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Der Orient · 1842-01-22 · Heft 4 (22.1.1842) · p. Seite 26

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 4 (22.1.1842)
Date
1842-01-22
Page
Seite 26 (sequence 3)
Language
German
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- 26 - in' Bezug auf die Zeit so ziemlich zusammenfallt. Gegen dieses Gebetbuch hat sich der Rabbiner mit seinem ganzen Anhänge, dem Bet-Din erhoben, um dieses Gebetbuch, ohne die geringste Angabe der Gründe, zu verketzern und in Bann zu thun. In der Ueberzeugung, daß nur auf dem Wege der Wissenschaft über diesen Gegenstand gekämpft werden kann, theile ich hier diesen Bann in einer treuen Uebersetzung aus dem Hebräischen mit, und ich füge nur noch die Bemerkung hinzu, daß der größte Theil der Unterschriebenen, der berühmte Rabbiner H. nicht ausgenommen, Fremdlinge, aus dem Posen'schen Eingewanderte sind, welche unsere Bedürfnisse, unsere Bildung, ja nicht einmal unsere Sprache, verstehen. Diese Verketzerung lautet: „Warnung an Alle, die sich Israeliten nennen, von dem Oberrabbiner in Gemeinschaft mit den übrigen jüdischen Synagogenbehörden, Bote-Dinim, bekannt gemacht: Theuere Brüder, Israeliten, die ihr Gott suchet, wendet euere Aufmerksamkeit den Worten der Redlichkeit zu, vernehmet auf daß euere Seele lebe! Unter allen zerstreueren Gemeinden Israels ist es bekannt, daß unsere Gebete, die wir an den Schöpfer der Welt richten, von den Männern der großen Synagoge begründet und angeordnet sind, und unter diesen Männern waren> bekanntlich sogar die letzten Propheten; diesen Anordnungen vertrauete ganz Israel von Geschlecht zu Geschlecht, bis jetzt fast über zwei Tausend Jahre lang. Leider sehen wir jetzt neue Anordnungen auftauchen; so eben ist eine Gebetordnung gedruckt worden, welche den Titel führt: Form of Prayer etc., woraus jeder ersehen kann, daß die Gebete bedeutend verändert, und daß. die Ordnung und der Umfang verkehrt und verstümmelt worden ist, so daß dieses Gebetbuch gegen das traditionale Gesetz ist, ohne welches wir das schriftliche Gesetz nicht verstehen, und wer daher dieses verlaugnet, auch ein Laugner des mosaischen Gesetzes ist. Als wir dieses große Uebel bemerkt, da faßten wir Much, für die Sache Gottes, um den Weg, worauf unsere Brüder wandeln, von den Steinen des Anstoßes zu säubern, und wir warnen und ermahnen daher jeden Israeliten, in dessen Herz die Furcht Gottes wohnr, das oben be^ zeichnete Gebetbuch nicht ins Haus zu nehmen, noch viel weniger, um daraus zu beten; denn Jeder, welcher aus demselben sein Gebet verrichtet, dem wird das Gebet zur Sünve, wie schon der weise König Salomo gesagt : wer sein Ohr wegwendek, um auf das Gesetz nicht zu hören, dessen Gebet wird ein Gräuel. Wer daher seiner Seele . Acht hat, der entferne das Unrecht aus seinem Hause, und wandte den Weg der Frommen, auf welchem unsere frommen Väter gewandelt. Und wir wollen unsere Gebete zu dem Gotte unserer Väter richten, daß er unsere Herzen einmüthig machen möge, auf daß wir unserm Gott auch einmürhig dienen können und Friede und Eintracht unter uns eine Stätte habe. Diese von uns kundgemachte Wahrheit unterzeichnen wir hiermit, durch unsere Unterschriften. London 9. Marcheschwan 5602. Salomo Ben Zebi, Rabbiner. David Ben Raffael Meldola. Abraham Chalua Ben Josef. Asriel Ben David Halewy. Ahron Ben Jehuda aus Lissa. Lob Ben Bar aus Krotosihin. " Frankreich. Bordeaux, 13. Decbr. (Arch. Isr.) Der Cursus des religiösen Unterrichts für junge Mädchen vom Hm. Groß-Rabbinm wurde den 29. Novbr. eröffnet. Mebr als 50 elfjährige Mädchen aus den verschiedensten Klassen der Israeliten, haben ihm dazu beigestanden.. Trotz der Strenge der Jahreszeit führten die Damen der vornehmsten Klassen regelmäßig ihre Töchter zu diesem Cursus. Eine große Anzahl unter diesen Damen nimmt selbst Theil an diesen Lectionen und sie zeigten sich befriedigt, dabei selbst zu prositiren. Bei Gelegenheit dieser Eröffnung hat der Groß-Rabbiner einen Vortrag gehalten, welcher die Zuhörer lebhaft bewegt hat. — Der Cursus des Unterrichts sür'diejungen Knaben hat den 24. October begonnen. — Deutschland. Pvettßen. Der König hat auf eine, die politischen und socialen Zustände der Juden in den alten preußischen Provinzen betreffende Vorstellung der Aelresten und Vorsteher der jüdischen Gemeinden zu Berlin, Königsberg und Breslau durch nachstehende Cabinetsordre geantwortet : „Ich habe Ihre Vorstellung vom 24. Nov. v. I. dem Minister des Innern zugefertigt, um die darin gemachten Anträge bei den von Mir angeordneten Berathungen über die bürgerlichen Verhältnisse der Juden zur Erwägung zu bringen, und behalte es künftiger Entschließung vor, inwieweit Juden zu academischen Lehrämtern zuzulaffen und welche Gerechtsame den jüdischen Gemeinden als Corpocatkonen beizulegen fein werden. Was aber die Angelegenheiten des jüdischen Cultus betrifft, so kann die Regulirung derselben zunächst nur von den eignen Vorschlägen der Juden ausgehen, zu deren Einholung der Minister der geistlichen Angelegenheiten das Weitere veranlassen wird. Charlottenburg, 13. Dec. 1841. (Gez.) Friedrich Wilhelms L. A. Z. Ber'lkrr, 10. Januar. Seit einigen Wochen befindet sich hier ein sehr ehren- und schatzenswecther jüdischer Gelehrter, Salomo Gottlieb Stern, aus Pucho in Ungarn im Trmschiner Comitate, und nimmt, wie aus einem gedruckten Prospekte zu ersehen ist, Pranu-

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