Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1842)
- Date
- 1842-01-22
- Page
- Seite 25 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dritter Jahrgang. Berichte, Studien «n- Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Mische Geschichte un- Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. J|| 4» Leipzig, den 22. Januar 1842» Orient. Palästina. (Die Bestrebungen der Juden-Misft'onen in Palästina.) — Großbritannien. (London. Ein neuer Bann gegen ein modernes Gebetbuch.) — Frankreich (Bordeaux. Die Mädchenschule.)— Deutschland. (Preußen. Cabin etsordre in Bezug auf Verbesserung der jüd. Zustande. Berlin. Die Ausgabe des hebr. Lexicons von Parchon. Leipzig. Der Streit üb. das Tempel-Gebetbuch und neue Verläumdungen. Leipzig. Prof. Krug's Tod und Bestattung. Leichenrede.) — Galizien. (Brody. Berufung des Rabbiners Christianpoller. Lemberg. Verschiebung der Wahl.) — Rußland. (Russische Grenze. Zulassung der Juden zu Kolonien. Bukarest. Bericht üb. die dortigen Juden.) — Populäre Aufsätze und Beurtheilungen. Ueber das Verhaltniß des Lehrers u. der Schule nach d. rabb. Rechte u. d. Herkommen. — Personalchronik u. Miscellen. — LB. b. Or. Orient. Palästina. Unter den mannigfachen Interessen, welche durch die neuesten Vorgänge im Orient für Palästina erwacht sind, unter den vielen Wünschen, das heilige Land der Wunder und der Verheißungen der barbarischen Gewalt des Islams zu entreißen, bildet das Bestreben der Juden-Missionen einen nicht unbedeutenden Theil, wenn gleich die Resultate dieser Bestrebungen, in gar keinem Verhaltniß . zu den großen angewandten Mitteln und Kräften stehen, und mithin mehr eine momentane als bleibende Bedeutung haben. Seit Jahren nämlich schon hat die Juden-Misston in England ihre Blicke auf das Land der beiden Testamente gerichtet, um dort ein sogenanntes christliches Israel zu sammeln und ein juden-christliches Reich zu gründen, zu welchem Zwecke alle dunkeln und Hellen Stellen der heiligen Schriften ausgebeuiet wurden. Diese geistige Krankheit Englands mit allen Symptomen eines Irrwahns, der sich durch eine biblische Phantastik und Apokalyptik den Äugen der Laien gezeigt, konnte natürlich nicht mehr unbeachtet bleiben, sobald das Phantasi'ebild m der Wirklichkeit seine Realistrung gesucht; und in diesem Sinne haben die Missionsdestrebungen nicht nur die Aufmerksamkeit des übrigen Europa, sondern auch die der- Juden, die es vorzüglich berührtem Anspruch genommen. Wir stellen daher hier unfern Lesern die Bestrebungen der Missionen und ihre gewonnenen Resultate zusammen, um theils daraus die vermeintliche Gefahr zu entnehmen, welche aus diesen Bestrebungen der jüdischen Kolonie erwachsen könne, theils die Mitte! aufzusinden, wie diese Vorgänge zum Wohle der dortigen Juden zu benutzen wären. Wie in alle Welt, suchten die Missionen auch in Palästina das Ehnstenthum unter den Juden zu verbreiten, obgleich mit eben so geringem Erfolg; jedoch mehr als anderswo übte der heilige Boden eine gewisse Anziehungskraft, welche englische und amerikanische Missionäre herbeilockte. (g. f.) Großbritannien. I London, Dec. 1841. Der Kampf über erlaubte Abänderung des bei uns sanctionirten Gebetbuches wird nicht blos auf dem Continent, sondern auch auf unserer Halbinsel mit großer Bitterkeit geführt, obgleich, wie wir uns mit betrübtem Herzen gestehen müssen, nicht mit bessern Waffen als in Hamburg, d. h. mit derselben orthodoxen Anmaßung, mit derselben Unwissenschaftlichkeit und mit demselben beleidigenden geistlichen Stolze. Die Westsynagoge der britischen Juden in London hat seit langer Zeit eine Reform des Gebetbuches beabsichtigt, und diese Bestrebungen im Sinne der neuesten Zeit haben endlich ihre Befriedigung gefunden in dem vor einem Jahre erschienenen neuen Gebetbuche, welches den Titel führt: Form of Prayer used in The West London Synagogue of British Jews, edited by D. W. Marks/printed by I. Wertheimer. London, 5601, und mit dem Tempelgebetbuche 4