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Jeschurun · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · page 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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5 So Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. Chananael, dem jüngeren Sohn Chuschiels, war der engeren Heimat, wie weiteren Kreisen, ein würdiger Nachfolger seines großen Vaters und Lehrers erstanden. Gleich diesem stand er an der Spitze eines *bedeutenden Lehrhauses, dessen Buf 1weithin drang, und in dem er einer großen Schülerschar die eindringende Kenntnis des Talmud vermittelte. Großes Verdienst erwarb er sich durch einen sich über mehrere Ordnungen erstreckenden größeren Kommentar, der uns zum Teil in der großen Wilnaer Talmudausgabe, teils in besonderen Ausgaben, teils aber nur noch in Anführungen bei Späteren, erhalten ist. Eine besondere Bedeutung gewinnt dieses Werk dadurch, daß es der erste ausführlichere Kommentar in hebräisch-aramäischer Sprache ist. Obwohl er auch nicht fortlaufend jede Stelle erläutert, sondern eine סוגיא im Zusammmenhang erläutert, geht er doch an Vollständig’keit weit über das hinaus, was R’Nissim in seinem Mafteach bietet. Er versteht es, den Talmud selbst zum Studierenden sprechen zu lassen und dureh Einfügung von kurzen Bemerkungen das Erfassen zu erleichtern, so daß nicht nur das Verständnis der einzelnen Worte, wie bei den Geonim, sondern das des ganzen Problems wesentlich gefördert wurde. In noch größerem Maß älsB’Nissiin machtChananael, als Schüler seines Vaters, an die von Süditalien her übernommene Überlieferung anknüpfend, Gebrauch von dem bis dahin so sehr vernachlässigten Jeruschalmi, den er sowohl zur Bekräftigung der Ansichten des Babli, wie auch zu dessen Ergänzung, wo sich dort nichts Bestimmtes findet, gern heranzieht; wo ider palästinensische Talmud eine tatsächliche Entscheidung anführt, richtet sich Chananael darnach, auch, wenn sie der Ansicht des Babli widerspricht. Freilich, für den Jeruschalmi selbst hat er auch nichts geschaffen, ebenso wenig, wie die Geonim und die nachfolgenden Jahrhunderte seiner Bearbeitung sich widmeten; vielmehr verwandte er seine Aufmerksamkeit lediglich auf den Babli, für dessen korrekte Textesherstellung er, gleich seinem Vater, in großem, von Späteren mit Anerkennung erwähntem Eifer

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