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Jeschurun · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · page 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. 583 Lade ist ein Sinnbild der Gerechten, darum mußte sie sowohl von außen wie von innen mit Gold belegt sein, um das Erfordernis von תוכו בברי für den Frommen anzudeuten; beim Boden ergibt es sich; daß an dem vorgesehenen Gehalt eine Viertelelle fehlt, was so zu deuten ist, daß beim wahrhaft Frommen die vier irdisehen Elemente nicht ,vollständig in Erscheinung treten dürfen, er vielmehr an frommen und guten Taten ein Mehr leisten muß. Die zwölf Wände der Lade weisen auf die im 15. Psalm angeführten Eigenschaften hin, die sich der Gerechte aneignen muß, um der Gottesnähe würdig zu sein. Der goldene Tisch ist ein Symbol des Königtums, denn am Tische des Königs sollten die großen Lehrer tägliche Gäste sein; der Rauminhalt seiner Wände, der 9x9 Ellen betrug, weist hin auf die neun Ge-־ und Verbote, die, nach Deut. 17, der König zu beachten hatte, um den Bestand seiner Herr- Schaft zu sichern. Diese Neigung zu allegorischen Erklärungen beruht jedenfalls auf einem Untergrund des sogen.סוד, und auch bei den Versuchen Chananaels, die talmudischen Agadas in rationeller Weise und unter Entkleidung jedes Anthropomorphismus zu deuten,1) sehen wir, daß er bemüht ist, den geheimnisr vollen Schleier, der über solche Probleme gebreitet ist, nicht für jeden zu lüften und die etwas mystischen Überlieferungen seines süditalienischen Stammlandes nicht preiszugeben, wobei er ausdrücklich sagt, daß man diese Agadas nicht mit dem Verstand allein zu erklären vermag. Bemerkenswert ist hier, unter anderem, seine Deutung des Ausspruches in Berachot 6a, daß Gott T’fillin anlegt, wozu dort noch der Bibelvers Jesaja 62, 8, daß Gott bei Seiner Rechten und bei Seinem starken Arm schwört, angeführt wird. Chananael erklärt es so, daß dies alles auf die in Exod. 33, 23 geschilderte Erscheinung der göttlichen Majestät an Moses zurückzuführen *) Diese Erklärungen finden sich besonders in den Responsen der Geonim ed. Lyck (veranstaltet von der ältesten Leitung des Mekize- Nirdamim Vereins) Rrr. 110—119.

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