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Jeschurun · 1918-11-01 · Heft 11-12 (November 1918) · p. Seite 712

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 11-12 (November 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 712 (sequence 104)
Language
German
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712 Strenggläubigkeit und Volkstum. und hört nichts, als daß sich die nationalen Maskilim an allen den großen und kleinen Ausprägungen jüdischer Art anklammern und sie als ihre ganze Jüdischkeit ausrufen. Und das ist ihr Grund genug, um mit scheelen Augen auf diese Ausprägungen zu blicken oder wenigstens nicht den Mut zu ihrer verpflichtenden Bejahung zu finden. Daß sie damit erst recht die Mühle der Maskilim treibt, entgeht ihr in ihrem unberatenen Zorne. Y. Es scheint, daß die große gläubige Masse des jüdischen Volkes mit allem, was bisher aus dem Westen für sie kam, kein besonderes Glück hatte. Die Assimilation (Schule Berlin) hat gehörig an ihr genagt: Tausende lösten sich ab und gingen ihren Vorbildern nach. Der jüdische Nationalismus hat die Nagearbeit mit noch größerem Erfolge fortgesetzt: Zehn־ tausende sind in ihrem religiösen Bewußtsein oft bis zum Nullpunkt geschwächt, in der Überlieferungstreue oft bis zum gänzlichen Versagen erschüttert. Nur daß er einer nicht zu weit zukünftigen Generation, die sich etwa noch wird besinnen wollen, die Brücke zur Vergangenheit nicht abbricht. Will nun unsere westliche Orthodoxie ihre Vorgängerinnen noch überbieten? Will sie Schuld tragen, daß hunderttausende abbröckeln, — entweder auf dem Wege über den Nationalismus oder gar auf dem Wege, der ihnen nicht einmal die Brücke läßt, dahin, wo heute die jüdische Mehrheit im Westen ist, in die Wüste des Unglaubens und Unvolks? Sollte unsere westjüdische Orthodoxie sich vielmehr nicht berufen fühlen, das gutzumachen, was die Anderen bisher so schlecht gemacht haben? Sollte sie nicht den Ehrgeiz besitzen, für den Westen und in seinen Grenzen das zu werden, was bisher im Westen durchaus nicht werden konnte, nämlich endlich einmal ein werkliches Volksjudentum, Gottes Volk und Gottes Volk in einem, und für den jüdischen Osten eine mächtige Hilfe, daß er es bleibe? Sollte sie nicht den unbeholfenen Biesen Ostjudenheit statt ihn in seiner Unbeholfenheit zu bestärken, nicht lieber gelenkig machen helfen? Und die \

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