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Jeschurun · 1918-11-01 · Heft 11-12 (November 1918) · p. Seite 702

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 11-12 (November 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 702 (sequence 94)
Language
German
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02ך Strenggläubigkeit und Volkstum. Worten und in mechanisch gewordenen Spenden, nicht in einer Art. die uns dort alle Zukunft abzuschneiden droht, bezeugen sollen, sondern mit vollen, reifen Taten, wie sie jemals möglich sind und möglich gemacht werden können, beweisen müssen. Wir dürfen doch nicht unseren thorafremden Brüdern geradezu einen ungeschriebenen Charter auf das Land ausstellen, das für sie im besten Falle eine neue Liebe, für uns aber ein altes verloren-unverlorenes Out ist. Zuviel haben wir schon bisher in dieser Hinsicht versäumt, sollen wir noch mehr versäumen? Ist es noch nicht genug, daß wir durch unsern unfruchtbaren Zorn der eitlen Weltlichkeit jener werben halfen, daß wir zehntausend© im Namen Zions verloren, statt sie in diesem Namen zu gewinnen? Sollen wir nun auch noch jetzt, da es vielleicht möglich werden wird, daß sich ein starker jüdischer Einwandererstrom in das Land unserer Väter ergieße, mit unserer Liebe und mit unserer Kraft und unserer Treue zum Gesetze Gottes draußen bleiben, sollen wir es wirklich ganz allein jenen überlassen? Wenn wir ein Zion ablehnen, das sich auf den der Thora vorbehaltenen Thron setzt, dürfen wir darum unserer Pflicht vergessen, in Zion die Thora auf den Thron zu setzen? Wir sind mit den Misrachim nicht zufrieden. Wir sagen ihnen nach; daß ihre Überlieferungstreue oft schütter ist, schütterer als bei frommen Juden, die nicht in den Bann zionistischer Ideale geraten sind. Ja, aber wer hat mehr Schuld daran als wir? War es denn wirklich durchaus nötig, daß sie in diesen Bann gerieten und daß da der Glaubenseifer so Manches von ihnen vom Landgedanken in den Schatten gestellt wurde? War es nicht 411 unserer Hand, ihnen das Übergewicht der Lehre dadurch zu erhalten, daß wir ihnen Gelegenheit gaben, ihren loyalen Zionstrieb bei uns auszuleben, d. h. daß wir in uns selbst diesen Trieb nicht weiter verkümmern lassen, sondern ihm reiche Möglichkeiten schaffen, damit er in unserm Sinn, im Sinne der Thora gestaltend auftrete? Oder kann wirklich jemand glauben,

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