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Jeschurun · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · page 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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582 Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. schenken lassen“ aufzufassen, •wie es auch aus Ri. 8, 24 und 1. Kön. 2, 20 ersichtlich ist; denn keineswegs würde Gott gestattet haben, daß die Israeliten sich etwas leihweise von den Ägyptern geben ließen, in der Ansicht, es nicht mehr zu erstatten. Derartiges von ihren bisherigen Arbeitgebern herauszuholen stand den Israeliten durchaus rechtlich zu, da sie keinerlei Lohn für ihren schweren Dienst erhalten hatten. — Wenn es in Ex. 15, 22 heißt, daß die Israeliten drei Tage lang in der Wüste gingen, ohne Wasser zu finden, so ist es so zu verstehen, daß ihr Weg drei Tage in Anspruch nahm, der alsbald behobene Wassermangel aber schon am ersten Tage sich einstellte; denn unmöglich konnte das Volk, darunter Frauen und zarte Kinder, drei Tage lang ganz ohne Wasser sein. — Mit dem Schmuck, den die Israeliten, gemäß Ex. 33, 5, ablegen sollten, sind ihre Gewänder gemeint, auf die, wie es Ex. 24, 8 heißt, das Blut beim Bundschließen gesprengt wurde, da dies ein Ehrenzeichen sein sollte. Ein verhaltener Schmerz über mancherlei! Unbill seitens des herrschenden Volkes, aber auch volles Vertrauen zur göttlichen Leitung und zugleich fromme Demut klingt aus Chananaels Bemerkungen zu Gen. 17, 2: wenn nach einem Zeitraum von weit über 2000 Jahren sich die dort für Ismael gegebene göttliche Zusicherung erfüllte, indem seine Nachkommen, die, ohne einer Schuld bewußt zu sein, auf die Erfüllung warteten, schließlich zu großer Macht gelangten, um wie viel mehr müsse unser Volk, das durch eigene Schuld seinen staatlichen Bestand verloren hat, in ruhiger Zuversicht auf das Eintreten der Verheißung künftigen Glückes hoffen. Bei allem Bestreben, nach dem P'schat zu erklären, begegnen wir doch auch manchen Deutungen, die, nach der Weise des רמז, der Symbolik Rechnung tragen, wobei man nicht fehlgehen dürfte, hier eine Nachwirkung der von der süditalienischen Abstammung her beliebten Qinneigung zum Geheimnisvollen zu erblicken. So tritt dies besonders in der Auslegung der Beschaffenheit der Geräte des Heiligtums hervor, die Chananael allegorisch auffaßt. Die heilige

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