoralische und UnreligiLse ihrer Handlungsweise wird ihre Schale immer tiefer, tiefer hinabdrücken! . . Wir überlassen daher die „Erklärung" ihrer ganzen Verächtlichkeit. Nur die eine Phrase erweckt noch unsere Aufmerksamkeit: „Wenn wir auch dem Hrn. Redacteur (erwägend, daß er mit Lern oben bezeichneten Blatte, unbekümmert um dessen sittlichen Werth, Handel treibt, wie weiland Tetzel mit £ *