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Der Orient · 1842-01-15 · Heft 3 (15.1.1842) · p. Seite 19

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 3 (15.1.1842)
Date
1842-01-15
Page
Seite 19 (sequence 5)
Language
German
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19 bic Gegenwart wird nicht leer ausgehen. Die Wische Literatur ist immerdar ein Spiegel für die Weltstell mig der Synagoge gewesen. Wenn wir nun in den Stand gesetzt werden, jene in ihrer geschichtlichen Entwickelung dis auf den heutigen Tag auzuschauen, so gewinnen wir erst hierdurch ein begründetes Urtheil über das Verhältniß der Synagoge zur heutigen Welt der Bildung und des Gedankens. Lange genug ist über so wichtige Dinge von Unberufenen gefabelt worden; wir wollen es Hrn. Dr. Zunz danken, daß er die Ergebnisse einer lebenswierigen Arbeit dem großem Publikum in bequemer und ühersichtlicher Weise darbietec; wir begrüßen in seinen Vorlesungen das erste Eintreten der von ihm gepflegten und bisher am würdigsten vertretenen Studien in die weitern Kreise des gemeinsamen geistigen Bewußtseins dem sie fortan, wenn er in feiner Lehrthätigkeit nicht ermattet, als unveräußerliches Ergenthum gehören werden. Wo es darauf ankommt, schwankende Begriffe festzustellen, falsche zu berichtigen, durch erweiterte Kenntnisse den Gesichtskreis unserer Einsicht in hochwichtige religiöse und geschichtliche Probleme zu erweitern, hat es in unserer Stadt niemals an einem ansehnlichen Auditorium gefehlt,, das sich zum Theil auch hier eingefunden und, wenn die Kunde von. diesen Vorlesungen sich weiter verbreitet hat, gewiß noch zahlreicher sich einsinden wird. L. A. Z. Hambneg, 28. Decbr. (Eingesandt.) Nach, dem bereits in Nr. 51 dieser Zeitschrift die wohlthatigen Einflüsse der unter Leitung des geistlichen Beamten, Sr. Wohl - Ehrwürden Herrn Isaak Bernap s, stehenden Talmud-Tora-Schule mitgetheilt worden, und dadurch ein Artikel gegen diese Schule in der Beilage zu Nr. 48 der allgemeinen Zeitung des Judenthums Berichtigung erhalten, verdient dieser Gegenstand ausführliche Erörterung. In jenem Artikel wird behauptet: ,fDaß von den 800 Knaben, welche seit 20 Jahren diese Schule verlassen haben, auch nicht Einer fähig sei, eine Zeile hebräisch zu schreiben, obwohl für dieses Fach allein sieben Lehrer angestellt sind. Wolle ein'nach den Grundsätzen der Orthodoxie lebender gebildeter Jude seinen Kindern Religionsunterricht ertheilen lassen, sollen sie auch nur -ftpft übersetzen lernen, von den 800 Zöglingen der T. T. ist keiner, dem er es übertragen kann." Diese Behauptung ist selbst in den unwesentlichen Thei- . len eine Unwahrheit, und im Wesentlichen eine Verlaumdung. Aus dem Register der Schule geht hervor, daß seit 20 Jahren höchstens 500 Knaben diese Schule verlassen haben, auch ist nur ein Lehrer, der auch in der Schule erzogen, für den Schreib-Unterricht angestellt. Ob von den entlassenen Schülern Einer fähig sei, hebräisch zu schreiben, und in allen jüdischen Kenntnissen zu unterrichten, ist dadurch beantwortet, daß dem Verfasser des Schmähartikels hier die Namm der seit 20 Jahren in der Talmud-Tora ausgebildeten berühmten Lehrer genannt werden, also mehrere hebrassch schreiben, und -pfl übersetzen können. Die Lehrer sind die Herren Magnus Josephsohn in London; Sander PhilippmParis; Alexander Beerin München; S. Frensdorf, früher in Hannover, jetzt Rabbiner in Mainz; I. 33« Rrntel in Fallmouth; Dr. M. Breslau in London, wie auch bk früher in Rehna (Gcosrherzogthum Meklenburg) auf erwähnte Eoncession angestellten Herren Simon Lcrdemir und Joseph Wa r r i sch, wovon Letzterer hier in der Schule des Herrn Dr. Jsl er jetzt für den hebräischen Unterricht angestellt ist. Auch sind seit einigen ^Jahrein wieder mehrere in allen Wissenschaften tüchtige Lehrer aus der Talmud-Tora entlassen worden, und haben hier hinlängliche Beschäftigung gesunden. Gegenwärtiges wie auch der Bericht in Rr. 51 dieser Zeitschrift fließt aus der Feder eines ehemaligen Zöglings der Talmud-Tora- Schule, der es für seine heilige Pflicht hält, der Verläumdung entgegen zu treten, da derselbe nur den vereinten Kräften, der unermüdlichen Sorgfalt des amtlichen Ephorus und der löbl. Direction seine religiöse und wissenschaftliche Bildung zu verdanken hat, und wohl hoffen darf, daß sammtliche Mitschüler einen gleichen Schritt thun. Da nun der in Rede gestellte Schmah- Artikel hinlänglich widerlegt worden, glaubt Schreiber Dieses dem Verfasser desselben den Rath geben zu müssen: nra noiD? rron -pan lm »Up Wn. Stuttgart, im Decbr. (Schluß.) d) Reisen. Zn Beziehung auf das Reisen des Vorsängers wird dieser auf die bestehenden Vorschriften verwiesen, dabei hat man noch hinzuzufügen, daß derselbe überhaupt so viel als möglich zu Hause bleiben, und sich ohne erhebliche Ursachen nie von Hause entfernen soll. Denn die öftere (Entfernung ist nicht nur an und für sich anstößig, sondern auch wegen der Leitung des Gottesdienstes, des Religions-Unterrichts u. dgt. höchst nachtheilig. Besonders soll der Vorsänger nie ohne die höchste Noth seine Gemeinde über Sabbat verlassen, und wenn dieses in dringenden Fallen geschieht, dafür Sorge tragen, daß die Leitung des Gottesdienstes durch einen geeigneten Stellvertreter geschehe, und das Amt durch seine Abwesenheit «nicht Noth leide, e) A e u ß e r e r A n st a n d u n d 5t (c i b u n g. Auch im Aeußern soll der Vorsänger den Anstand nicht verletzen, in seinem Umgang mit den Menschen alles Grobe und Unschickliche vermeiden, Gesellschaften gemeiner und niedriger Menschen nicht besuchen, nicht durch zu häufiges Besuchen der Wirthshäuser Aergerm'ß geben und überhaupt Alles unrerlassm, wodurch er die Achtung seiner Gemeinde verlieren könnte. Auch in der Art und Weift, sich zu kleiden, soll der Vorsänger Anstand beobachten. Bei der Leitung des Gottesdienstes an Sabbat- und Festtagen, so wie bei allen feierlichen Gelegenheiten hat er in der vorgeschriebenen Amtstracht zu erscheinen, im gewöhnlichen Leben aber sich der Einfachheit und Reinlichkeit zu befleißen. §.13. Eigene Aus bildu u g. Um seinem Amte vollkommen zu genügen, ist es für den Vorsänger unerläßlich, seine geistige Ausbildung sich angelegen fein zu lassen, denn die Kraft des Religionslehrers liegt vorzüglich in derselben und je gediegener die Bildung seines Geistes ist, um so mehr wird er jeder Anforderung, die an ihn gemacht wird, entsprechen können. Er darf daher nie aufhören, ftm Erkenntniß- und Gefühls-Vermögen zu üben, seine Urteilskraft zu schärfen, und seinen Geist mit nützlichen Kenntnissen zu bereichern. Vorzüglich soll er die heilige Schrift zu seinem täglichen Studium machen, und in derselben beständig nach heilsamen und nützlichen Wahrheiten forschen. Aber auch andere nützliche Schrift i 3 *

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