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Der Orient · 1842-01-01 · Heft 1 (1.1.1842) · p. Seite 6

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 1 (1.1.1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 6 (sequence 11)
Language
German
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6 ein sonst so wert ich ihn kenne bescheidener und anspruchloser junger Mann, in den Vordergrund geschoben wird, um als.Schibolet der Frommen zu dienen; denn eines cheils würden die Frommen, indem sie sich in einer solchen Persönlichkeit concentriren, ihrer heiligen Sache eine Schellkappe auffetzen, anderer Seits ist Hr. Jsaakso h n zu bescheiden, um auch nur im Entfern- - testen daran zu denken, eine Partei reprasentiren zu! wollen. Doch ich gehe zu dem Artikel der L. A. Z. - -über, welcher also lautet: Folgende Relation wag den weniger Unterrichteten über eine Sache aufklären, die seit mehren Wochen in unserer Vatexstadt Stoff zum Tagesgespräche /gegeben hat. Wie die meisten israelitischen Gemeinden des deutschen Vaterlandes, so strebt schon seit mehren Jahrzehenden die israelitische Gemeinde Frankfurts, vorwärts zu schreiten. Daß sie fortgeschritten, bezeugt. der Standpunkt, welchen sie unter allen israelitischen Gemeinden der deutschen Bundesstaaten einnimmt. Die Schulanstalten sind vortrefflich, die Krankenanstalten und milden Stiftungen werden eben so zeitgemäß verwaltet, und so hat sich dieselbe auch die Achtung der gesammten christlichen Bürgerschaft erworben, was ohne ein mühsames Ringen nicht erreicht werden konnte. Die israelitische Gemeinde wird nach Vorschriften und Gesetzen, welche von unserm hochgeehrten hohen Senat ausgegangen sind, von einem Gemewdevorstande geleitet und vertreten. Diese. Behörde hat seit 1824, wo die hiesigen israelitischen Würger, laut hohem .Bundesbeschluß, ein sogenanntes passives Bürgerrecht (gegen ein früher besessenes aetives) erhalten haben, mit löblichem Eifer stets gestrebt, unsere Gemeinde aus die Höhe der Cultur zu bringen, welche das Jahrhundert von seinen deutschen ' Würgern fodert. Handwerksvereine für Stadt und Umgegend, welche an 500 thätige Bürger lieferten,, zeugen davon. Jetzt steht man-auf dem Punkteinen Rabbiner zu wählen,.und auch dieses Unternehmen wird bald, so schwierig es ist, im; Sinne des wahren Fortschreitens erledigt werden. Eine Begrabniß- und Leichen-Ordnung, von hohem Senat und der hochlöblichen gemischtem Schul- und Studien - Commission genehmigt, ist dieser Tage publicirt worden, um am 1. Jam 1842 ins Leben zu treten! Bei solchen Gelegenheiten stößt der genannte Vorstand der israelitischen Gemeinde oft auf den Starrsinn und den Widerspruch der s o gen a n n t e n - Altgläubigen Juden,, die dem Talmud und allem Unsinne, der in dessen . Gefolge-ist, noch ankleöem . Wenn aber bei 4000.israelitischen Bürgern eine geringe Minorität, die täglich zusehends abnimmt, an diesen verjährten Misbräüchen und Vorurth eilen noch' hangt / so wird dies die g r ö ß e r e Z äh l der Bessern nicht aufhalten, fortzuschreiten . auf der Bahn des. Guten! Daß die hiesige israelitische Gemeinde bei allenihren christlichem Mitbürgern wahre Achtung genießt, dies beweist das .letzte. Jahrzehend, wo bei. \eder Angelegenheit., welche 'die gesammte Vaterstadt betraf, stets Israeliten zugezogen würden./ Schon längst sind israelitische Bürger Mitglieder der „ na t ur forsch e nden Gessellsschaft", des „M useums", des „p olyt echnischen Vereins zur Besörded erung nützlich er Künste", der. „M u s r k v e r e ine" z ssie wirkten thätig mit. bei der MozartstrsLung, dem Gutenb ergfest und jetzt sogar/bei dem neuen Börsen bau. Auch erkennen dieses die israelitischen Einwohner im Stillen dankend an^ So wirken z w ei Ver eine, die re in huma n en .I.w'r'Ge-.m.geweiht'sind-, sich die Achtung und Liebe gleichstrebender Vereine im deutschen Vaterlande zu verdienen! Hoffen wir, daß die Gemeinde auf der begonnenen Bahn fernere Fortschritte machen wird, und daß jedes Hindermß, von welcher Seite es auch kommen möge, in sein Nichts zurücksinken werde. — Wir vertrauen dem hohen Senate, den Vätern dieser Stadt, mit voller Zuversicht; er will stets das Bestesseiner Bürger!! und so gebe der Allmächtige ferner Schutz und Gedeihen allem 'Guten, so ssn unserer Vater- ' stadt vollbracht werden soll! - . München, 16. Decbr. Durch das Ablebender -Königin Witwe/ Karoline von Bäiern hielt der Hr. Rabbiner Dr. Au b dahier bei dem am 2. Decbc. statt gehabten Trauergottesdienste ssn hiesiger Synagoge eine feierliche Siebe y die nach allgemeinem Wunfche, sowohl jüdischer als christlicher Seits, dem Drucke übergeben ward.. Se. königl. Hoheit der Prinz Karl von B a i e r n, welchem Hr. Rabbiner Aub ein Exemplar zustellte, geruhten .Letzterem folgendes Handbillet zu überschicken: Mein Herr Rabbiner. '. Vom tiefsten Schmerze ergriffen, danke ich Ihnen für Ihre mir schriftlich zugestellte Rede, so wie für die Gebete und Gesänge', welche bei Gelegenheit des Hintritts meiner innigstgeliebten Königl. Mutter in der hiesigen Synagoge abgehalten wurden und versichere Sie bei dieser Gelegenheit meiner wohlwollenden Gesinnungen. München, 14^Decbr. 1841. Carl. Stuttgart, im Decbr. . sFortsetzung.ss- ' Zur Verdeutlichung. und Versinnlichung schwerer Begriffe und Wahrheiten wende der Lehrer Beispiele, Gleichnisse und Bilder aus der -Natur und dem Menschenleben und Analogieen aus dem Jdeenkreise der Jugend cm , und da,die ganze catechetische Unterweisung auf die heilige Schrift gegründet werden muß, so versäume er. nicht, sie bei jeder einzelnen Lehre mit den vorzüglichsten Stellen der Bibel und ihrer Erklärung bekannt zu machen und an die hieher gehörigen biblischen Geschichten zu erinnern. - Leitet sodann bei diesem-Unterrichte den Religionslehrer em sanfter Ernst und behandelt er die Sache mit einer solchen Wichtigkeit, daß die Jugend überzeugt wird, es handelt ssich bei diesen Lehren um nichts Geringeres, als um das Heil ihrer Seele und die Wohlfahrt ihres Lebens, hütet er sich ferner auf -das Sorgfältigste vor jeder Aeußerung seines Unwillens, und behandelt er die Catechumenen liebreich und leutselig, so . kann es nicht fehlen, daß diese, so wie auch die Erwachsenen die Catechisatidnen mit Eifer suchen, mit Aufmerksamkeit anwohnen, und unendlichen Nutzen für ihr ganzes Leben daraus, ziehen werden. ( ■ §. 5. R e ligions -Unterricht in der Schule. Gleiche Sorgfalt und Aufmerksamkeit, wie auf dm öffentlichen Religions-Unterricht ssn der Synagoge ist von Seite des Vor- .. ssangers auch auf den in der Schule zu verwenden. Dieser.besteht für den Vorsänger zunächst 1) in dem Unterrichte in der biblischen Geschichte. Durch.,diesen Unterricht sollen die Kinder nicht nur mit der Geschichte der Vorfahren und mit dem Gang der Vorsehung in der. religiösen Erziehung der, Väter und des Menschengeschlechts im Ganzen bekannt gemacht werden/sondern es ist auch darauf zu sehen, daß die biblischen Erzählungen durch die aus ihnen abgeleiteten Wahrheiten die richtige Hmdeutung für das Anwenden auf die eigene Gesin-

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