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Jeschurun · 1918-11-01 · Heft 11-12 (November 1918) · p. Seite 672

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 11-12 (November 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 672 (sequence 64)
Language
German
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672 Über die Entstehung falscher Minhagim. des Beth hakworauth Knoblauch mitnehmen müsse' Woher kommt dieser Minhag? Wie ist er zu begründen? Sehr einfach die Beantwortung. In einer alten Kinothausgabe (leider konnte ich die Ausgabe nicht ermitteln) steht am Sehlusse מאן זאלל געחן אויפן בית הקברות אונד דיע קנעבליך מיטנעהמין die קנעבליך will sagen die ״kleinen Knaben“, man las jedoch nicht Knäblich sondern ״Knöblich“ und leitete hieraus die Pflicht her kleine Knoblauchstücke mitzunehmen. Diese Erklärung ist mir von alten Leuten, die in ihrer Jugend zur Beachtung dieses Brauches von ihren Eltern angehalten wurden, in den verschiedensten Orten der Provinz mitgeteilt. [Vielleicht ist ein Leser dieser Zeilen im Besitz obenerwähnter Kino? Ich wäre für Einsichtnähme in dieselbe außerordentlich dankbar]. Derartige Minhagim, die ohne Frage einem Irrtume ihre Entstehung verdanken, dürfte man als מגהג טעות vom religionsgesetzlichen Standpunkte aus wohl aufheben. Allein es ist trotzdem sehr schwer die Hand dazu zu bieten, weil unser Auge oft nicht weit genug schaut, um den innern Grund eines Jahrhunderte lange bestehenden Minhags zu erfassen! Hier gilt vielmehr das Wort der :78 שרת מהרי מינץ ומה״רם פארוא ״In der Tat weckt dieser Minhag unser Erstaunen, doch ist dies nicht der Weg, daß wir uns auf unsern Verstand verlassen und einen alten Minhag aufheben, man muß vielmehr mit alter Kraft eine Begründung suchen, um ihn zu rechtfertigen. So verfuhren auch alle unsere Altvorderen, wenn sie einen auffälligen Minhag fanden, dafür sind viele Beispiele in den Tosafoth und den übrigen Poskim zu finden“.

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