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Der Orient · 1842-01-01 · Heft 1 (1.1.1842) · p. Seite 5

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 1 (1.1.1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 5 (sequence 9)
Language
German
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5 mäßige Unterstützung zu erhalten, den Behörden überliefert werden müßten, um nach St. Denis geschickt zu werden, nützliche Maßregeln vorzüglich in der Hauptstadt, gegen welche die Bettler aus allen Gegenden ■ Deutschlands zuströmen. Aber was man machen müßte, ist nicht immer möglichman muß das gethane Gute mit Dank erkennen und unter dieser Ansicht; hat das Directorium niemals aufgehört, der Erkenntlichkeit der Israeliten würdig zu sein. Das Circulair zeigt an, daß man ein Hospital, bestimmt auf 15 — 20 Betten, für die Dürftigen beider Geschlechter zu bauen angefangen hat. Unsere Bedürfmiffe sind bedeutend, sie umfassen das ganze Mobiliar eines : Hauses, welches mehr als 20 Personen Wohnung und Unterhalt geben soll. Keine Gabe kann uns daher unbedeutend sein und ihr werdet unsere materiellen Bedürfnisse, welche wir hier anführen, selbst beurtheilen. Diese Bedürfnisse bestehen: 1) in Zeugen und Wäsche für 22 Personen, 2) Betten und Meubles für 25 Personen, 3) Küche und Geräth für 23 Personen, 4) Lebensmittel und Brennmaterial für 24 Personen. Das Direttorium wünscht, daß man ihm diese 91 Gegenstände als Geschenke ln natura sende, , es verlangt'ferner Subscciptionen in Geld und setzt die mindeste auf 18. Fr. jährlich fest, zahlbar vierteljährlich pruenumeranäo an Herrn Cohen (Benoist), Vorsitzender des Directoriums, Rue de l’Echique Nro. 36. Das Directorium hat bereits für dieses Asyl von 37 Wohlthätern die Summe von 2176 Fr. empfangen; die größten Gaben wurden von Madam Haas, Wwe., und Herrn Pollvilerre dargebracht; sie bestanden in 500 Fr., die geringste beträgt 58 Fr. „Ein großer Theil der Gelder, welche wir in Cassa haben, ist für dieses nützliche Institut aufgewendet." Hat man für diese Anwendung die Zustimmung des Consistoriums des Departements erhalten? doch selbst diese Zustimmung genügt nicht: Man müßte.die Subscribmten zusammenberufen, um sich der Zufriedenheit derselben für diese neue Anwendung der Gelder zu versichern/ Wmn man beiderseitige Zustimmung erhalten, verlangte ihre Wichtigkeit, daß'man die--.« selben bekannt macht« Wenn man glaubte, sich dessen überheben zu können, so ist dies eine große Nachlässigkeit und das Direttorium sieht einer verdrießlichen Verantwortlichkeit entgegen. Unsere Meinung über dergleichen'Anstalten ist immer dieselbe, sie sind nur dann nützlich, wenn Wohlhabende die Gründer derselben sind und deren Bedürfnissen auch für die Zukunft entsprechen. Wir glauben, könnten wir im Jrrthum sein, daß das Directorium den Parisern eine unermeßliche Last erschafft, ungeachtet der angemessenen Redensarten über die Unerschöpflichkeit der Wohlthätigkeit^ist in der Wirklichkeit die Wohlthatkgkeit. sehr erschöpsbar, sie hat eine Grenze; indem man sie überall aufruftwird es dahin kommen , sie überall > unwirksam zu machen. Ihr sprecht von 20 Betten; von hier bis in wenig Jahren werdet ihr deren 50 — 100 und einen ganzen Staat von Aerzten, Apothekern, Jnspettoren, Wäscherinnen, Köchen,- Krankenwärtern rc. haben. Ihr seid wohl überzeugt, daß diejenigen Dürftigen, welche heute freiwillig in die öffentlichen Hospitäler kommen, dies unter dem Vorwand der Religion verweigern werden, wenn euer Asyl in Wirklichkeit gesetzt sein wird: Werdet ihr sie zurückstoßen? Werdet ihr Rücksicht nehmen auf die Bedenklichkeiten der Einen und nicht auf die der Andern? Auf was werdet ihr diesen Unterschied gründen? Ihr sagt: „Wir haben gedacht, daß, ohne die Vortheile der öffentlichen Anstalten zu bestreiten, noch manche Wohlthat zu thun übrig bliebe, von-dem besöndern Gesichtspunkt der Religion angesehen. In Wahrheit, die Erfahrung zeigt, daß viele Dürftige, veranlaßt durch religiöse - Scrupel, vorziehen, bei sich zu dulden und zu sterben, als daß sie sich in diie öffentlichen Anstalten bringen ließen." Diese Bedenklichkeiten find physischer und moralischer Natur, die ersteren . beziehen sich auf Medicamente und Nahrungsmittel. Nun, der Rellkgiöse-ste und Gewissenhafteste entnimmt Medikamente aus den christlichen Apotheken', ohne sich von deren Zubereitung ein Zeugniß ausstellen zu lassen, ohnp sich zu erkundigen, ob die Substanzen aus rdneiv und coschern Khieren gezogen sind; es bleiben uns also die Nahrungsmittel. Die Er-, fahrung zeigt , daß. die große Mehrheit unserer 7lrbeiter sich auf gleiche Stufe mit dem reichsten Banquier setzt und durch religiöse Scn,pel m dieser Beziehung nicht angehaltm wird. Diese Scrupel werden keine Bedenklichkeiten mehr erregen, wenn die Belegung noch ein Menschenalter fortdauert. Man begegnet ihnen nur noch bei einigen Alten, dem Tode Entgegenceifenden; wäre es nicht besser, ihnen die nöthige Unterstützung im Hause zu gewähren als für ein Vorübergehendes Bedürfniß eriu theure Anstalt zu gründen? Zum Ueberfluß haben die Rabbinen den israelirischen Soldaten europäische Nahrungsmittel erlaubt, weil die Miliz eine Nothwendlgkeit ist. Kennt rhr eine größere Notwendigkeit als die Dürftigkeit? warum macht man den Dürftigen im Hospital nicht dem Soldaten gleich?, es ist an den/Rabbinen, die Idee über diesen Gegenstand zu berichtigen und den moralischen Bedürfnissen zu genügen. Unser Cultus ist gesetzlich-anerkannt, die Einführung der Rabbrnen in die Hoepiräler kann daher keine Schwierigkeiten machen; sie besteht zu Porto, und es ist eine Pflicht des Eentralconsistoriums, sie zu einer allgemeinen Maßregel zu machen, also nach dem gewöhnlichen Schluß wird es dies nicht machen^ Warum ahmen wir nicht den Protestanten nach und lassen in die Hospitäler nicht israelitische barmherzige Schwestern eintreten? Man würde mich sehr schlecht verstehen, wenn man aus dem, was ich vorhergesagt habe, folgern wollte, daß ich die Gegenwart des Rabbinen am Krankenbette für unerlässlich hielte; dies würde eine falsche und gefährliche ^Analogie mit dem nachbarlichen Cultus festftellen. Ein Israelit ist nur e inzig und allein Gott Rechenschaft von seinen Handlungen schuMig, und wenn er seine Einheit bekennt, so stirbt er als JsraMt, haucht er auch seinen letzten Seufzer in der 'Wüste aus. (Fortsetzung folgt.) Deutschland.. Frankfurt a. M., 19. Dec. Unter dm Ankündigmngen der Allg. Leipz. Zeit« vom .19. Decbc. findet sich folgender Artikel inserirt, der über die..neuesten Schnitte der dortigen israsliüschen Gemeinde auf dem WegC der Verbesserungen, oder vielmehr über die Anfänge e-iuec Verbesserung innerhalb der Gemeinde in Bezug auf religiöse Ceremonien, ein treues Bild abgiebt. Freilich ist dieser Artikel nicht . von einer Krebsnatuc dieser Gemeinde eingegeben, sondern vielmehr von einem Geiste beliebt, der dem Fortschritte und dem Lichte zugewendeü ist, aber trotz dem ist dieser Artikel unpac- , theiisch und würdig, und sticht sehr stark ab gegen die gleißnerisch-finstere Anklage, wie sie ein Correspondent in der Mg. Z. d. Z. vorbrmgt,. und mit derselben nur sich uind seine Partei, aber nicht seine Gegner verdammt. Am unerquicklichsten ist die erwähnte Correspondenz in der 2t Z. d. I., wo Hr. Jfaaksohn,

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