Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 1 (1.1.1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Spalte 7-8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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7 Jüdische Alterthumskunde. Die Beschneidung bei den Israeliten. '8 sen Denkmälern vorkommenden Personen übersehen zu können, gebe ich hier das vollständige Verzeichniß der Personen in chronologischer Folge der Todesjahre, wobei in Klammern die Nummern angegeben werden, die sie in diesem Buche nun-einmal tragen. In Anmerkungen zu dieser Tabelle sollen einige dahin gehörige Noten gegebe'n werden. (Beschluß folgt.) Die Beschrreidrmg bei Sen Israeliten. Vom historischen, kritischen und me di ein U < schen Standpunkt. (Fortsetzung von Nr. 50, Jahrgang 1841.) Herodot. Nach Beendigung der aus den vier und zwanzig Büchern der heiligen Schrift entnommenen und so eben mitgetheilten Sammlung von Beweisstellen für den bei den Israeliten üblichen Gebrauch der Beschneidung, gelangen wir nun auf das Gebiet der profanen Schriftsteller, der griechischen und römischen Historiker und Geographen,-die hier in sofern citict werden können, als sie, obgleich auf dem Standpunkte außerhalb, des Zudenthums sich befindend, in ihren Schriften sowohl der Israeliten und ihrer Gebrauche überhaupt, als auch der Beschneidung insbesondere Erwähnung thun. . Bei diesen klassischen Schriftstellern nämlich, die bei dem im Alterthum so mangelhaften Völkerverkehr und Ideenaustausch von den Israeliten nur sehr ungenaue Kenntnisse besitzen konnten, kommen dennoch häufig genug hin und .wieder einzelne historische und statistische Notizen über die Israeliten und ihre religiösen Ceremonien vor, und bei dieser Gelegenheit wird denn auch die Beschneidung, als eine die Nation charakteristisch auszeichnende Eigenthümlichkeit hervorzuheben nicht'vergessen. Diese einzelnen, so sehr zerstreuten Bemerkungen wollen wir nun, da sie als Beleg für unsren Gebrauch dienen können, in möglichster Vollständigkeit zu sammeln und in geordnetem Zusammenhangs hier vorzutragen versuchen. Bei dem klassischen. Volke der Hellenen finden wir die erste Spur einer Erwähnung der Israeliten in der Geschichte des Herodot. Dieser älteste Historiker der Griechen, der nicht chl.os sein hellenisches Vaterland, sondern den ganzen Orient, so weit er zu seiner Zeit bekannt war, namentlich aber Egypten und Syrien in Bezug. auf Religion, Landesverwaltung und Volksgebräuche treu und genau schildert, spricht von diesen Ländern mit .'einer solchen tiefen Sachkenntniß, wie solche blos durch Autopsie auf vielfältigen Reisen und eigenen ' dazu eingestellten Nachforschungen zu erlangen war. So volles Vertrauen aber diesem Geschichtsforscher geschenkt werden muß, wenn es sich um die Frage über egyptische Verhältnisse aus jener Zeit handelt, 'so wenig verdienen seine Aussagen in Bezug auf die an Egypten angrenzenden Staaten, die er nicht durch eigene Anschauung, sondern blos vom Hörensagen kennen gelernt zu haben scheint, irgend eine historisch begründete Berücksichtigung. . Von diesem Ausspruche und seiner Richtigkeit werden wir uns bald zu überzeugen Gelegenheit finden. Bei der Schilderung vec verschiedenen orientalischen Völkerschaften, die Herodot der Reihe nach durchgeht, konnte es nicht anders kommen, als daß er auch der Israeliten gedenken mußte. Und iw der That geschieht dieses auch, aber nur beiläufig und obenhin, ohne die Geschichte des israelitischen Volkes, weiter anzugeben, obgleich dasselbe,-als ein ziemlich altes und seit langer Zeit selbstständiges, mit seinen eigenen Gesetzen und Vorschriften für Staat und Religion versehenes, aus. eine ausführlichere Darstellung wohl mit Recht Anspruch gehabt'hätte. Herodot scheint aber weder seine Geschichte, noch seine Neligionsverfassung k in dem Grade und Umfange gekannt zu haben, wie dieses bei ihm in Bezug auf andere Völker, wie Egypten oder Aethiopien, der Fallwar. Er kennt die Israeliten auch noch gar nicht unter diesem Namen als ein besonderes Volk, sondern begreift sie unter der allgemeinen Bezeichnung der Syrier mithin, und nennt sie zum Unterschied'von den andern syrischen Volksstämmen, die Syrier in Palästina, oi, Evqioi Iv rrj UaXcuQxiv^. 9Zutt ist es bekannt, daß die Israeliten selbst sich des Namens Palästina, als Benennung des von ihnen eroberten. und bewohnten heiligen Landes, bis auf bie spätesten Zeiten des römischen Kaisers Augustus nie bedient hatten, sondern dafür das Wort Kanaan gebrauchten, ein Name, den das Land zwischen dem Jordan und dem mittelländischen Meere noch , vor der Besitznahme der Israeliten geführt hat. In . spaterer Zeit kommen hierzu noch die Ausdrücke bü'lty' das Land Israel, das Reich Juda, ,oder das Land der Hebräer u. s. w., während die Römer es schlechtweg blos Judäa nannten. Der nun von Herodot zuerst unter den Griechen gebrauchte Name Palästina kann zwar aus dem hebräischen Worte O^^D.das Land der Pelischtim, abgeleitet werden, .doch hat Herodot.ihn von den Israeliten seiner Zeit gewiß nicht gehört, sondern von den Egyptern, als deren früheres Nachbarvolk dje Philistäer angesehen werden konnten, welche dem von ihnen ehemals bewohnten Landstriche wohl den Namen Palästina beilegen mochten.^ , Daß Herodot aber die Israeliten zu den Syriern mirzahlt und sie unter dem allgemeinen Namen: oi Evqioi begreift, laßt sich daraus leicht erklären, daß er dabei an den Ursprung dieses Volkes aus Mesopotamien dachte und an die Einwanderung des Patriarchen Abraham von dorther seinen Namen knüpfte; ferner daß Mesopotamien, das hebräische ü^PjJ welches mit dem griechischen, ..zwischen zwei Flüssen, Euphrat und Tigris,