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Jeschurun · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · page 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. 579 gern spendet, so daß er, der aus dem Abendland gekommen, doch wie die Sonne am Firmament hell leuchtet. Wie des Dichters Herz, so schlagen aller Herzen ihm entgegen; er, der dem Volke Gottes als Wohltäter sich erwiesen, sei Gottes Güte allzeit empfohlen“. Von großem Einfluß war auch Chuschiels Lehrtätigkeit. Den Gelehrten Kairuäns vermittelte er die Traditionen seiner süditalienischen Heimat, die ja vielfach auf Palästina zurüekgingen, so daß hier, bildlich gesprochen, Jordan und Euphrat zusammenströmten; sein großer Schüler R’Nissim erwähnt ausdrücklich die Überlieferungen seines hochgepriesenen. Lehrers R’Chuschiel. Große Aufmerksamkeit wurde in seinem Lehrhause der Korrektheit der Lesarten zugewendet, so daß die von dort stammenden Codices sich einer besonderen Wertschätzung erfreuten. So stellt sich uns Chuschiel als eine hervorragende Personliehkeit von seltenem Charakter dar, in dem mit dem Wissen auch die Weihe einer durch Generationen ererbten Heiligung der Lebensauffassung sich einten, und der darum mit dem ehrenden Beinamen eines ״heiligen Alluf“ von Schülern und der Nachwelt gefeiert wurde. Sein Tod gab Samuel Hannagid, wie wir aus einem an seinen Sohn Chananael gerichteten Trostschreiben1) ersehen, Veranlassung, um den ausgezeichneten Mann, dessen Tod er als einen unersetzlichen Verlust für die ganze Judenheit und besonders die Thora- Wissenschaft beklagt, Trauerfeiem in allen seiner Oberhoheit unterstehenden Gemeinden zu veranstalten. In demselben Brief sucht Samuel sich selbst und allen, die für das Talmudstudium sich begeisterten, den Trost zuzusprechen, daß ein Mann, der einen Sohn, wie Chananael, hinterlassen hat, nicht, gleich anderen, spurlos dahingegangen ist. In (der Tat ist das Lob Samuels durchaus zutreffend. In *) Dieses Trostschreiben, in aramäischer Sprache verfaßt, ist veroffen tlicht von Keif mann im Magazin Jahrgang VI (1878), hehr. Abteilnng, wozu Kaufmann in der deutschen Abteilung eine Übertragung gegeben hat. 89*

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