Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 1 (1.1.1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Spalte 11-12 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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11 Philomsche Literatur. Dr. Großmann's die spätem Kolcher dieftr Gebrauch sich hat erhalten und foctpflanzm können. - ■ < .' ' (Fortsetzung folgt.) ■ Philonische Literatur«! De. Großmmm's Abhandlung über die Reihenfolge und die chronologische Ordnung der Schriften des -- Juden Philo. j (Fortsetzung.) '! Denn in diesen Büchern werden vorzugsweise zum Theil! sehr entlegene metaphysische Fragen aufgeworfen und zu beantworten gesuchtwie z. B. die'über die vollkommene, außer aller Beziehung stehende (582, 37 ov zcov kqos zi) und: thätige (222, 16 Sqccgz^qlov to ovzcog ov) Natur Gottes, -die über das alle menschlichen Begriffe übersteigende.- Wesen . Gottes <229, B), 'über Goch insofern er weder an Zeit noch Raum gebunden ist und doch das ganze Weltall umfaßt (227, 13. 229, 1 330, 2. 648, 30), über das Herniedersteigen der göttlichen Eigenschaften (157,14. 158, 18. Ku&odog zccv ■övvd[&£(ov) ,■ über die Verwandtschaft der Seele des Men-- schm mit der Weltseele (659, 13). Es verbreiten sich diese i Bücher über die Rheologie d. h. über die Lehre von; Gott und dem Worte desselben (6 0, 41. Gen. 2, 10. 691, 10. j Ps. 65, 10 loyog Ttozccfiog), über Kosmologie (z. B. 642, j 30), Eygellehre (263, 9. 25. 331, 36. 641. 13), Psycholo- I gie (625. 8 solgg?» Es werden darin die verschiedenen Mei-; nungen der Philosophen über das Wesen der Secke (159, 41), j über die Unergründlichkeit ihrer Natur (480, 47—481, 1.),? über die doppelte Seele, die thierrsche einerseits und die ver-! künftige andererseits (vergl. 209, 12.) ausgezählt. 2Cttf diese; Weise ist denn in diesen zwei Elasten von Büchern die theo-! retische Philosophie inbegriffen. Da nun in ihnen zugleich! die sogenannte analytische Methode zu philosophiren herrscht/ -insofern nämlich entweder der wörtliche und geschichtliche Sinn des heiligen Textes einfach wiedergegeben, oder ein moralischer und praktischer, je nach dem Temperameme eines Jeden für die verschiedenen Zwecke des; Lebens daraus gezogen odernach mystischer und beschaulicher Art bestimmte Glaubenssätze, daraus hergeleitet werden': so haben die Talwudisten diesem Theile den Namen Hagada oder rrNM von Hisil erzählen, erklären) beigelegt, s. Buxtors Lexicon - chaldaicum S. 1295. und vorzüglich die treffliche Schrift des Berliner Zunz: D'L-e , gott^'sdienstlich-en Vorträge der Indem, histo-! risch entwickelt. Berlin 1-832. S. .57 fotgg. . Und daß j dieser 'eigenthümliche Name selbst,-obgleich der griechischeLext nicht einmal eint Andeutung dafür -enthält, dann,, wenn man die ihm beigelegte Bedeutung -erwägt, ganz genau -zu dem Abhandlung über die philon. Schriften. 12 theoretischen Theile der Werke Philo's paßt, geht aus sehr treffenden Beispielen hervor, die einen hagadischen Anstrich nicht verkennen lassen, und wird eben-so durch die Zeugnisse -zweier iw dieser Hinsicht sehr bewährter Männer, welche selbst Juden sind, des .de Rosst und Zunz, bestätigt*). Mir wird nur weniges 'zu sagen nöthig seyn.. Hierher gehört-zuerst eine Stelle des'dritten Buchs der Allegorien des Gesetzes (120, 45. zu Ex, 16, 14), in welcher Grelle die Erktarungswcise der Hagada über den vielfachen Sinn des Gesetzes und der heiligen Schriften, auch mit Angabe der geringfügigsten Umstande in derselben Art dargestellt wird, wie wir es bei Eisenmenger in der Schrift: Entdecktes Judenthum Bd. 1. S. 454. folg, und bei Hirschfeld in dem Buche :D er Geist der Talmirdischen Auslegung d er Bibel. Bert. 1840. S. 123—28 . auseinandergcsetzr finden. In demselben Sinne ohngefahr wird das Paradies-allegorisch gedeutet, es sei snlysLog (jogp/a, die menschliche 'Weisheit, darunter zu verstehen (Allegorien des Gesetzes 1, 52, 4. Genes. 2, 7. ebenso Armem 2, 4), wobei nicht unwichtig zu seyn scheint, daß keiner Verschiedenheit unter den Auslegern dabei Erwähnung geschieht, von denen doch sechs verschiedene Meinungen über den Baum des Lebens angeführt werden (Armen. 2, 7. Genes. 2, 9). Warum mag-aber die allegorische Erklärung des Wortes „Paradies" den Beifall aller Rabbmen für sich gewonnen haben? Es war nämlich dieses Wort in der Geheimlehre der Pharisäischen Rabbincm nach einer schon damals bestehenden gegenseitigen Uebereinstimmung, der geheime hermeneutische Schlüssel aller menschlichen Weisheit, durch dessen vier Buchstaben, wenn man sie nach der kabbalistischen Kunst der Geschwindschreiber für Abkürzungszeichen ganzer Wörter nimmt/ die vier Arten der Auslegung des heiligen Textes zwar versteckt, allein unter Berücksichtigung der Anfangsbuchstaben auch deutlich genug angedeutet wurden. £> ist der einfache UL7O d. h. die wörtliche Auslegung, *■) bedeutet |£H der Wink d. n die allegorische Erklärung, oder wie Zunz S.409 will, die durch Eingebung empfangene, "z bedeutet ]rrj das Urtheil, d. r. die moralische Erklärung. D IlD das Geheimniß d. i. die geheimnißvolle, höhere Auslegung z s. Bartolocci Lid!. Haddin. Theil 3. S. 38. Woher wir denn auch zu Genes. 2, 9. den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntniß mit so vielen und so. prangenden Titeln bezeichnet sehen (37, 15. 24. 335, 9. 336, 1). Eine dritte Spur der Hagada erblicke ich in einer Stelle de agriculturu 302, 28 folgg., wo der Schriftsteller sagt, daß der physische und ethische Theil der Philosophie gleichsam wie mit einem Zaume-umschlossen werde durch die Sprechkunst oder Dialektik, und wo *) Zunz S» 171 zu Ende: „Hierher gehören Philo's Bearbeitungen der Mosaischen Bücher (2, 24, 29.), deren theilweise Uebereinstimmung mit der Hagada li. Afaria de Rossi Meör enäfim oap. 4. k. 36, h. 37. a. c. 6 f. 45, a. nachgewieftn hat." S. '305. Zahlreiche Hagada's in den Schriften Philo's, Losephus's. -