Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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578 Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. tätigkeit, besonders für die ,Lehrhäuser In Babylonien und Palästina, als vornehmste Pflicht seines Amtes an. Za dieser Familie gehörte sicher auch Chuschiel b. Elchanan, worauf auch die leicht wahrnehmbare Beobachtung führt, daß das Wort אל in den Namen dieses Geschlechtes entweder am Anfang oder am Ende vorkommt,!ebenso wie sich der Name Chuschiel auch sonst dort nachweisen läßt. Eine innige Freundschaft verband Chuschiel mit dem hochangesehenen, einer in Ägypten alteingesessenen Familie angehörenden Schemarja b. Elchanan, — den die Legende gleichfalls zu den angeblich gefangenen Gesetzeslehrern zählt — mit dem ihn sicher die Beziehungen seines Geschlechtes zu den unter Paltiel dorthin verpflanzten Gliedern seiner Verwandschaft in ein herzliches Verhältnis brachte. Zu Schemarja, der sich in Pumbadita wie in Ägypten und dem mit diesem verbundenen Italien eines hohen Ansehens erfreute, fühlte sich Chuschiel nun so hingezogen, daß er seine Heimat, die wohl auch damals ziemlich kampfumbraust war, gänzlich verließ, um unter islamitischer Herrschaft sich dem Studium hingeben zu können. Auf dem Wege nach Fostät bei Kairo, dem Wohnort Schemarjas, wurde Chuschiel in Kairuän aufgehalten, wo er als Träger wichtiger Traditionen aus einem anderen Bildungskreise willkommen geheißen wurde und durch den Zustrom lernbegieriger Männer und Jünglinge ein reiches Feld der Lehrtätigkeit fand. So kam es denn, daß er sein Vorhaben, zu Schemarja zu reisen, immer wieder aufschöb, bis er schließlich gänzlich in Kairuän blieb. Dort entfaltete er nun eine in jeder Beziehung segensreiche Tätigkeit. Ein Lobgedicht von Samuel Hannagid1) rühmt ihn, ״der die Heimat verlassen, um in Afrika Schulen zu gründen, als Helfer ohne gleichen, dessen Gerechtigkeiten gefühl einem jeden das Recht schafft, der sich der Armen wie ein Vater annimmt, der Wissen jeglicher Art in sich aufgenommen und Belehrung einem jeden, der an Ihn sich wendet, x) Es ist veröffentlicht von Brody in der hebr. Abteilung der Festschrift für Berliner.