Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- Seite 660 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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660 Ein verkanntes Wort. Der Verfasser des Oruch identifiziert das 58 ע״זa erwähnte סניקת nach dem Vorgang des R. Hai zugeschriebenen Sed. Tohor.-Commentar zu Kelim IX, 2 mit גשתא und אדק, obwohl dies zwei ganz verschiedene Dinge sind, wie Al-Barceloni a. a. 0. ausdrücklich betont. Jedoch eine Betrachtung aller Stellen, wo מניקת vorkommt,. lehrt uns, daß es die Bedeutung Heber nirgends hat und un־ möglich haben kann. Meines Erachtens ist es ein uraltes semitisches Wort und dasselbe wie 2 מנקית M 25,29, wofür Targ. Onkelos מדה מכילתא (Maß) setzt, und das syrische מנקיתא oder מניקיתא; es bedeutet Opferschale, Trinkbecher ohne Fuß und Schöpfbecher mit einem Henkel oder Griff und diente,, wie der xtfa&os u^d die xotöXy), auch als Maßgefäß1). Daß מניקת kein Heber sein kann, geht zunächst deutlich hervor aus Tos. Demai III, 6 (ed. Z 49, 21), wo dem Chower untersagt ist, bei dem, der in Verdacht steht, daß er seine Maaßer-Pflicht nicht erfüllt, irgend etwas zu genießen: אפילו אינה אלא מניקת אחת של יין selbst wenn es nur ein Mäßchen Wein wäre. Hier das Wort mit Heber zu übersetzen, wäre sinnlos. Einen Heber bringt man weder zur Tafel, noch trinkt man aus ihm. Frankel in seinem Commentar zu j. Demai 22d sieht sich deshalb gezwungen zu erklären: ״Selbst das Wenige, das im Heber zurückgeblieben ist“, was doch unmöglich aus den Worten ואפילו מניקית של יין herausgelesen werden kann. Geradezu als Maßgefäß für flüssige Dinge wird מניקת Tos. Jom-tow III, 8 (Z 205,26) neben סאה und תרקב (TfCxaßos), denjenigen für trockene, erwähnt. Da am Sabbath und Festtagen alles Messen und Wiegen als zum Handelsverkehr gehörig verboten ist, so wird hier folgerichtig gelehrt, daß man auch weder seinen Kindern Speise und Trank, noch seinen Haustieren Futter nach Maß verabreichen dürfe. Wohl aber sei es gestattet, zur Fütterung der Tiere mit einem נ) Gewöhnlich wird es vom syr. כקי (libavit) abgeleitet; es ist also. Ursprünglich ein Libationsgefäß.