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Der Orient · 1842-01-01 · 1 (1.1.1842) · p. Spalte 9-10

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
1 (1.1.1842)
Date
1842-01-01
Page
Spalte 9-10 (sequence 5)
Language
German
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6 10 Jüdische Merthumsknnde. Die Beschneidung bei den Israeliten. gleichbedeutend ist, in früheren Zeiten uneigentlich mit zu Syrien im weitesten Sinne gerechnet werden konnte, obgleich letzteres schon vom Flusse Euphrat nach Osten hin als begrenzt gewöhnlich angenommen wurde. Uebrigens weist auf den Ursprung des Stammvaters Abraham aus Mesopotamien her schon selbst die Bibel an vielen Stellen hin,'und wir erinnern hier blos an den Ausdruck im Deuteronomium 26, 5, m, es heißt; ■OK “Dtf, ein herumirrender Aramb (Mesopotamier) warmein Vater, oder nach Luther's Uebersetzung: die Syrer wollten meinen Vater umbringen, der zog hinab in Egypten je- Das aber Herodot nicht blos, sondern auch noch andere gleichzeitige Schriftsteller unter der Benennung: oi Evqloi sv %fj llalaiörlvrj wirklich kein anderes Volk verstanden haben, als das israelitische, bezeugt 'unter Anderen schon der jüdische Geschichtsforscher und Alterthumskundige Flavius Josephus, welcher im ersten Jahrhundert nach Christi Geb. lebte, an einer Stelle in seinem Li!), conti*. Apionem II, 13, wo er ausdrücklich den Herodot als Autorität für die Verschneidung bei den Israeliten und Egyptern mit den Worten: xad'dTtsQ eiq^kev '‘Hgodoxog so wie Herodot es gesagt hat, und ebenso in f. Antiqq. 10, 3 anführt. Nachdem wir so die Herodotische Bezeichnung: oi Evqioi h xfj IIctleuG'VLV'fl für die Israeliten zu rechtfertigen versucht, kommen wir nun zu der Stelle selbst, wo er von ihnen spricht- Sie findet sich im zweiten Buche seiner Geschichte, welches Euterpe Überschüßen ist, im 104. Kapitel und lautet folgendermaßen: Movvoi jcdv- Ttcov ävd’QCöTzwv K6X%oi xai Aiyvrcxioi %al AWioTtsg TtsQitctfivovtai axt &Q%rjg xd alöoia. Qoivixzg ös %ca SvQioi, oi fisv iv xfj JJalaiGxiv^ > neu avxoi ,6tuoloyiovGi 7AiyvTtxlcov (.lEyLa'd-'iyxivai, EvqIol Öe oi 7tSQl 0EQ(iCOÖOVXa XCil IlaQ'd'EVlOV Ttoxct{iov, %al MaxQCöVEg oi xovxoiGi avxoyslxovEg iovxeg aito Ku\- %oi)v qxxol vecööxi fLEftaß-TjyJvai, ovxoi yag elgi öi TtEQizayivo^Evoi dvd'QG)7Z(ov (iovvoi. %al ovxoi Alyv- Ttxioi cpcdvoyvai Ttoifovisg %ctxd xavxa. avxdov öe AiyvTxxlcov Kal Ald'iöiiiov ovk E%m eItoeIv okoxeqoi TZCiQCi X(OV EXEQCOV s£S(lCid'OV* ' aQ%CilO V yd Q Örj XI (pCtlvExai sov, cog 6' s7ti(uGyo(jLEVOt AlyvittUo s^a^ct'Q'ov, (liyot (ioi %cd rode xek^itiqiov yiVExai* OoivIkcov SkoGoi x'rj cEXXdöi huyilGyovxai, ovkexi AlyvTtxiovg ^iifjLBOvxea Kaxa xd atöoici, aXXa xcov ETuyEVOfievcov ov 7tsqixd(ivovxca xd alöoTa. Die getreue Uebersetzung dieser Stelle aus dem Herodot würde ungefähr so sein: „Unter allen Völkern beschneiden nur die Kolcher, die Egyptier und die Aethwpen ihre Schaamtheile seit undenklichen Zeiten. Die Phönizier und die Syrier, und zwar die in Palästina, sind es selbst eingeständig, dieses von den Egyptiern gelernt zu haben. Dagegen behaupten die Syrier, die um den Fluß'Thermodon und Parthenius wohnen, sowie ihre Grenznachbarn, die Makroner, dieses erst neulich von den Kolchern gelernt zu haben. Denn dieses sind die einzigen unter den Völkern, welche beschnitten sind/und sie scheinen hierin den Egyptecn es nachgethan zu. haben. Von den Egyptern und Aethiopen selbst aber, bin ich außer Stande anzugeben, welches von beiden Völkern, eines, von dem andern, es gelernt haben mag. Denn der Gebrauch scheint sehr alt zu sein. Daß aber durch die Bekanntschaft mit Egypten manche es daher kennen gelernt haben, dafür scheint wir folgendes als großer Beweis zu gelten. Alle die Phönicier nämlich, die mit Hellas in Berührung traten, ahmen nicht mehr den Egyptiern in Bezug auf die Schaamtheile nach, sondern lassen die Geborenen mit unbefchnittenen Geschlechtstheilen." Eine zweite Stelle im Herodot ebenfalls über die Beschneidung bei den Egyptiern, findet man in dem 34. Kapitel desselben Buches, wo es heißt: xd aiöola jcoXXoi (.isv icoGi, cog iysvovxo? TiXrjv ogoi aTto xovxcov ByLa&ov, Alyv- Ttnoi öe TtEQixdpvovxai, d. h. „die Geschlechtstheile lassen die andern Völker, so wie sie geschaffen sind, mit Ausnahme der Egyptier und derjenigen Nationen, die die Beschneidung von jenen gelernt haben. Denn die Egyptier werden beschnitten." . Wir können aus voranstehender Darstellung des Herodot manches für unser Thema Brauchbares entnehmen. Zunächst muß es uns auffatten, daß Herodot die Egyptier als das ursprünglich die Beschneidung ausübende Volk ansieht, von dem aus dieser Gebrauch zu alten andern Völkern übergegangm ist. Er will die Anciennitat dieser Sitte einzig und allein den Egyptiern und Aethiopen vindiciren. Denn auch die Kolcher, von denen die am Pontus wohnenden Völker die Beschneidung erhielten, betrachtet er als ausgewanderte Egyptier. Er spricht nämlich an der oben citirtm Stelle eigent-- lich blos^von den Kolchern, die am Pontus wohnen, und sagt, daß dieses Volk egyptischen Ursprungs wäre und als ein Ueberrest eines großen Kriegsheeres zu betrachten sei, welches der König Sesostris auf seinen asiatischen Feldzügen dort zurückgelassen hatte. Zur Unterstützung dieser Behauptung führt er nun als Beweis für die . Identität der Kolcher mit den Egyptiern, den bei beiden 'Völkern üblichen Beschneidungsbrauch auf. Nimmt man nun mit dm bewährtesten Chronologen an, daß der König Sesostris um das I. 1840 v. Chr. Geb. regiert hat, also kurz nach dem Tode unsres Patriarchen Abraham,- der 1/5 Jahr alt im I. 1865 v. Chr. Geb. gestorben sein muß, und laßt die Annahme des Herodot, worin auch Diodor von Sicilien mit übereinstimmt, über die Abstammung der Kolcher am Pontus von den Uebercesten eines großen egyptischen Kriegsheeres unter dem König Sesostris gelten, so muß man zugeben, daß jene alten egyptischen Krieger, als deren Nachkommen die Kolcher genannt werden, bereits selbst beschnitten gewesen sein mußten , wenn von ihnen auf

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