Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- Seite 675 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Erzielmngsfragen. 67 5 selbst die Führer unseres Volkes die Sprache der Neuwelt oder Jiddisch sprachen. Doch auch sie verfaßten ihre Werke in hebräischer Sprache und schrieben in ihr selbst Briefe profanen Inhalts. Dichtete etwa Jehuda Halevy spanisch, hatte er, wie so viele unserer Zeitgenossen den Ehrgeiz, in der Sprache des Wirtsvolks groß zu sein? (Die Abfassung des Kusari in arab. Sprache steht auf anderem Blatt). Nein, Frömmigkeit und Sehnsucht, alles, was sein reines Herz bewegte, fand nur in den Klängen der ewigen Sprache den vollendeten Ausdruck. Wie hätte er, wie hätten so viele andere das zuwege gebracht wenn sie nicht die Sprache gemeistert hätten? Müssen sie sich ihrer nicht auch im Leben bedient haben? Warum wollen wir einen Fehler, eine Unterlassungssünde zum Prinzip erheben? Warum erkennen wir nicht, daß unsere Gefühle erkaltet sind, seitdem das köstliche Getäß der Sprache verschlossen im Schrank der Raritäten steht? Hieraus ergibt sich die Forderung, daß das Hebräische als Unterrichtsgegenstand aufzunehmen ist, die Sprache als solche gelehrt und gesprochen werden muß. Gerade in unserem thoratreuen Kreis wird der hohe Wert der Neuerung sich bald erweisen. Denn hier treibt nicht Eitelkeit, ja selbst berechtigter völkischer Stolz ist nicht das letzte; auch die Sprache steht im Dienst des Zentrums unseres Erziehungs- Werkes: der Gotteslehre und Gottesfurcht. Wie sich der Sprachunterricht dem Lehrplan einzufügen hat, das ist Sache der Pädagogen. Ich will nur darauf hinweisen, daß eine wesentliche Vorarbeit bereits vor den Schul- Jahren in Kindergärten geleistet werden kann. Leider muß man bei all diesen Erwägungen sich immer auf minimale Forderungen beschränken. All denen, welche gewillt sind, das Hebräische auf den Schild zu erheben, stehen ja Türen genug offen von der Einführung der hebräischen Sprache im frühsten Kindesalter bis zur Anstellung eines Lehrers, der neben allen moralischen und religiösen Eigenschaften auch die Sprache beherrscht. Nicht diesen, deren Zahl sich rasch vermehren *möge, gilt unser Mühen., Wir müssen unsere Schulen (deren 45*