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Jeschurun · 1918-11-01 · Heft 11-12 (November 1918) · p. Seite 706

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 11-12 (November 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 706 (sequence 98)
Language
German
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06ך Strenggläubigkeit und Volkstum. übersehen und dort, wo die nationalen Forderungen der Juden größeren Schwierigkeiten, namentlich besonderer Unlust des betreffenden Staatsvolkes, begegnen, die besondere Ungunst und Bedrohlichkeit des Falles betonen zu können. Es gehe nicht an, sich auf Experimente einzulassen, als schwache Minderheit den Zorn der Mehrheit herauszufordern. Es gelte, in Anpassung an Gegebenes das Interesse des gesetzestreuen Judentums zu wahren und vor allem nicht einer Doktrin zuliebe jüdische Opfer zu wagen. Die traditionelle jüdische Methode der nicht aulbegehrenden Elastizität sei doch noch die beste, die konservativen Juden ziemlichste. Insofern solche Beweisführung im Grunde nichts anderes bedeutet, als die Wiederentschleierung der schlecht verhüllten ursprünglichen Abneigung gegen den Begriff und die zwingende Tatsache Volk oder Nation, ist dem Obengesagten nichts hinzuzufügen. Insofern sie sich an den konservativen Sinn der gläubigen Juden wendet, verfehlt sie offenbar das richtige Warnungsthema. Denn wenn schon vor etwas gewarnt werden soll, — so lieber doch vor dem wirklich gefährlichen Sprengzeug, das heute in der Welt hermhstrolcht und sich auch in das Gemüt so manches ahnungslosen frommen Juden einschleicht, und nicht vor einer Losung, die gerade ein Beharren zum Inhalt hat. Oder glaubt man vielleicht im Ernste, daß das Beharren beim Volkstum aufgehört hat ein Beharren zu sein, weil man heute, als im Ghetto mit seiner unsicheren Gesicherheit, fordern muß, um beharren zu können? Wie, die mehrtausendjährige von Gott gewollte Bezeichnung und Existenz als Volk sollte nicht so viel wert sein, daß man sich mit ein bißchen Fordern für sie strapaziere? Und solches Verhalten sollte mit Konservativismus im allgemeinen und mit jüdischer Uberlieferungstreue im besonderen zu vereinbaren sein? Fordern heißt auch gar nicht auf Erwägungen, Elastizität und Rücksichtnahme auf Verschiedenheiten, mit einem Worte auf Maßhaltung verzichten. Aber auch wir strenggläubige Juden können nicht weiter ungestraft unter ein Maß

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