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Der Orient · 1842-01-01 · Heft 1 (1.1.1842) · p. Seite 7

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 1 (1.1.1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 7 (sequence 13)
Language
German
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nung und auf das..eigene Leben erhalten und die. religiösen. Wahrheiten gleichsam, in der Geschichte lebendig werden. 2) In. dem Einprägen von Bibelsprüchen und Liederversem Es sollen durch .diesen Unterricht die heiligen Wahrheiten des Glaubens und die Lehren des Sittengesetzes in den Worten 'der Bibel und in einer dem kindlichen Gemüthe zusagenden Sprache dem" Gedächtnisse, der Kinder eingeprägt, werden, und die Hauptsorge ' dabei ist, daß sie sich allmäligeinen reichen religiösen Schatz heiliger Wahrheiten und Lehren sammeln.. 3) In ei-! ncm Unterrichte der hebräischen Sprache und in der Uebersetzung des Pentateuchs aus dem Hebräischen m"s Deutsche. Außer dem religiösen und ' rituellen Zweck, dm dieser Gegenstand hat, indem die Jugend dabei mit den Lehren.und Vorschriften des mosaischen Glaubens und mit dem Inhalte der Gebete bekannt zu machen ist, ist auch der formelle Nutzen nicht außep Augen zu lassen, und daraus-zu sehen, daß sie mit der Sprüche überhaupt und den wichtigsten Regeln derselben bekannt werden. Bei dem Uebersetzen der fünf Bücher Mosi> find übrigens alle gesuchte und künstliche Auslegungen zu vermeiden und das Wort der Bibel einfach und deutlich zu erklären. An dem Orte, wo kein Rabbme ist, hat der-Vorsänger überdies 4) den reifern Schülern die hebräischen Psalmen, so weit sie in dem gewöhnlichen Gebetbuche (rfen TiD) Vorkommen, zu erklären, und vorzüglich darauf hinzuarbeiten, daß der religiöse Inhalt dieser Gesänge in Geist und Gemüth übergeht; und endlich 5) die mosaische Glaubens- und Sittenlehre nach Anleitung des Lehrbuches der israelitischen Religion zu lehren, welcher Unterricht Lemen andern . Zweck haben kann, als die positive israelitische Religion zur lebendigen und erbaulichen Anschauung zu bringen, und ein Leben nach demselben zu bewirken. Da der Religionsunterricht unstreitig die wichtigste Function des Vorsängers ist, so versieht man sich um so mehr zu demselben, daß er sie mit Eifer und Pflichttreue versehen und sich keine Nachlässigkeit und keine" Versäumniß zu Schulden kommen lassen werde. §. 6. Confirmanden - Unterrich t. In den Gemeinden, wo kein Rabbine wohnt, hat der Vorsänger'auch den Consirmanden- Unterricht wenigstens in zwei besonderen wöchentlichen Stunden zu ertheilen, bei welchem Ünterrichte es hauptsächlich darauf ankommt, daß nicht nur die zu diesem Zwecke nöthigen Kenntnisse mftgetheilt, der Consirmandemmtrv- .richt ihrem Gedächtnisse mechanisch eingeprägt, sondern auch . bic dazu nöthige Gesinnung begründet und befestigt werde. Dieser Unterricht darf daher am allerwenigsten leer oder tobt und der eigenen Überzeugung fremd sein. Jedes Wort des Lehrers, muß aus dem Innersten des Herzens kommen, und die Consirmanden überzeugen, daß von der richtigen Auffassung und noch mehr von der treuen Befolgung der Lehren und Vorschriften der Religion -ihrzeitliches Glück und ihr ewiges Heil - abhänge. Dabei versäume der Relkgionslehrer keine Gelegenheit, um die ihm anvertrauten Jünglinge und Mädchen, die bald die Schulen verlassen und ins Leben treten, vor den Gefahren der Sinnlichkeit und der Verführung (versteht sich mit der möglichsten Vorsicht) zu warnen, und sie mit den Wegen i und Mitteln, denselben zu entgehen, bekannt zu machen, und so der Gemeinde würdige Mitglieder zuzusühren. §. 7. Aufmerksamkeit auf die erwachsene Jugend. Ist es dem Vorsänger darum zu rhun, einen frommen sittlichen Geist in feiner Gemeinde einheimisch zu machen, so darf er die Jugend mit ihrem Austritt aus der Schule nicht außer Augen lassen, sondern sie fortwährend seiner Aufmerksamkeit würdigem und bei jeder Gelegenheit ihre in der Schule erhaltenen Kenntnisse der Religion zu erweitern, sie vor dm Gefahren des Müssiggangs, der Sinnlichkeit und der Verfüh- rung zu bewahren., und sie überhaupt in allem Schönen nnd Guten zu befestigen suchen. Er wird diesen Zweck erreichen , wenn er durch ein liebreiches sittliches Betragen das Zutrauen der Jugend sich zu erhalten bemüht ist, und Catechisationen und Lektionen (O'NIM) benützt, um ungcheuchelte Frömmigkeit und ächte Lugend unter derselben zu befördern.' §. 8.; Bruderschaften und L'e kt io ne n. Besondere Aufmerksamkeit von Seite des Religionslehrers verdienen auch die in den meisten Gemeinden bestehenden Bruderschaften (rrpri)' sowohl wegen ihrer wohlthatigen Zwecke, als auch wegen dev Lektionen und Erbauungsstunden welche damit verbunden sind. - Sie kann der gewissenhafte und einsichtsvolle Vorsänger vorzüglich benützen, um den Sinn für Wohlthättgkeit in seiner Gemeinde, rege. zu erhalten, bessere Erkenntniß der Religion unter den Erwachsenen zu verbreiten, so manchen im Schwange gehenden Aberglauben, zu bekämpfen , dem starren Formglauben' zu begegnen und eine Verehrung Gottes in Wahrheit und Gerechtigkeit zu befördern. Er wird diesen Zweck erreichen , wenn er den Vereinen eine wahrhaft wohlthätige Richtung zu geben sucht, und bei den Lektionen die.Heilige Schrift und andere rein religiöse und moralische Schriften einfach, und grünlich und mit beständiger Anwendung auf die Gegenwart erklärt. ~ ' (Beschluß folgt.) Ga l i ziem LemdevK, 12. Novbr. Wenn wir den jetzigen Zustand der Galizischen. Bildung unserer Glaubensgenossen genau untersuchen, so erscheint uns derselbe gewissermaßen noch sehr unb efriedigend. Zwar finden wir schon selbst in allen kleinen Orten Freunde der Bildung und Aufklärung, die sich aber leider von ihren Mitbrüdern ganz ifolirenso daß sie sehnlichst wünschen, sich von deren Categorie ausgeschlossen zu sehen, .wodurch ihr jeweiliges Unternehmen in der Glaubenssphäre ohne den mindesten Einfluß ist, ja sogar manchmal unselige Folgen herbeiführt. Diejenigen Gebildeten aber, die im Kreise ihrer Mitbrüder noch leben und weben,^ und ihrerseits ihr Möglichstes gerne beitragen wollten, unter denselben gut und nützlich zu wirken, und sie mit dem Geiste der Zeit in Einklang zu stellen, ihnen ist ihre Kraft zu unvermögend, um mit den hie und da etwa hervorbrechenden Strahlen der Cultur die finstern Wolken des Fanatismus, die leider noch den ganzen Horizont diefts Landes verdüstern, zu verscheuchen. Auch lehrt heut zu Tage die Erfahrung, daß obwohl die cultivirte Klasse stets nach ihrer und ihrer Glaubensbrüder Vollkommenheit riftigst strebet, dennoch weit von diesem Centralpunkt entfernt sind, mit vereinter Kraft ihr Vorhaben — dem ansteckenden Fanatismus oder Chassidismus seine tägliche Beute abzujagen, wodurch sie ihre . u n p a r th e i i sch e W ahrheitsliebe und intelleetuellen Gesinnungen an den Tag legen konnten — zu unternehmen. Nur im Einzelnen unter dem Siegel der Verschwiegenheit gleich den Geheimnissen der -Natur, wagen

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